merken
PLUS Pirna

Bis wann Corona-Modus bei Sparkassen?

Von 40 Filialen im Landkreis waren zeitweise nur zehn offen. Jetzt sind es wieder 25. Bis es alle sind, gibt es eine rollende Alternative.

Wo in Gottleuba draußen Sparkasse dran steht, ist derzeit nur der Geldautomat im Inneren geöffnet.
Wo in Gottleuba draußen Sparkasse dran steht, ist derzeit nur der Geldautomat im Inneren geöffnet. © Norbert Millauer

Viele haben eine Sparkasse oder Bank schon lange nicht mehr von innen gesehen, es sei denn, um Geld am Automaten abzuheben. Immer mehr wird online gemacht, so dass derzeit geschlossene Filialen zumindest einem Teil der Kunden kaum auffallen. Umso mehr jedoch den vorwiegend  Älteren. Und wenn es der fehlende Briefkasten für Überweisungen ist. So ergeht es auch Hermine Kirchner aus Börnersdorf. "Wir vom Land haben es sowieso schon schwierig und dann wird eines nach dem anderen zugemacht", sagt sie mit Blick auf die Sparkassenfiliale in Bad Gottleuba. Die gute Nachricht voran: Es soll keine Schließung für immer sein. Doch das hilft Hermine Kirchner und vielen anderen im Moment wenig. 

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden hat seit Jahren 40 Standorte im Landkreis. Ab 30. März waren es auf einen Corona-Schlag nur noch zehn. Die Selbstbedienungstechnik war und ist an allen Standorten im Einsatz.  Am 27. April kamen zu den zehn fünf weitere Filialen hinzu. Pfingsten wurde das Netz um weitere zehn erweitert. Damit sind nun wieder 25 der 40 Standorte offen. Gottleuba gehört zu denen, die vorerst zu bleiben. 

JABS
JABS – Euer Zukunftsportal
JABS – Euer Zukunftsportal

Auf JABS erfahrt ihr alles, was für eure Zukunft wichtig wird und wie ihr euch am Besten darauf vorbereitet.

Aktuell geöffnete Sparkassen-Filialen:

  • Altenberg
  • Bad Schandau
  • Berggießhübel
  • Dippoldiswalde
  • Heidenau-Nord, Heidenau Real, Heidenau-West
  • Freital-Potschappel und Freital Weißeritzpark
  • Klingenberg
  • Wilsdruff
  • Neustadt
  • Pirna, Gartenstraße
  • Pirna-Sonnenstein
  • Pirna-Copitz
  • Glashütte 
  • Bannewitz
  • Sebnitz
  • Hermsdorf
  • Kreischa
  • Königstein
  • Tharandt 
  • Lohmen
  • Pesterwitz
  • Stolpen

Die nächste Sparkasse befindet sich drei Kilometer entfernt in Berggießhübel. Dort können auch Überweisungen abgegeben werden, sagt Sparkassen-Sprecher Andreas Rieger. Warum aber kann umgekehrt nicht jemand von der Sparkasse nach Gottleuba fahren und dort den entsprechenden Briefkasten leeren? Weil es sich um  sensible Datenträger handelt. "Da niemand in Bad Gottleuba vor Ort ist, kann der Briefkasten nicht regelmäßig geleert  und die Überweisungen von uns nicht im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zeitnah von uns bearbeitet werden. Deshalb und auch um kriminellen Handlungen vorzubeugen, seien die Briefkästen verschlossen. Dafür gibt es den Tipp, Überweisungen gegebenenfalls per Post zu schicken. Aber da könnte jemand Angst haben, dass die Sendung verloren geht.

Zusätzliche Routen und Haltepunkte

Eine weitere Lösung ist der Sparkassenbus. Der steuert wöchentlich fast 70 Haltepunkte im Landkreis an. Darunter auch Börnersdorf, Döbra, Waltersdorf, Breitenau, Hellendorf und Markersbach.  Einige Routen wurden neu aufgenommen, so zum Beispiel die Mittwochs-Runde mit Halt in Rosenthal, Bielatal, Langenhennersdorf und Rathen. Dafür muss man dann aber auch die Zeit abpassen, in der der Bus da ist. Hermine Kirchner müsste sich mittwochs 11.15 bis 12 Uhr freihalten. 

Bürgermeister Christian Walter (parteilos) bedauert zwar, dass die Gottleubaer Sparkasse noch immer zu ist, ist aber gleichzeitig froh, dass die Filiale in Berggießhübel geöffnet hat und die Sparkasse damit ihre Dienstleistungen im Kurort und den umliegenden Orte weiter anbietet. Trotzdem hofft auch Walter bald auf einen Normalbetrieb.

Schließung ermöglicht Öffnung

Wann der wieder beginnt, kann Rieger noch nicht sagen. Die derzeitige Struktur mit den Schließungen gilt bis September, Oktober. "Dann schauen wir, wie sich das Thema Corona weiter entwickelt." Natürlich hofft auch Rieger, dass die Pandemie weiter rückläufig ist und weitere Schritte zur Normalität folgen. "Doch noch ist die Gefahr nicht ganz gebannt und gerade aktuelle Ereignisse zeigen uns, wie zerbrechlich die Vorstellung sein kann, dass jetzt wieder alles beim alten ist." Die Schließung einer Filiale ermöglicht gleichzeitig die sichere Aufrechterhaltung der anderen. Die Erklärung ist das Splitten von Teams, so dass im Falle einer Infizierung nicht alle in Quarantäne müssen. Nach diesem Prinzip wird auch anderswo gearbeitet. 

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna