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Spätestens 8 Uhr schrillen in Dresden die Schulglocken

Ausschlafen ist zwar toll, aber wenn ich später in die Schule gehe, dann muss ich auch länger bleiben“, sagt Patrick Prescher. Dem Dresdner Stadtschülersprecher macht es persönlich nichts aus, zeitig in der Schule zu sein: „Ich gehe auf das BSZ für Wirtschaft und da beginnt der Unterricht 7.30 Uhr.

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Von Clemens Albrecht

Ausschlafen ist zwar toll, aber wenn ich später in die Schule gehe, dann muss ich auch länger bleiben“, sagt Patrick Prescher. Dem Dresdner Stadtschülersprecher macht es persönlich nichts aus, zeitig in der Schule zu sein: „Ich gehe auf das BSZ für Wirtschaft und da beginnt der Unterricht 7.30 Uhr. Dafür habe ich dann einen freien Nachmittag.“

Mittelschulen starten früher

Patricks Meinung nach wird der Konflikt nie gelöst werden können, da es einfach zwei Lager gibt: Den einen ist Ausschlafen wichtig, den anderen die Freizeit. Dabei war es in der Diskussion um den späteren Schulbeginn in den letzten Monaten ruhig geworden. Nachdem 2005 und 2006 mehrere Studien belegten, dass Schüler 7.30 Uhr noch nicht voll leistungsfähig sind, wurde an Schulen und in den Medien erbittert um jede Minute gestritten. Doch am Ende blieb in den meisten Schulen alles, wie es zuvor war.

Deshalb staunt Eric Braun, Landesschülersprecher für Sachsen, „welche Themen da wieder aus der Versenkung kommen“. Die Vertretung der Sächsischen Schüler beschäftigt sich derzeit mit den Themen Ganztagsschulen, der Oberstufenreform und den veränderten Zugangsbedingungen für Gymnasien, sieht bei den Unterrichtszeiten in Sachsen keinen Handlungsbedarf: „Prinzipiell halten wir einen Start, wie in den meisten sächsischen Schulen, zwischen 7.30 und acht Uhr für angemessen“, sagt Eric. Das Problem sieht er vielmehr darin, dass viele Schüler bis zu 45 Minuten Schulweg haben: „Diese Zeit muss bei der Planung der Unterrichtszeiten berücksichtigt werden, Eltern müssen bei der Wahl der Schule darauf achten.“

Wer auf ein Dresdner Gymnasium geht, muss ohnehin nicht zu früh raus. An der Mehrheit der Schulen geht es acht Uhr los, wie zum Beispiel am Kreuzgymnasium, dem Gymnasium Bürgerwiese und dem Marie-Curie-Gymnasium. Später startet keine Schule, eher müssen die Schüler vom St. Benno-Gymnasium (7.45 Uhr), Vitzthum-, Bertolt Brecht- und Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium (alle 7.30 Uhr) die Schulbank drücken. Den ersten Platz belegt das Pestalozzi-Gymnasium, dort klingelt es 7.25Uhr erstmals.

Abstimmung auch in Dresden

Noch zeitiger müssen einige Mittelschüler aufstehen. Sie kann man in zwei Lager teilen. In den meisten Schulen, wie der 25., 62. und 128 Mittelschule, beginnt 7.30 Uhr der Unterricht, bei anderen variiert der Anfang: „Unsere erste Stunde fängt sieben Uhr an. Allerdings haben die Schüler nicht jeden Tag so zeitig, in der fünften Klasse geht es generell erst zur zweiten Stunde los“, sagt Sekretärin Lonni Raasch von der 76. Mittelschule in Briesnitz.

Einen ähnlichen Fall wie in Berlin gab es im November in Dresden. In der 46. Mittelschule stand ein Wechsel von 7.30 zu acht Uhr zur Debatte. „Der Vorschlag kam von einer Lehrerin, daraufhin durften Schüler, Lehrer und Eltern abstimmen“, sagt Schülersprecherin Linda Kluttig. Die Mehrheit sprach sich für die frühere Zeit aus, von 257 Schülern waren nur 75 für acht Uhr. So bleibt in der Schule alles beim Alten.