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Sparstrumpf schrumpft

Vom lieben Geld hat man meist zu wenig. Wenn größere Investitionen wie ein neues Auto anstehen, muss oft das lang gehütete Sparbuch dran glauben. Was viele von zu Hause kennen, geht den meisten Kommunen nicht anders.

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Von Iris Hellmann

Vom lieben Geld hat man meist zu wenig. Wenn größere Investitionen wie ein neues Auto anstehen, muss oft das lang gehütete Sparbuch dran glauben. Was viele von zu Hause kennen, geht den meisten Kommunen nicht anders. So auch in Großröhrsdorf, wo im kommenden Jahr der Sparstrumpf der Stadt ziemlich arg gebeutelt werden wird, um anstehende Projekte zu finanzieren.

Volumen 11,7 Millionen Euro

Auf der Stadtratssitzung am Montagabend wurde der Haushaltsentwurf für das kommende Jahren in erster Lesung erläutert und beraten. Das Gesamtvolumen beträgt 11,7 Millionen Euro. „Damit sind wir an den Grenzen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit“, sagte Bürgermeisterin Kerstin Ternes (parteilos). Wegen der großen anstehenden Investitionen für 2007, allen voran dem weiteren Umbau der Praßerschule, habe so mancher anderer Wunsch zurückgestellt werden müssen, zum Beispiel die weitere Sanierung des Kindergartens Kleinröhrsdorf. Zudem schlagen Mehrkosten, die durch Planungsfehler für den Umbau Praßerschule entstanden sind, auf die Haushaltskasse durch: Nach Auskunft von Kämmerin Ines Wucht runde 600 000 Euro. Hier bestehe aber noch Hoffnung, dass die Stadt nicht komplett auf den Kosten sitzen bleibt. „Es laufen Gespräche“, so Bürgermeisterin Ternes.

Das Gesamtvolumen des Haushalts 2007 ist mit den 11,7 Millionen Euro größer als in den vergangenen Jahren. Nach Auskunft von Kämmerin Ines Wucht betrug es 2005 rund 9,5 Millionen Euro, 2006 waren es 10,2 Millionen gewesen. Doch auf die Stadt warten im kommenden Jahr eben auch einige Großinvestitionen: Der Umbau der Praßerschule, die weitere Erschließung des Gewerbegebiets sowie ein neues Feuerwehrgerätehaus. Dafür wird der Sparstrumpf der Stadt, die sogenannte Rücklage, geschröpft. 1,5 Millionen Euro sollen daraus entnommen werden: Dann würden nur noch 123 000 Euro übrig bleiben. „Wir unterschreiten damit die Mindestanforderung an eine Rücklage geringfügig um etwa 20 000 Euro“, erklärte Kämmerin Ines Wucht. Dieses Vorgehen sei mit den entsprechenden übergeordneten Stellen abgestimmt. Dennoch hakten die Stadträte besonders bei diesem Punkt nach. Da habe man doch ein wenig Bauchschmerzen, sagte CDU-Fraktionschef Dietrich Krause und bat um eine Prüfung. „Auch wir denken, dass es möglich ist, die 20000 Euro noch an anderer Stelle ‚herauszuquälen‘“, pflichtete ihm Holger Preische (SPD) bei.

Lob gab es für die Ausgeglichenheit des Haushaltsentwurfs. Immerhin würden alle diese bevorstehenden großen Maßnahmen ohne eine Kreditaufnahme gestemmt, so Dietrich Krause. Helfried Oswald (FDP) mahnte an, dass man bei den Fördergeldern „dranbleiben“ solle. Für die Kosten des Feuerwehrgerätehaus-Baus sind erst einmal 50 Prozent Fördermittel eingeplant. Möglicherweise komme auch eine 75-prozentige Förderung, erklärte Ines Wucht.

Bis einschließlich Mittwoch, den 1. November, können Bürger den Haushaltsentwurf sowie die Wirtschaftspläne für die Eigenbetriebe „Abwasser“, „Wohnungswirtschaft“ und „Massenei-Bad“ in der Kämmerei einsehen. Weitere sieben Tage lang haben Einwohner und Abgabe die Möglichkeit, gegen den Plan Einwendungen zu erheben.