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Sparen für das nächste Dach

Die Arbeiten auf dem Kuhstall gehen in die nächste Runde. Doch es gibt noch ein weiteres Sorgenkind.

Von Heike Heisig
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Auch das Kloster Buch wird winterfest gemacht. Obwohl jetzt schon einiges nach Ruhe aussieht, wird am Kuhstall weitergearbeitet (re). Und auch im Abthaus laufen Restaurierungen. Das Dach dort ist bereits erneuert.
Auch das Kloster Buch wird winterfest gemacht. Obwohl jetzt schon einiges nach Ruhe aussieht, wird am Kuhstall weitergearbeitet (re). Und auch im Abthaus laufen Restaurierungen. Das Dach dort ist bereits erneuert. © Lutz Weidler

Leisnig/Klosterbuch. Die Dachziegel sind abgenommen. Planen schützen den Gebäudeteil des ehemaligen Kuhstalls des Klosters Buch, der jetzt eingerüstet ist. Die Neueindeckung geht in die zweite Runde. Nun ist der hintere Teil an der Reihe. Die Nutzung schränkt das nicht ein. Die Gäste des Bauernmarktes am 9. November werden ihre Suppe oder eine andere Stärkung wie gewohnt im Kuhstall genießen können.

Wie im vorderen Bereich des Daches müssen vor der Neueindeckung Arbeiten am Dachstuhl erledigt werden. Damit es in der Zwischenzeit nicht hineinregnet, wurden entsprechende Planen eingezogen. Dass die dichthalten, davon sind die Mitarbeiter des Fördervereins überzeugt. Schon im ersten Bauabschnitt hatten die Planen zuverlässig Wind und Wetter abgehalten. Die Porphyrabdeckungen des Brandgiebels wurden ebenfalls gesichert.

Nach Informationen von Rica Zirnsack, Projektleiterin beim Förderverein, hat es mittlerweile Absprachen zwischen Dachdeckermeister Christopher Benedix und dem Statiker gegeben. „Wie erwartet, müssen einige Balken ausgetauscht werden“, sagt Rica Zirnsack. Sie hofft allerdings, dass die Arbeiten nicht so umfangreich werden müssen wie im vorderen Bereich.

Im Moment sind für die Neueindeckung 99.000 Euro kalkuliert. Davon hat der Freistaat Zuschüsse in Höhe von 72.000 Euro zugesagt. Den Eigenanteil hofft der Förderverein, „zusammenkratzen“ zu können. „Das Veranstaltungsjahr ist gut gelaufen. Wir haben gute Einnahmen bei den Bauernmärkten und beim Erntedankfest erzielt“, so die Projektleiterin. „Wir hoffen, dass die Märkte im November und Dezember noch einmal viele Besucher anziehen.“

Bis auf ein Dach wären dann, wenn der Kuhstall komplett neu eingedeckt sind, alle Dächer des Klosterkomplexes in Ordnung gebracht. „Was noch aussteht, ist das Dach der Krankenkapelle, also der Infirmerie“, sagt Rica Zirnsack. Dieses Gebäude schließt sich an das bereits neu eingedeckte Abthaus an. Damit die Handwerker dort tätig werden können, müsse der Verein aber erst neue Rücklagen bilden. Um bis dahin Schäden zu verhindern, wollen die Förderer versuchen, wenigstens eine Notsicherung in Auftrag geben zu können. Kritisch sei eine Gaube. „Vielleicht kann die zurückgebaut werden. Das soll geprüft werden.“

Weiter im Abt- und Schlafzimmer

Geld braucht der Verein im Moment nicht nur für die Dacharbeiten, sondern knapp 5.000 Euro als Eigenanteil auch für die Arbeiten im Abtzimmer, den benachbarten Schlafraum sowie Restarbeiten auf dem Boden des Abthauses. „Dafür haben wir Zuschüsse bekommen. Zum einen vom Landesamt für Denkmalpflege und zum anderen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sich an der Komplettierung des Abtzimmers mit rund 16.000 Euro beteiligt. Das Landesamt für Denkmalpflege stellt knapp 77.000 Euro zur Verfügung“, erklärt Rica Zirnsack.

Auf dem Boden des Abthauses musste wegen der Dacherneuerung eine gotische Bretterwand ausgebaut und fachgerecht eingelagert werden. Sie kann nun an ihren ursprünglichen Platz zurück. Außerdem soll dort noch die Abtzimmerdecke von oben gesichert werden. Im Abtzimmer ist noch der Fußboden fertigzustellen. Die übrigen Restaurationen konnten schon im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Und auch im Schlafraum des Abtes gibt es noch einiges zu tun. So wird sich Restaurator Thomas Schmidt dort einer Kassettendecke annehmen, die am Ende ein ähnlicher Hingucker werden könnte, wie die schon wieder aufgearbeiteten Teile der Kassettendecke in den Räumen der Gastronomie im Erdgeschoss.

Seit ungefähr einem Jahr stellt der Förderverein das Abthaus der Klosteranlage in den Mittelpunkt einer eigenen Führung. Die sind seitdem zusätzlich zu den regulären Klosterführungen im Angebot. Der Grund: Zu den einzelnen Gebäudeteilen gibt es inzwischen so viele Erkenntnisse und damit so viel zu sagen, dass die Klosterführer die Gäste stundenlang unterhalten können. Deshalb werden einzelne Teile aus der Komplettführung herausgenommen.

Zum Abthaus gibt es viel zu erzählen, so zum Beispiel, warum es der Abt dort in seinem eigenen Wohnbereich viel gemütlicher hatte als die Mönche im großen, zugigen Schlafsaal. Außerdem sind im Abthaus mehrere Museumsräume eingerichtet worden. In einem waren in dieser Saison zum Beispiel wechselnde Fotoausstellungen professioneller Künstler zu sehen.

Hinweis: Für das Kloster Buch gelten ab sofort folgende Winteröffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr sowie zu Veranstaltungen.