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Sparsamer „Dackelbus“ geht auf Testfahrt

Umwelt. Der erste serienmäßige Hybrid-Bus Europas wird ab Januar in Dresden eingesetzt.

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Von Stefan Rössel

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) machen wieder einmal Geschichte. Ab Januar setzen sie nach eigenen Angaben als erste in Europa einen serienmäßigen Linienbus mit Hybridantrieb ein. Es handelt sich um einen Gelenkbus vom Typ Urbino 18, ein „Dackelbus“ des polnischen Herstellers Solaris. Gestern wurde er in Dresden vorgestellt. Ab heute wird er Fachleuten in Deutschland präsentiert.

Das Fahrzeug verfügt über einen Diesel- und zwei Elektromotoren. Sie laufen parallel, sodass der Elektroantrieb den Dieselmotor entlastet und so den Kraftstoffverbrauch senkt. Bei Bergabfahrten wird der Bus durch einen Generator gebremst, der die Batterien wieder auflädt. Solaris kauft den in den USA schon erprobten Hybridantrieb von der Firma Allison, einer General-Motors-Tochter.

DVB-Vorstand Reiner Zieschank begründete die Anschaffung mit dem Ziel, den Schadstoffausstoß zu senken und Kraftstoff zu sparen. Der Diesel-Verbrauch – zurzeit über 50 Liter pro 100 Kilometer – wird laut Hersteller um 20 bis 43 Prozent gesenkt. Es würden 10 bis 39 Prozent weniger Stickoxide und 51 bis 97 Prozent weniger Feinstaub ausgestoßen. Trotz des hohen Anschaffungspreises von 400 000 Euro werde erwartet, dass sich die Mehrkosten von 125 000 Euro nach acht bis zehn Jahren bezahlt machen.

Ein Jahr lang wird der Bus im normalen Fahrbetrieb mit wissenschaftlicher Begleitung getestet. Dazu soll er auf den Linien 61, 82 und 94 mit jeweils unterschiedlichen Profilen eingesetzt werden. Dabei wird geprüft, ob die Einsparungen tatsächlich erzielt werden.