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Sorge ums Schellhas

Um das frühere Berghotel in Geising ist es sehr ruhig geworden. Doch nun stehen offenbar Entscheidungen an, die hoffen lassen.

© Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

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Geising. Immer wieder wird Silvio Nitschke gefragt, wie es mit dem früheren Berghotel Schellhas weitergeht. Doch der Geisinger Ortsvorsteher von der Freien Wählergemeinschaft kann nur mit den Schultern zucken. Er weiß es nicht. Seitdem die kreiseigene Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft Sächsische Schweiz (GVS) das Objekt Ende 2015 übernommen hat, um dort Flüchtlinge unterzubringen, kam kein Geisinger mehr rein. Daran änderte sich auch nichts, als die GVS die Bewohner im Oktober 2016 in andere Einrichtungen brachte, weil ein Defekt am Abwasserentsorgungssystem das Haus unbewohnbar gemacht hatte. „Wir würden uns gern mal ein Bild machen“, sagt Nitschke. Das sei bisher nicht möglich gewesen. „Das Schellhas ist so geheim wie Fort Knox“, sagt er und lacht dabei. Denn er ist sich durchaus bewusst, dass der Landkreis dort garantiert kein Gold eingelagert hat.

Dennoch ist Nitschke beunruhigt. Denn das Haus steht seit eineinhalb Jahren leer. Und das ist nicht gut. „Wir wollen nicht noch eine Ruine im Ort haben“, sagt er. Das frühere Hotel Geisinghof, das ein paar Meter talabwärts steht, sei Mahnung genug. Deshalb habe der Ortschaftsrat in der jüngsten Sitzung beschlossen, sich an Landrat Michael Geisler (CDU) zu wenden. „Wir wollen ihm einen Brief schreiben“, kündigt der Ortschef an. Darin werde man um Antworten bitten. Fragen habe man viele, deutet der Geisinger an: Was ist geplant? Wie geht es weiter? Was gedenkt das Landratsamt beziehungsweise die GVS dort zu tun? Diese und ähnliche Fragen werde man stellen. Nitschke hofft, dass die Geisinger so aus erster Hand Informationen bekommen. Denn schon im letzten Jahr stellte die GVS in Aussicht, das Haus an mögliche Nachnutzer zu verkaufen. Doch dazu ist es nicht gekommen. Deshalb möchten die Geisinger wissen, was in naher Zukunft geplant ist. Ein Recht dazu hätte man, sagt der Ortschef. Immerhin sei das Objekt mit Steuergeld gekauft und zu einem Flüchtlingsheim umgebaut worden.

Der Geisinger Ortschaftsrat hofft immer noch, dass das Gebäude wieder als Ferienhaus genutzt wird. Hier könnten zum Beispiel sozialschwache Familien Urlaub machen. Die Voraussetzungen seien gut. Die oberen Zimmer können als Unterkünfte genutzt werden. Unten könnte eine Gemeinschaftsküche für Selbstverpfleger eingerichtet werden. In der Nähe des Hauses gibt es einen Discounter, nicht weit davon sind Bäcker und Fleischer. Und auch die An- und Abfahrt wäre einfach, sagt der Orts-chef. Der Bahnhof ist nicht weit. Die GVS möchte sich zu den Ideen nicht äußern. Auf SZ-Nachfrage erklärte GVS-Geschäftsführerin Margitta Gärtner, dass eine Entscheidung zur künftigen Nutzung noch ausstehe. Ihr Mitarbeiter Klaus Leroff hatte im Sommer 2017 indes zu verstehen gegeben, dass er sich eine touristische Nutzung vorstellen könne. Man darf gespannt sein. Es gibt noch einiges zu klären. So ist der 2016 entstandene Schaden immer noch nicht reguliert worden. „Die Schadenshöhe ist noch nicht abschließend bekannt“, erklärt Frau Gärtner. Die GVS erwartet, dass sich die Versicherung im März auf eine Schadenshöhe festlegt. Erst danach werde mit der Sanierung begonnen. „Wir gehen davon aus, dass die Sanierungskosten größtenteils von der Versicherung getragen werden.“ Bis dahin wird sich am Haus nichts ändern. Die GVS teilt indes nicht die Befürchtungen der Geisinger, dass das Haus zu einem Schandfleck werden könnte. Es gebe regelmäßige Vorortkontrollen.

Bisher habe es keine Vorkommnisse gegeben. Die „bestehenden Sicherungsmaßnahmen“ seien deshalb als „ausreichend“ eingestuft worden. Auch baulich mache man sich keine Sorgen. „Die Außenhülle ist in Ordnung, sodass keine Ruine entsteht“, sagt Frau Gärtner. Außerdem werde das frühere Berghotel regelmäßig kontrolliert, es wird beheizt und gelüftet. Zudem habe die GVS „wichtige Maßnahmen“ eingeleitet, um weitere Schäden im Gebäude zu vermeiden. Welche Maßnahmen das gewesen sind, sagt Frau Gärtner nicht.