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Spätes Signal fürs Weihnachtsgeschäft

Handel. Im Advent soll die Ladenöffnung an Sonntagen möglich sein. Doch die Zeit für Vorbereitungen ist knapp.

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Von D. Szabó, M. Schaks

Rechte Freude will bei Simone Theiß nicht aufkommen. Die Managerin des Freitaler Weißeritzparks begrüßt zwar die Einigung der schwarz-roten Koalition über die Ladenöffnungszeiten in Sachsen. Danach sollen unter anderem die bisher umstrittenen Adventssonntage freigegeben werden. Doch das Grüne Licht kommt fast zu spät, sagt Theiß. Zumindest für das anstehende Weihnachtsgeschäft scheint der Zug abgefahren zu sein. Denn die Zeit sei denkbar knapp, um alles zu organisieren. Deshalb werden die Geschäfte im größten Konsumtempel des Weißeritzkreises wohl nicht an allen Adventssonntagen öffnen.

Gute Chancen räumt die Managerin dem 1. Adventssonntag, dem 3. Dezember, ein. Anlässlich des Centergeburtstages und des Kleinbahnfestes war ohnehin ein Extra-Shoppingtag vorgesehen. Nur wurde dieser zunächst nicht genehmigt, und die geplante Liberalisierung dürfte erst ab 2007 greifen.

Deshalb wird auf die angekündigte Sonderregelung zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft gehofft. Allerdings würde selbst diese nichts nützen, wenn sie nicht in den nächsten zwei Wochen erlassen wird. „Die Großfilialisten brauchen sechs Wochen, um sich mit der Gewerkschaft abzustimmen“, sagt Theiß. Über die weiteren Adventssonntage soll am 9. November beraten werden.

Sabine Koitzsch, Frontfrau der Händler in Freital-Potschappel, begrüßt, dass es im Advent wieder offene Sonntage geben soll. „In der DDR war das auch schon so und unsere Kunden sehen das nach wie vor positiv“, sagt sie. Die Geschäftsfrau drängt ebenfalls darauf, dass die Sonderregelung schnellstens beschlossen wird. „Es wäre begrüßenswert, wenn man nicht erst am 1. Dezember erfahren würde, was gilt“, sagt sie mit Blick auf das Hickhack im vergangenen Jahr.

Steffen Hartig, Inhaber von Reisebüros in Deuben und Potschappel, hält eine Ladenöffnung nur in Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt für sinnvoll. Wenn drumherum nichts passiert, bringe die Sonderöffnung keinen Punkt.

Als sehr positiv bezeichnet der Chef des Dippoldiswalder Handels- und Gewerbevereins, Jens Tennert, die jüngste Entscheidung zu den Ladenöffnungszeiten. „Damit hört endlich dieses Kasperletheater um die Adventssonntage auf“, sagt er. Im Vorjahr gab es in der Kreisstadt ein unerquickliches Gezerre um das Öffnen der Geschäfte an den Dezember-Sonntagen. Nachdem das Landratsamt schon Grünes Licht gegeben hatte, stoppte das Regierungspräsidium Dresden die Händler. Nur der Widerspruch des Landratsamtes ließ die Kassen doch noch klingeln. Tennert befürchtet allerdings neuen Streit, weil Dippoldiswalde in diesem Jahr bereits zwei verkaufsoffene Sonntage erlebte, vier will der Gesetzgeber aber übers Jahr hinweg nur gestatten. „Es wäre schade, wenn wir auf Grund der kurzen Vorlaufzeit im Dezember nur an zwei Sonntagen öffnen könnten“, sagt der Händler.

Länger öffnen lohnt nicht

Von der bis 22 Uhr verlängerten Ladenöffnungszeit verspricht er sich nicht viel. „Das regelt sich von alleine. Wer wollte, konnte doch auch jetzt schon länger öffnen. Aber das lohnt sich in Dipps nicht.“

Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) hätte sich eine ganz andere Lösung gewünscht. Über Ladenöffnungszeiten zu befinden, sei keine Angelegenheit der Politik mehr, sagt er. „Das müssen Arbeitgeber mit ihren Arbeitnehmern und der Kundschaft klären.“ Wäre es nach ihm gegangen, hätte er die Ladenöffnungszeiten grundsätzlich freigegeben. „Gerade unsere Händler müssen dann etwas verkaufen, wenn wir hier Gäste haben.“