merken
PLUS Sachsen

Spahn macht Corona-Urlaub in der Sächsischen Schweiz

Dass der Gesundheitsminister im Freistaat wandert, hat nicht nur mit seinem Freund Michael Kretschmer zu tun.

Mal ganz ohne Anzug: Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) und Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Wanderpause im Schrammsteingebiet.
Mal ganz ohne Anzug: Ministerpräsident Michael Kretschmer (r.) und Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Wanderpause im Schrammsteingebiet. © Matthias Rietschel

Profis wissen: Lass es am Berg langsam angehen. Vor allem, wenn er steil ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) geben auf der ersten Bergetappe Richtung Schrammsteine trotzdem Gas. Erst die harte Tour, dann die ersten Lockerungen. Ein bisschen wie in den letzten Corona-Monaten. Vielleicht wollen sie auch zeigen, wie man in diesen Zeiten Urlaub machen kann. „Wir sind glücklich, dass wir wieder rausdürfen“, sagt Kretschmer. „Mit Abstand und Schutzmaske geht das“, sagt Spahn und zieht seine Maske mit dem Slogan „So geht sächsisch“ hervor.

Spahn hat schon im Schrammsteingebiet geübt. Seit Freitag ist er mit seinem Ehemann Daniel Funke in Schmilka – ein paar Tage Pfingsturlaub abseits des Berliner Politzirkus und ohne den obligatorischen Anzug. Ganz privat. Die Personenschützer sind gut getarnt. Optisch macht eine Großfamilie einen Ausflug. Vielleicht deshalb muss mancher Wanderer zweimal überlegen, ob er gerade richtig gesehen hat. An einer Weggabelung stupst eine junge Frau ihren Freund an: „Ist das nicht ...“. Andere grüßen, wie man das eben so beim Wandern macht, ein paar ältere Damen und eine junge Familie machen Fotos mit Kretschmer. 

Anzeige
Sommer, Sonne, Sonnenschutz
Sommer, Sonne, Sonnenschutz

Ein sonniger Tag tut Körper und Geist gut. Doch ob auf dem Balkon, im Garten oder am Wasser: Hautschutz ist dabei unerlässlich.

Der Gesundheitsminister kennt Sachsen ein wenig, in Kretschmers Landtagswahlkampf absolvierte er 40 Termine. Seit 2002 sind sie befreundet. Damals wurden beide das erste Mal in den Bundestag gewählt. Dass Spahn nun in der Sächsischen Schweiz urlaubt, hat mit seinem Mann zu tun. „Ost- und die Nordsee sind zu voll, da hab ich die Sächsische Schweiz vorgeschlagen“, sagt Daniel Funke. Der Übernachtungstipp in Schmilka kam von Kretschmer. Funkes Familie stammt aus Böhmen, die Vorfahren lebten in der Gegend des heutigen Decin, die Mutter wuchs in Pirna auf. Spahn stammt aus dem Münsterland, wo „alles flach ist“. Nur mit dem Knödelessen im Böhmischen wird es nichts, solange die Grenze nicht wirklich passierbar ist.

Kretschmer, in Begleitung seiner Partnerin Annett Hofmann und der beiden kleinen Söhne, gibt den Touristenführer. An einer Felswand mit vielen sichtbaren Schichten stoppt er. „Vor 70 oder 80 Millionen Jahren war hier ein Meer.“ Außerdem wüchsen die Bäume hier viel langsamer, weil es in den Felsen nicht so viele Nährstoffe gebe. Spahn nickt, die Kinder laufen schon weiter. Als Student sei Kretschmer mit Freunden hier boofen gewesen, zuletzt vor ein paar Jahren mit einem der Söhne.

Weiterführende Artikel

Offene Grenzen, aber keine Lust mehr auf Urlaub?

Offene Grenzen, aber keine Lust mehr auf Urlaub?

Stornierung, Gutscheine, Umbuchung – was die Aufhebung der Reisewarnung für Urlauber bedeutet, haben Juristen unseren Lesern erklärt. Hier sind die Antworten.

Waldbrand an den Schrammsteinen

Waldbrand an den Schrammsteinen

In der Sächsischen Schweiz brannte ein Steilhang unterhalb der Schrammsteinaussicht. Das Feuer wurde vermutlich von Besuchern ausgelöst.

An den Aussichtspunkten ist so viel los, dass der kleine Tross nicht unbemerkt bleibt. Im Gegensatz zu manchen „Hygiene-Demos“ in den letzten Wochen gibt es hier keine Diskussion, kein Gebrüll und keine Pöbeleien. Viele scheinen sich zu freuen, die beiden Politiker so unprätentiös zu erleben. Und am Ende ist es eben auch ein bisschen Werbung für die Region. Spahn sagt, er will wiederkommen. Seinen Mann dürfte das freuen.

Aktuelle Informationen rund um das Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt lesen Sie in unserem Newsblog.

Mehr zum Thema Sachsen