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Kamenz: Endgültiges Aus für Pflegeschule

Im Streit mit der Schulbehörde um zwei Ausbildungsgänge unterlag die private HEC Akademie vorm Oberverwaltungsgericht. Nun will sie ihr Profil ändern.

Endgültiges Aus für zwei Ausbildungsgänge an der HEC Akademie in Kamenz: Der Bildungsträger unterlag beim Oberverwaltungsgericht mit seiner Beschwerde gegen eine Entscheidung der Schulbehörde.
Endgültiges Aus für zwei Ausbildungsgänge an der HEC Akademie in Kamenz: Der Bildungsträger unterlag beim Oberverwaltungsgericht mit seiner Beschwerde gegen eine Entscheidung der Schulbehörde. © 2017 [email protected]

Kamenz. Mit dem neuen Schuljahr wird es an der HEC Bildungsakademie Kamenz keine Berufsfachschule für Altenpflege und keine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger mehr geben. Das geht aus den jüngsten Urteilen des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Bautzen hervor. An das hatte sich die Schule gewendet, um das drohende Aus für zwei ihrer drei Bildungszweige doch noch abzuwenden. Dem war ein mehrjähriger Streit mit dem sächsischen Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) vorangegangen. 

Das überwacht die Qualität der Ausbildung und ordnete die Schließung der beiden Ausbildungsgänge an. Die habe man aber inzwischen total umgekrempelt, um allen Anforderungen gerecht zu werden, so die Schule, die bis zuletzt vor dem OVG um die beiden Fachrichtungen kämpfte. In der Vorinstanz hatte sich bereits das Verwaltungsgericht Dresden hinter die Entscheidung des Landesamtes für Schule und Bildung gestellt. Gegen dieses Urteil legte die HEC Akademie Beschwerde ein.

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Schule umstrukturiert

Vor der OVG-Entscheidung hatte die Akademie noch einmal versucht gegenzusteuern, die Vorgaben der Verwaltungsrichter zu erfüllen und entsprechend qualifizierte Lehrkräfte in den bemängelten Schulbereichen einzusetzen. HEC-Rechtsanwalt Martin Sträßer erklärte damals: „Die beanstandeten Lehrkräfte unterrichten nicht mehr in diesen Fächern.“

Das OVG wies nun die Beschwerde gegen das Urteil der Dresdner Verwaltungsrichter für beide Schulbereiche ab. Der Senat in Bautzen befasste sich noch einmal eingehend mit der Personalsituation und der Qualifikation eines Teils des Lehrerkollegiums. Es sei nicht ersichtlich, dass unter diesen Umständen eine ordnungsgemäße Ausbildung der Schüler aufrechterhalten werden beziehungsweise stattfinden kann, heißt es in der Begründung des Senats: „Der Beschluss ist unanfechtbar.“ 

Nicht betroffen ist die Schule für Krankenpflegehilfe an der privaten Akademie. Dort könne die Ausbildung weitergehen. Die Geschäftsführung hofft auf Bewerber. Dieser Bereich sei auch nicht strittig, heißt es aus dem Landesamt für Schule und Bildung. Dort habe es Einwände gegeben, so Pressesprecher Dr. Jens Drummer, die jedoch ausgeräumt wurden. 

Die Bildungsakademie hatte in der Vergangenheit mehrfach beklagt, private Anbieter sollten vom Markt gedrängt werden. Das Lasub hatte das stets bestritten. Daran gebe es kein Interesse. Drummer betont, dass die große Mehrheit der privaten Schulanbieter eine gute Arbeit leiste. Sie seien wichtig für die Ausbildungsvielfalt. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit freien Trägern.“ Die Behörde habe aber im Sinne der Schüler die Verantwortung, dass die Ausbildung den Standards genügt und diese nicht unterschreitet.

Aus diesem Grund mussten oder müssen die etwa 70 Schüler der beiden HEC Ausbildungsbereiche jetzt an andere Schulen wechseln. Besonders schwierig war die Situation für die Absolventen, die noch Prüfungen zu schreiben hatten. Sie seien umgelenkt worden, heißt es aus dem Lasub, die meisten an eine staatliche Schule in Hoyerswerda. 

Eine junge Heilerziehungspflegerin berichtet, sie habe ihren Abschluss nun in Görlitz erreicht. Sie seien sehr herzlich dort empfangen worden, sagt sie: „Alle aus meiner Klasse haben bestanden.“ Also kann die Ausbildung so schlecht nicht gewesen sein? Die HEC-Schule sei in Ordnung gewesen, resümiert die Absolventin. Sie sei ein Fan solcher kleiner Schulen, weil der Lernerfolg größer sei. „Es gab aber tatsächlich Lehrer, die eben nicht so qualifiziert waren“, beschreibt sie aus eigener Erfahrung. Es habe aber auch sehr gute Lehrer gegeben. Es sei aus Schülersicht ausgeglichen gewesen.

Streit zu Lasten der Schüler

 Wer letztlich Schuld an der Misere sei, könne sie nur schwer beurteilen. Eigentlich sei das Aus wohl schon im Februar absehbar gewesen: „Aber keiner hat es uns gesagt“, beklagt die Absolventin. Es sei  schlecht, dass der Streit zwischen Lasub und Schule letztlich auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wurde.

Wobei es wohl aus Sicht der Schule noch einen Strohhalm geben könnte. Das Eilverfahren sei zwar verloren, aber die juristische Auseinandersetzung in der Hauptsache, im Widerspruch gegen die Schließung der beiden Schulen, möglicherweise noch nicht beendet. Das will auch das OVG nicht ausschließen. Aus Sicht des Lasub hingegen ist die Sache entschieden und kein weiteres Verfahren mehr zu erwarten.

Die Tatsachen sind ohnehin geschaffen, und auch die HEC selbst plant inzwischen anders. Es soll die HEC-Akademie in Kamenz weiter geben, allerdings weniger als Berufsschule. Die Schule wolle ihr Profil ändern, so Geschäftsführerin Madlen Bär. Die Akademie wolle im Gesundheitssektor tätig bleiben, sich aber auf die Weiterbildung konzentrieren. Dazu gebe es bereits Kurse, aber vorwiegend virtueller Art. Die Schule wolle das Angebot erweitern und auch den Unterricht vor Ort anbieten. Das sei in Vorbereitung.    

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