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Später Abend, perfekte Show

Ein tolles Benefizkonzert der Bundeswehr-Big Band in der Kulturbrauereibegann mit einem langen Vorspiel und einigenenttäuschten Gästen.

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Von Christine Marakanow

Gelassen steht bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn ein großer Besucherpulk vor dem Eingang zur Landskron Brauerei. Die Sonne und verheißungsvolle musikalische Proben der Big Band versprechen einen tollen Abend. Die Frage an den Einlassdienst, wie denn das Programm ablaufen wird, ist enttäuschend: Das Konzert wird erst um 20.30 Uhr beginnen. Ungläubig schauen einige Gäste drein, andere machen lange Gesichter. Eine halbe Stunde nach Einlass hat sich der späte Konzertbeginn bei den meisten herumgesprochen.

Etliche Gäste stehen herum, warten auf eine Erklärung. Andere haben erstmal Platz genommen. Die meisten Bänke sind bald besetzt. Die Besucher holen sich Getränke und etwas zu essen.

Die ersten Gäste gehen. Ein Bautzener Ehepaar gehört auch dazu. „Wir haben noch etwas zu erledigen“, sagen sie, wollen aber wiederkommen. Ein 76-Jähriger Görlitzer ist sehr enttäuscht. Seine Frau erzählt. Sie haben sich so beeilt, hätten den Garten extra früher verlassen und sind mit dem Taxi gefahren, um pünktlich zu sein. „Doch bis nach 20 Uhr halte ich nicht aus“, sagt er. Beide wollen sich wenigstens mit etwas Essbarem trösten.

Anne Tschirschnitz aus Klitten, Ortsteil Tauer, und Bernd Balzer aus Lodenau schauen sich am Infowagen der Bundeswehr um. „Wir können nicht bleiben, sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Leider“, bedauern sie. Sie hätten sich gern das Konzert in Görlitz angehört. Das, was sie in der ersten Stunde mitbekommen haben, hat sie begeistert. „Die machen ja richtig rockige Musik“. Sie wollen eventuell die Big Band anderswo erleben. Am Eingang zur Brauerei diskutieren einige Weißwasseraner und Rietschener. Man hätte doch auf den Plakaten mitteilen müssen, dass die Veranstaltung nicht mit dem Konzert beginnt. Einer sei noch früher von der Arbeit weg. Sie wollen trotzdem bleiben.

Zwischen den Gästen sitzen Männer in grünen Sport-Trikots. Prominente, die später ihren Auftritt haben: Die Ruderer Wolfgang Mager und Dieter Schubert (beide zweimal Olympiasieger). Sie werden mit Dr. Uwe Ehrhardt das Anliegen der „Tour der Hoffnung“, die Radtour für krebskranke Kinder vorstellen. „Während des Konzerts werden wir für die Tour sammeln, sagt Dr. Ehrhardt. Die Landskron Brauerei will 500 Euro spenden, und ein Teil aus dem Getränke-, Speisen und Souvenir-Verkauf wird in den Spendentopf kommen.

Zum Konzertbeginn sind alle Plätze besetzt, und etwa 30 bis 40 Leute hören im Stehen zu. Das Warten hat sich gelohnt, die Band überzeugt.

Ausgetüftelte Solis, ein phänomenaler Sound, und die herausragende Orchesterbesetzung erfüllen die hohen Erwartungen an das Konzerterlebnis. Das musikalische Repertoire reicht von Klassikern aus Swing und Jazz bis hin zu aktuellen Popsongs.