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Riesa

Sonntag strahlt Antonio mit der Sonne um die Wette

Die wechselhafte Wetterlage hat den Veranstaltern der kreativen Frühlingstage einige Probleme bereitet. Sonnabend war Flaute.

Landschaftsarchitekt Antonio Antrilli freute sich am Sonntag über zahlreiche Besucher bei den kreativen Frühlingstagen, nachdem der Sonnabend bei Dauerregen und Wind frustrierend verlief.
Landschaftsarchitekt Antonio Antrilli freute sich am Sonntag über zahlreiche Besucher bei den kreativen Frühlingstagen, nachdem der Sonnabend bei Dauerregen und Wind frustrierend verlief. ©  Sebastian Schultz

Hirschstein. Erika Koopmann, Mitorganisatorin der kreativen Frühlingstage auf Schloss Hirschstein, winkte am Sonntagmorgen am Einlass nur ab bei der Frage, wie es denn am Sonnabend so gelaufen ist. „Fünf Zelte sind uns bei dem Wind hier weggeflogen und es waren höchstens 100 Leute da“, sagte Koopmann, die Ehefrau von Antonio Antrilli, die gemeinsam die Veranstaltung geplant und organisiert haben.

Antrilli, der in Italien geboren wurde und im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland kam, konnte sich dann wenigstens am Sonntag über Sonnenschein und wesentlich mehr Besucher freuen. Während sein Vater noch in einer Zeche im Westen Deutschlands sein Geld verdiente, „wollte ich immer schon etwas Ökologisches machen“, wie Antrilli erzählt. Und so studierte der heute 58-Jährige in Essen und wurde schließlich Landschaftsarchitekt. Ehefrau Erika hat erfolgreich Gleiches studiert, aber auch noch Staudengärtnerin gelernt.

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„Sie ist bei der Gartengestaltung die Pflanzenexpertin“, sagt Antonio Antrilli, der seinerseits in Hirschstein Vorträge zur Verwendung der richtigen Materialien im Gartenbau gab. „Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Holz kann beispielsweise glatt und schmierig werden. Aber auch bei der Bepflanzung kann man viel verkehrt machen. Alles muss zueinander passen, sonst wuchert der Garten irgendwann einfach zu. Und je kleiner die Fläche, desto schwieriger ist eine gute Gestaltung. Und er sollte so bepflanzt sein, dass man das ganze Jahr etwas davon hat.“

In Greiz, wo das Ehepaar heute Zuhause ist, gibt es immerhin einen 1100 Quadratmeter großen Garten zu gestalten. „Unser Haus haben wir auch selbst entworfen und dabei viel mit Licht und großen Fenstern gearbeitet“, freut sich Antrilli noch heute über den gelungenen Bau. Und falls er und seine Frau mal etwas anderes sehen wollen, dann geht es mit dem Auto 1350 Kilometer in den Süden in die Abruzzen, wo noch immer das Elternhaus des gebürtigen Italieners in Torricella Peligna steht. Oder mit dem Flugzeug nach Pescara, dann sind es nur noch 80 Kilometer bis in die kleine Gemeinde mit knapp 1 300 Einwohnern.

Doch zurück zu den kreativen Frühlingstagen auf Schloss Hirschstein. Was hat denn das mit Landschaftsarchitektur zu tun – abgesehen von den Vorträgen? „Nachdem wir zehn Jahre keinen Urlaub mehr gemacht hatten, wollten wir auch mal etwas herumkommen. So was wie hier in Hirschstein machen wir seit rund drei Jahren, während wir früher ganze Dörfer umgestaltet haben“, erzählt Antonio Antrilli. Erfolgreich übrigens, denn das Ehepaar war auch schon auf der Bundesgartenschau vertreten und erhielt für seine Arbeiten einige Auszeichnungen und Preise. „Hier auf dem Schloss Hirschstein ist es schön urig. Das mögen die Leute. Deswegen sind wir jetzt hier gewesen. Vom 24. bis 26. Mai gastieren wir dann mit unseren kreativen Frühlingstagen im Schönfelder Traumschloss.“

Welche der rund 50 Händler dort wieder dabei sind, davon können sich die Interessierten – dann bei hoffentlich durchgängig schönem Wetter – schon in elf Tagen selbst überzeugen. Auf Schloss Hirschstein gab es neben Pflanzen und Floristik unter anderem auch Modeschmuck, Besen und Bürsten, Lederwaren, getöpferte Waren, Bilder und einige Versorgungsstände. Der Bierwagen hatte am vergangenen Wochenende gleich mal Grog und Jagatee mit ins Angebot genommen – beim Dauerregen am Sonnabend sicher eine gute Idee!

Für flotte Musik sorgte die Gruppe Bastschuh aus Thüringen mit Viktor (links) und Alexander Root.
Für flotte Musik sorgte die Gruppe Bastschuh aus Thüringen mit Viktor (links) und Alexander Root. ©  Sebastian Schultz