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Sparkasse leidet unter der Sparpolitik der Städte

Das Geldinstitut verliert im Wettbewerb um Kredite an Boden. Dennoch kann die Sparkasse ihren Gewinn steigern.

Von Mario Heinke

Deutschland war im vergangenen Jahr die Insel der Glückseligen. Mit diesem eher europäischen Vergleich läutete Sparkassenchef Michael Bräuer die gestrige Bilanzpressekonferenz in der Sparkassen-Arena ein. Von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung, der sinkenden Arbeitslosigkeit und steigenden Einkommen konnte auch das regionale Geldinstitut profitieren. Obwohl die Zinsen niedrig sind, ist die Summe des Geldes, das die Kunden auf Sparkassenkonten lagern, um 89 Millionen Euro gestiegen. Insgesamt verwaltet die Sparkasse somit insgesamt 2,5 Milliarden Euro.

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Doch die solide wirtschaftliche Entwicklung hat ihren Preis und ihre Schattenseiten. Auch das wird anhand der Jahresbilanz der Sparkasse deutlich. Das Geldinstitut hat viel weniger Geld verliehen als im Jahr zuvor. Um 13,2 Prozent ist das Kreditgeschäft somit zurückgegangen.

Sparkassenchef Michael Bräuer nennt dafür zwar einen positiven Grund: „Die erfolgreichen Unternehmen in der Region verfügen inzwischen über mehr Eigenkapital.“ Das heißt im Umkehrschluss: Sie müssen sich weniger Geld leihen, um zu investieren. Weil mehr als die Hälfte der Kredite an Freiberufler und Firmen vergeben werden (55,9 Prozent), mache sich dieser an sich positive Trend in der Bilanz der Sparkasse als negative Zahl bemerkbar.

Einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung haben aber die Städte und Gemeinden, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. Das führt dazu, dass sie sich Geld nicht mehr zu allererst bei der Sparkasse und anderen regionalen Geldinstituten leihen, sondern ihre Kredit-Wünsche öffentlich ausschreiben, um die günstigsten Bedingungen für Zins und Tilgung zu erhalten. Das führe zu einem Preiswettkampf, bei dem sich die Sparkasse dann manchmal fragen müsse, ob sie das Geschäft wegen der niedrigen Zinssätze überhaupt machen wolle, ergänzt Vorstandsmitglied Frank Hensel. Bei den Kommunen kommt noch hinzu, dass sie für den Bau oder die Modernisierung von Brücken, Schulen, Sporthallen oder andere Investitionen zurzeit noch sehr viel Fördergeld bekommen und somit nur einen geringen Eigenanteil aufbringen müssen – auch das wirkt sich auf das Kreditgeschäft der Sparkasse aus. So wird es für die Sparkasse immer schwerer, in ihrem wichtigsten Geschäftsfeld – dem Geldverleihen – gewinnbringend zu arbeiten.

Trotzdem geben sich Bräuer und Hensel optimistisch, dass das Kreditgeschäft wieder anzieht, weil der Immobilienboom anhalte und die Nachfrage nach Baufinanzierungen stetig zunehme. Der Erwerb von Wohneigentum gewinnt als Form der Altersvorsorge auch in der Oberlausitz zunehmend an Bedeutung und hat im Vorjahr 41,5 Prozent des gesamten Kreditgeschäftes ausgemacht. Ein leichter Zuwachs bei den Jugendgirokonten und neu eröffnete Konten von polnischen und tschechischen Bürgern habe zudem dafür gesorgt, dass die Anzahl der Kunden insgesamt stabil geblieben ist, obwohl die Einwohnerzahl im Geschäftsgebiet weiterhin rückläufig ist. Bei den Girokonten halte die Sparkasse einen stabilen Marktanteil von 60 Prozent, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Bräuer, der auch darauf hinwies, dass sein Unternehmen genau so viele Filialen in der Region betreibe wie alle anderen Mitbewerber zusammen. Die flächendeckende Versorgung sei gewährleistet, Filialschließungen stünden derzeit nicht auf der Tagesordnung. Trotz des Rückgangs im Kreditbestand erreichte das Geldinstitut unterm Strich einen Jahresüberschuss von fünf Millionen Euro, das sind etwa 100 000 Euro mehr als 2012. Einen Teil des Geldes legt die Sparkasse zurück, einen Teil schüttet sie an ihre beiden Träger aus. Eine Millionen Euro fließen an den Landkreis und die Stadt Görlitz. Das ist genauso viel wie im Vorjahr. Die Sparkasse hat also solide gewirtschaftet. Auch deshalb konnten 1,4 Millionen Euro an Spenden und Sponsoringgelder fließen. (mit SZ/fs)