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Sorge um Riesaer Brunnen

Eines der sieben städtische Wasserspiele sprudelte zuletzt nicht. Liegt es an der Trockenheit?

Mannheimer Platz: Seit 1994 steht der Brunnen am Platz vorm Kino. Geschaffen hatte ihn der in Riesa geborene Künstler Benno Werth, der im Januar 2015 verstorben ist.
Mannheimer Platz: Seit 1994 steht der Brunnen am Platz vorm Kino. Geschaffen hatte ihn der in Riesa geborene Künstler Benno Werth, der im Januar 2015 verstorben ist. © Sebastian Schultz

Riesa. Ist die Quelle des Brunnens auf dem Mannheimer Platz versiegt? Das fragt SZ-Leserin Regia Reuschel in einem Brief an die Redaktion. Schon vor einiger Zeit habe sie bemerkt, dass die Anlage kein Wasser mehr spende, schreibt die Riesaerin. Aber woran liegt das?

Das Rathaus bestätigt auf Nachfrage, dass der Brunnen zuletzt ausgefallen war, was wiederum eine technische Ursache gehabt habe. „Der Sicherheitsschalter der Motorsteuerung hatte ausgelöst“, erklärt Stadtsprecher Uwe Päsler. Mittlerweile ist die Anlage aber wieder in Betrieb.

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Damit widerspricht die Stadt indirekt auch Vermutungen, dass der Brunnenausfall etwas mit der derzeitigen Trockenheit zu tun haben könnte. Auch Verdunstung spiele kaum eine Rolle. Dieser Faktor sei „für den Gesamtwasserverbrauch der Brunnenanlagen in Riesa unbedeutend“, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler.

Poppitzer Platz: Den Brunnen vorm Museum gibt es seit dem Jahr 2008.
Poppitzer Platz: Den Brunnen vorm Museum gibt es seit dem Jahr 2008. © Sebastian Schultz
Freitreppe: Die 1878 erbaute Kaskade am Stadtpark ist der älteste öffentliche Brunnen in der Stadt.
Freitreppe: Die 1878 erbaute Kaskade am Stadtpark ist der älteste öffentliche Brunnen in der Stadt. © Sebastian Schultz
Rathausplatz: Das Wasserspiel neben dem am Zunftbaum wurde 2007 fertig.
Rathausplatz: Das Wasserspiel neben dem am Zunftbaum wurde 2007 fertig. © Sebastian Schultz
Hauotstraße Höhe Commerzbank: Beim Hauptstraßenumbau 1992 entstand der Kugelbrunnen.
Hauotstraße Höhe Commerzbank: Beim Hauptstraßenumbau 1992 entstand der Kugelbrunnen. © Sebastian Schultz
Höhe Durchgang Goethestraße: Auch die historische Pumpe am Boulevard gibt es seit 1992.
Höhe Durchgang Goethestraße: Auch die historische Pumpe am Boulevard gibt es seit 1992. © Sebastian Schultz
Puschkinplatz: Die „drei schützenden Hände“ gibt es seit dem Jahr 2002. Der Brunnen soll an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnern.
Puschkinplatz: Die „drei schützenden Hände“ gibt es seit dem Jahr 2002. Der Brunnen soll an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnern. © Sebastian Schultz

Laut früheren Angaben der Stadt liegt der jährliche Wasserbedarf der öffentlichen Zierbrunnen bei insgesamt etwa 800 Kubikmeter. Zum Vergleich: Laut Bundesumweltministerium verbraucht eine Person in Deutschland derzeit etwas mehr als 40 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr.

Insgesamt gibt es in Riesa sieben öffentliche Brunnen (siehe oben), die von der Stadt unterhalten werden. Eine Quelle im Sinne einer Grundwasserspeisung haben die Anlagen nicht – das Wasser zirkuliert in Kreisläufen, die von Pumpen in Gang gehalten werden. In Betrieb sind die Brunnen von Anfang Mai bis Mitte Oktober. 

Fachleute schauen während dieser Zeit regelmäßig nach dem Rechten. „Sie werden monatlich durch eine Wartungsfirma kontrolliert und gewartet“, sagt Stadtsprecher Uwe Päsler. Die Kosten dafür lagen nach Angaben der Stadt aus dem vorigen Jahr im unteren fünfstelligen Bereich.

Baden verboten

Dass Riesas Brunnen plätschern, war nicht immer selbstverständlich. Zehn Jahre ist es her, dass die Anlagen zeitweise kein Wasser führten, weil gespart werden musste. Unter anderem durch Sponsoren wurden sie damals wieder ins Laufen gebracht.

Voriges Jahr waren Brunnen zudem wegen starker Verschmutzung in die Kritik geraten: Am Puschkinplatz hatten ins Brunnenbecken geworfene Hundekotbeutel das Wasser grünlich gefärbt und getrübt. Dass Eltern ihre Kinder trotzdem dort planschen ließen, sorgte bei Anwohnern für Empörung.

 Die Stadt hatte seinerzeit unterstrichen, dass die Brunnen zwar mit Trinkwasser gespeist werden, dieses aber weder Trinkwasser- noch Badequalität habe. Auf Schildern an den Brunnen wird auch darauf hingewiesen: „Kein Trinkwasser“ beziehungsweise „Kein Trinkwasser – Baden verboten“ heißt es dort.

Gerade die Kleinsten wird das nicht völlig davon abhalten, ein bisschen mit dem Nass spielen zu wollen. Auf Kinder haben die Wasserspiele eine besondere Anziehungskraft, weiß auch SZ-Leserin Regia Reuschel. Wer Abkühlung sucht, dürfte aber bei der für Sonnabend angesagten Hitze in einem der Freibäder in der Region besser aufgehoben sein. (SZ)

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