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Görlitz

Sonniges Wochenende am Berzdorfer See?

Am Wochenende werden viele Görlitzer bei bestem Wetter nach draußen strömen. Das ist gut für die Laune, wegen der Infektionsgefahr trotzdem bedenklich.

Der Berzdorfer See ist vielleicht das beliebteste Ausflugsziel der Görlitzer.
Der Berzdorfer See ist vielleicht das beliebteste Ausflugsziel der Görlitzer. © Matthias Weber

17 Grad und den ganzen Tag Sonne - der kommende Sonntag soll endlich mal wieder halten,  was er verspricht. Eine willkommene Gelegenheit für die  Quarantäne geplagten Görlitzer, die satt gesehenen eigenen vier Wände zu verlassen und unter freiem Himmel dem Vitamin-D-Mangel an Kragen zu gehen. 

Besonders am Berzdorfer See sind hunderte Spaziergänger und Radfahrer zu erwarten. Für die einen das schöne Bild des beginnenden Frühlings, für Virologen ein Alptraum-Szenario. Selbst wenn die Menschen es schaffen sollten,  Abstand zu halten,  ist die Infektionsgefahr in jedem Fall erhöht. Es muss ein Kompromiss her.

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Diese Regeln gelten am Wochenende:

  • Bürgerinnen und Bürger sollten sich vorrangig auf das Umfeld des Wohnbereichs beschränken. Auf Anreisen mit dem Auto, Motorrad und Moped sollte deshalb soweit wie möglich verzichtet werden. (1/3)
  • Bürgerinnen und Bürger sollten sich vorrangig auf die Begleitung  ihres Lebenspartners sowie auf Angehörige des eigenen Hausstandes beschränken. Erlaubt ist allenfalls die Begleitung einer Person außerhalb des Hausstandes, um ihrer Vereinsamung, insbesondere aufgrund ihres Alters,  vorzubeugen. (2/3)
  • Treffen mit Freunden sind zu unterlassen. Ansammlungen ab drei Personen müssen mit verstärkten Kontrollen rechnen. Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen sind bußgeldbewehrt. Der Regelsatz für einen Verstoß beträgt für jeden Zuwiderhandelnden 150 Euro. (3/3)

Quelle: Landratsamt Görlitz

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Die Stadt Görlitz bemüht sich darum. "Die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen sind eine Belastung für viele Görlitzer", sagt Rathaussprecherin Annegret Oberndorfer. Auch wenn die Lage in Görlitz stabil sei, einen Grund zur Entwarnung gebe es dennoch nicht. 

Polizei und Ordnungsamt sind unterwegs

Gleichzeitig hätten die Behörden größtes Verständnis für den Bewegungsdrang der Menschen, und das sei auch mit dem Sächsischen Corona-Schutz-Gesetz komplett vereinbar. Zumindest solange die Aktivitäten im "direkten Wohnumfeld" stattfinden. Was das genau bedeutet, dafür gibt es keine einheitliche Definition. 

Grundsätzlich sollten die Gebiete, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind, kein Problem darstellen. Das raten zumindest Experten. Auch für die Menschen aus dem Norden von Görlitz kann der Berzdorfer See mit dem Fahrrad also ein mögliches Ziel sein. Auf ein Picknick sollte jedoch verzichtet werden, denn das ist nicht im Sinne der Allgemeinverfügung.

"Wir gehen davon aus, dass sich die Mehrzahl der Görlitzer Einwohner sehr verantwortungsvoll verhalten wird", sagt die Stadtverwaltung. Dieses Vertrauen ist zwar gut - Kontrolle aber offensichtlich besser. Das Ordnungsamt wird am Wochenende verstärkt im Einsatz sein. Die Behörden wollen vor allem in Hinblick auf das kommende Osterwochenende planen - und die Situation deshalb genau analysieren.

"Bei regulären Kontrollen sind in letzter Zeit immer wieder Menschenansammlungen aufgefallen, die es so nicht geben darf", sagt die Rathaussprecherin. In diesen Gebieten werden die Behörden hauptsächlich aktiv sein - das beinhaltet auch das Gebiet um den See. 

"Andere Aufgaben geraten in den Hintergrund"

Die ansässige Gastronomie wird nach derzeitigem Stand nicht öffnen. "Wir haben lange überlegt, weil der wirtschaftliche Schaden für uns groß ist, aber wir können es nicht verantworten", sagt Ralf Richter von der Erlebnisgastronomie Carari. Auch wenn er Essen und Getränke nur zum Mitnehmen anbieten würde, "ich könnte die Gäste kaum vom Verweilen abhalten."

Auch die Polizei wird vor Ort sein. "Wir orientieren uns zwar nicht am Wetter", sagt der Görlitzer Polizeisprecher Kai Siebenäuger, "werden aber auch an diesem Wochenende, wie in den letzten Wochen,  die Einhaltung der Allgemeinverfügung überwachen." Die nötigen Beamten stünden bereit, schließlich seien andere Aufgaben - wie Kontrollen an der Autobahn oder an den Landesgrenzen - in den vergangenen Wochen in den Hintergrund geraten.

Auch die Polizei verfügt nur über den Hinweis des "direkten Wohnumfeldes", müsse die Anordnungen jetzt "mit Fingerspitzengefühl" umsetzen. Auch Siebenäuger rät, das Auto stehen zu lassen und Wander- und Fahrradtouren von der Haustür aus zu beginnen. "Es ist ja in unser aller Interesse, dass wir gesund bleiben", sagt er, "da appellieren auch wir an die Leute."

159 Anzeigen an einem Tag

Von konkreten Sperrungen ist bislang keine Rede. Doch bereits am vergangenen Wochenende kontrollierte die Polizei am Berzdorfer See und sprach Platzverweise aus. Teilweise sperrte sie sogar Bereiche ab, berichteten Augenzeugen. Vor allem am Sonnabend waren bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein viele Menschen unterwegs.

So nahmen die Ordnungshüter insgesamt 159 Anzeigen auf und sprachen 103  Platzverweise aus. Hauptsächlich ahndeten die Ordnungshüter Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung. Das bedeutet, laut Polizei, dass die Betroffenen ohne einen triftigen Grund das eigene Zuhause verlassen hatten.

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