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Sorge um verschwundene Katzen

Janina Bertram vermisst seit fünf Wochen eines ihrer Tiere. Sie befürchtet Schlimmes. Doch das geht nicht nur ihr so.

© Uwe Soeder

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Janina Bertram sind ihre Katzen ans Herz gewachsen, die Tiere gehören seit Jahren zur Familie. Für sie scheut sie keine Mühe. Doch jetzt macht sie sich Sorgen. Seit fünf Wochen ist eine ihrer Katzen verschwunden. Hexe – so hatte sie das sehr schlanke grau-getigerte Tier mit dem weißen Bauch und dem ungewöhnlich schmal zulaufenden Kopf genannt – ist einfach weg.

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Ihre Tochter habe sie eines Morgens aus dem Haus in Wawitz gelassen. Als sie am Abend nicht wiederkam, habe sie sich noch nicht allzu viel dabei gedacht. „Das kommt schon mal vor“, obwohl die Tiere sich sonst spätestens zum Füttern einfinden. Aber Hexe sei auch schon mal zehn Tage lang verschwunden gewesen. Doch diesmal tauchte sie nicht wieder auf. Und es habe auch keinen Hinweis gegeben, dass irgendwo in der Nähe eine Katze überfahren worden war. Also telefonierte Janina Bertram mehrere Tierheime ab und verteilte Aushänge. Sechs Leute hätten sich gemeldet, aber ein Hinweis auf ihre Hexe war leider nicht dabei, sagt sie traurig.

Sie weiß, dass nicht alle Menschen ihre Katzenliebe teilen. „Aber wir sind nun mal natur- und tierlieb.“ Sie hat sich vor allem jener Tiere angenommen, die andere nicht mehr haben wollten. Hexe habe beispielsweise ihre Vorbesitzer fast verzweifeln lassen, weil sie immer wieder Kabel zernagte. Ein blinder Kater gehört ebenfalls zur Familie. Ihn einschläfern zu lassen, habe sie einfach nicht übers Herz gebracht. Und als ihrer Tochter und deren Freund in Löbau eine Katze nachgelaufen war und sich niemand meldete, dem sie gehörte, nahm sie auch die zu sich. Obwohl die Familie sonst in sehr bescheidenen Verhältnissen lebt. Doch die Tiere, die seien eben auch ein Trost, gerade jetzt da ihr Mann so schwer erkrankt ist, sagt die 56-Jährige. „Was nützt mir da viel Geld?“ Die Frage, was mit Hexe passiert ist, lässt sie nicht los. Hat sie jemand weggefangen? So etwas höre man ja immer wieder. Vor drei Jahren seien zwei ihrer Katzen kurz hintereinander ganz offensichtlich vergiftet worden, nur eine habe sich damals nach der Behandlung beim Tierarzt wieder erholt.

Dass Katzen spurlos verschwinden, scheint öfter vorzukommen. Vor zwei Wochen berichtete die SZ über einen ähnlichen Fall in Königswartha. „Seitdem haben bei uns sehr viele Leute angerufen, denen es genauso geht“, berichtet Gerald Kießlich. „Sie wollten einfach mal mit jemandem darüber reden.“ Doch eine Spur zu Kater Heinz, der drei Jahre zur Familie gehörte, gab es nicht. Auch Uwe Bär, Leiter des Tierheims in Bloaschütz, bekommt immer wieder Anrufe von Menschen, die ihre Tiere vermissen. So habe man im vorigen Jahr zehn Hauskatzen und 42 Hunde ihren Besitzern zurück geben können. Suchenden helfe man aber auch, indem „wir zum Beispiel ein Foto bei uns aushängen“.

Janina Bertram hofft noch immer, dass jemand Hexe irgendwo gesehen hat. Und sie wünscht sich, dass jeder, dem eine Katze zuläuft, erst einmal herumfragt, ob sie jemandem gehört, anstatt sie einfach zu behalten. Ihre anderen Katzen will sie nun erst mal nicht mehr aus dem Haus lassen.

Hinweise bitte an 0174 7382833