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Sparkasse spendet für Distanzsäule

Das Institut übergab gestern 530 Euro an die Stadt Bischofswerda. Die will die Postmeilensäule in diesem Jahr sanieren.

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Von Gabriele Naß

Ein Scheck über 530 Euro wechselte gestern Nachmittag an der Bischofswerdaer Postmeilensäule den Besitzer: Die Leiterin der Kreissparkassen-Filiale Herrmannstraße, Antje Welzel, übergab ihn an Bischofswerdas Oberbürgermeister Andreas Erler. Die Stadt wird das Geld zur Sanierung der Säule einsetzen, die für dieses Jahr geplant ist. – Antje Welzel nannte es „würdig“, den Beitrag von Sparkassenkunden auf diese Weise einer breiten Öffentlichkeit zugute kommen zu lassen. Viele Menschen seien am Zustandekommen der Summe beteiligt, nämlich alle, die zum Preis von 50Cent bei der Kreissparkasse einen Jahreskalender gekauft haben. Die Idee zur Hilfe für das Denkmal ist Sparkassenmitarbeitern bei einer Stadtführung gekommen. „Wir haben gesehen, dass an der Postmeilensäule etwas zu machen ist“, sagte Antje Welzel. – Vertreter des Museums- und Geschichtsvereins Bischofswerda waren dabei, als gestern das Geld übergeben wurde und zeigten sich erfreut. Der stellvertretende Vorsitzende, Gottfried Kretschmar, unterstrich die Bedeutung der Postmeilensäule für Bischofswerda. Sie habe Anschauungs-, „insbesondere aber historischen Wert.“

Weitere Spenden avisiert

Der Museums- und Geschichtsverein erinnerte daran, dass solche Distanzsäulen Anfang des 18. Jahrhunderts nur im Kurfürstentum Sachsen errichtet wurden und uns andere Bundesländer heute darum beneiden. In Bischofswerda gehört das Denkmal neben der Fronfeste zum Ältesten, was der Stadt nach dem Brand 1813 geblieben ist. Eine Sanierung, mahnt der Museums- und Geschichtsverein, sei überfällig. – Das Bauamt hat die Weichen für die Restaurierung gestellt. Ein erstes Gutachten ist angefertigt. Die aktuelle Kostenschätzung von rund 10000 Euro beruht darauf. 3800 Euro stellt die Stadt bereit, 6000 Euro werden über Fördermittel erwartet. Der Leiter des Kulturamtes, Hartmut Schaar, kündigte gestern zudem eine Spende des Bischofswerdaer Münzvereins über 50 Euro an, und auch der Museums- und Geschichtsverein werde die Werbetrommel weiter rühren. Das Bauamt geht auf Grundlage erster Untersuchungen davon aus, dass die Säule in weniger schlechtem Zustand ist, als ihr aktuelles Äußeres glauben macht und die Gelder somit reichen werden.

Die Postmeilensäule für Bischofswerda wurde 1724 an der Bautzener Straße und 1934 an der Bahnhofstraße aufgestellt, nur die Mitte ist noch ursprünglich. Sie gehört zu den 90 in Sachsen erhaltenen Bauwerken dieser Art. „Die Entfernungsangabe von einer Stunde auf der Säule entspricht 4531 Meter, einer sächsischen Halbmeile“, sagt Gottfried Kretschmar.