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Bautzen

Sparbuch-Klau gibt Rätsel auf

Mehrfach wurde in Filialen der Bautzener Sparkasse eingebrochen. Was wollen die Diebe mit den Dokumenten?

Sparkassenbücher stehen auch in Zeiten von Börse und Investmentfonds bei Sparern weiter hoch im Kurs. Im Landkreis Bautzen wurden jetzt mehrere dieser Bücher von Unbekannten gestohlen. Anfangen können sie damit aber nichts.
Sparkassenbücher stehen auch in Zeiten von Börse und Investmentfonds bei Sparern weiter hoch im Kurs. Im Landkreis Bautzen wurden jetzt mehrere dieser Bücher von Unbekannten gestohlen. Anfangen können sie damit aber nichts. © dpa

Bautzen. Montagmorgen, 9 Uhr. Die Filialen der Kreissparkasse Bautzen öffnen für ihre Kunden – auch in Wilthen und Cunewalde. In Demitz-Thumitz bleiben die Türen montags immer zu. Äußerlich deutet nichts darauf hin, was in diesen drei Filialen in der Nacht zum vergangenen Freitag geschah. Unbekannte verschafften sich Zutritt und brachen gezielt die Schließfächer für Sparkassenbücher auf.

Ob und wie viele dieser Bücher die Täter mitnahmen, stand am Montag noch nicht fest. Die Sparkasse hat unverzüglich alle Mieter der betroffenen Schließfächer zwecks einer Bestandsaufname angeschrieben. Denn nur die Mieter wissen, ob sie ihre Sparkassenbücher darin hinterlegt hatten. Theoretisch können sie das angemietete Fach auch leer lassen und die Bücher zu Hause aufbewahren.

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Die jüngsten Einbrüche ereigneten sich genau vier Wochen, nachdem Unbekannte am Reformationstag die Filialen in den Bautzener Stadtteilen Gesundbrunnen und Allendeviertel sowie in Bischofswerda, Wilthen, Neukirch und Sohland heimgesucht hatten. Dort hatten sie Schränke und Schreibtische aufgebrochen, bevor sie sich den Schließfächern für die Sparkassenbücher zuwandten. Vier Wochen danach hielten sich die ungebetenen Besucher in den Filialen Wilthen, Cunewalde und Demitz-Thumitz nicht erst lange mit Schränken auf, sondern wandten sich gleich den Schließfächern zu.

An einen Zufall mag niemand glauben, wenngleich sich die Kreissparkasse Bautzen nicht an Spekulationen beteiligt und auch die Polizei auf die laufenden Ermittlungen verweist. Die bisher noch keine greifbaren Ergebnisse brachten. Fest steht bisher aber dreierlei.

Erstens beschränken sich die Einbrüche auf Filialen der Kreissparkasse Bautzen. Eine Sprecherin der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien erklärt, bisher habe es vergleichbare Fälle nicht gegeben. Auch bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden hat es nach Auskunft einer Sprecherin keine Einbrüche gegeben, ebenso keinerlei Versuche. „Uns sind keine Fälle bekannt“, sagt Pressesprecherin Cosima Ningelgen für den gesamten Ostdeutschen Sparkassenverband.

Zweitens wurden nach bisherigen Erkenntnissen weder Dokumente noch Unterlagen der Sparkasse mitgenommen, ebenso kein Bargeld. Es gab auch keine Versuche, an die Vorräte in den Geldautomaten zu gelangen.

Verlustverfahren eingeleitet

Und drittens kann mit Sparkassenbüchern außer den rechtmäßigen Inhabern niemand etwas anfangen. Sie sind für die Diebe also wertlos, erklärt die Sprecherin der Kreissparkasse Bautzen. Das Kreditinstitut hat vorsorglich alle Sparbücher gesperrt, die auf die Namen von Schließfach-Mietern laufen. Und wer mit einem Sparkassenbuch Geld abheben möchte, muss sich am Schalter ausweisen. Diese gängige Praxis bestätigen auch Sprecher anderer Kreditinstitute. Bisher habe auch noch niemand versucht, mit einem der am Reformationstag gestohlenen Sparkassenbücher Geld abzuheben.

Für diese Bücher wurde sofort ein Verlustverfahren eingeleitet, erklärt die Sprecherin der Kreissparkasse. Dabei wird nach vier Wochen ein neues Sparkassenbuch ausgestellt. Dann können die Kunden wieder auf ihr Erspartes zugreifen. Sparkassenbücher werden bei Verlust ersetzt.

Denkbar, aber bisher nicht zu beweisen ist, dass es die Einbrecher gar nicht auf die Sparkassenbücher abgesehen hatten – sondern in den Schließfächern Bargeld oder andere Wertgegenstände vermuteten. Diese werden aber von der Sparkasse nicht ersetzt. „In den Sparkassenbuch-Schließfächern dürfen ausschließlich Sparkassenbücher aufbewahrt werden“, so die Sprecherin. „Für alle anderen vermissten Gegenstände bleibt nur die Anzeige bei der Polizei.“ Für Bargeld und Wertgegenstände bietet die Sparkasse spezielle Kundensafes an. Bei den Einbrüchen am Reformationstag war auch Bargeld aus Sparkassenbuch-Schließfächern entwendet worden.

Keine Details verraten die Sparkassensprecherinnen auf die Frage, ob die Kreditinstitute nach der Serie von Einbrüchen über erhöhte Sicherheitsmaßnahmen nachdenken. Cosima Ningelgen vom Sparkassenverband bringt das auf einen kurzen Punkt: „Über Sicherheitstipps reden wir nicht – dann wären sie weniger sicher.“

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