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Sorgsamer mit der Natur umgehen

Warum leben Sie gern hier, was macht Ihr Leben reich? Antworten darauf gibt heute: Daniel Jakubik.

Daniel Jakubik ist ein Natur- und Tierfreund. Der Hobbyfotograf ist oft in den heimischen Wäldern unterwegs und sieht den heranrückenden Tagebau kritisch.
Daniel Jakubik ist ein Natur- und Tierfreund. Der Hobbyfotograf ist oft in den heimischen Wäldern unterwegs und sieht den heranrückenden Tagebau kritisch. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Schleife. Ein früher Augustmorgen irgendwo in den Lausitzer Wäldern. „Es gibt Momente, die einen vor Ehrfurcht und Faszination förmlich erstarren lassen und die man nie vergisst.“ So umschreibt Daniel Jakubik die Tonaufnahmen von Wölfen, die er mit seiner Videokamera an jenem Sommertag festgehalten hat. Das Auge des Betrachters sucht in dem Kurzfilm vergebens nach den laut heulenden Tieren. Es sind jene Augenblicke, für die es meist nicht nur viel Geduld, sondern auch die richtige Technik und ein Quäntchen Glück braucht. Der Notfallsanitäter und Lehrausbilder hat ein Händchen für sein Hobby, wofür er viel Zeit opfert. Der Dank sind Tausende atemberaubende, gestochen scharfe Bilder: ein äsendes Hirschrudel, ein am blauen Himmel fliegender Rotmilan oder ein majestätisch schwebender Seeadler auf Beutezug. Und immer wieder Wölfe oder deren zurückgebliebene Spuren.

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Die schönsten Bilder haben einen Platz in einem Kalender gefunden, den der 43-Jährige veröffentlicht hat. Manchmal begnügt sich Daniel Jakubik auch nur mit dem Monitoring mittels Wildkamera. Durchschnittlich seien Wölfe einmal pro Tag vor seinen Kameras. Manchmal auch bis zu zwanzig Mal und an anderen Tagen dafür gar nicht. „Ich unterstütze durch Dokumentationen das Kontaktbüro Lupus. Im Wolfsgebiet besteht meine Tätigkeit deshalb auch weniger im Fotografieren, sondern vielmehr im Auslesen der Kameras, Spurenbeurteilung und Vermessung. Relevante Daten werden dann an das Kontaktbüro gesendet, damit sie erfasst werden können“, erklärt der Naturfreund. Beim Anbringen von Wildkameras sei deshalb auch nicht das Foto an sich die Herausforderung, sondern der Standort. Den idealen Standort dafür müsse man sich als Beobachter erarbeiten und das funktioniere nur, wenn man grundlegende Kennnisse der Aufenthaltsorte der Tiere habe. Für sein Hobby nimmt Daniel Jakubik so einiges in Kauf. Wenn sich viele andere Menschen in aller Frühe noch einmal im Bett herumdrehen, ist er schon im Tarnanzug und mit Fotoausrüstung im Wald unterwegs.

Mit Sorge beobachtet Daniel Jakubik den Fototourismus in den Wäldern und das Holzen ganzer Waldbestände zwischen Nochten und Trebendorf. Hier seien den heimischen Tierarten und auch Gewächsen bereits 15 000 Hektar Lebensraum durch den heranrückenden Tagebau genommen worden, sagt er. Der letzte Sommer trug zusätzlich dazu bei, dass der Wald als Schutzgürtel nahe dem Tagebau Nochten nahezu ausgetrocknet ist. Was Daniel Jakubik noch beobachtet hat: In den Kiefernwäldern nahe Trebendorf lebt eine größere Herde weißer Damwildtiere, die sich seiner Ansicht nach mit den Wölfen arrangiert hätte. Es sei keine Dezimierung des Damwildes festzustellen. „Der ständig kleiner werdende Lebensraum ist das Problem und nicht der Wolf“, meint Daniel Jakubik, der sich nicht als Tagebaugegner verstanden wissen will. „Der Mensch muss sehr viel sorgsamer mit der Natur umgehen.“ Dafür will sich der 43-Jährige einsetzen. Und wenn er auf seinen geliebten Heimatort Schleife, seine Familie und die heimische Natur vor der Haustür blickt, weiß er auch warum.