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Spaß auf der Rehefelder Naturrodelbahn

Rodelhänge gibt es im Osterzgebirge viele, doch der Altenberger Ortsteil Rehefeld hat für die Schlittenfahrt einen Geheimtipp zu bieten. Hier geht es auf 1100 Metern Länge den Berg hinab. Schon allein das ist rekordverdächtig.

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Von Egbert Kamprath

Rodelhänge gibt es im Osterzgebirge viele, doch der Altenberger Ortsteil Rehefeld hat für die Schlittenfahrt einen Geheimtipp zu bieten. Hier geht es auf 1100 Metern Länge den Berg hinab. Schon allein das ist rekordverdächtig. Es handelt sich um die letzte Naturrodelbahn der Region, die noch in Betrieb ist. Die meisten, wie bei Oberbärenburg oder Geising, sind inzwischen zugewachsen. Hauptgrund, warum die Rehefelder Anlage noch genutzt wird, ist der Sessellift, der inzwischen schon seit 20 Jahren besteht. Damit können nicht nur die Ski- und Snowboardfahrer auf den Berg transportiert werden, sondern auch Rodler. Die Schlitten werden einfach an der Seite der Gondel eingehängt. Das anstrengende Laufen entfällt dabei. Oben angekommen, erwartet die Rodler eine rasante Abfahrt, bei der ein Höhenunterschied von 130 Metern überwunden wird.

Außerdem gibt es zehn Kurven. Wie Betriebsstellenleiter Herbert Wolfram erzählt, gibt es die Rodelbahn seit 61 Jahren. Sie wurde ursprünglich gebaut, damit die Urlauber, die bislang oft auf öffentlichen Straßen rodelten, abseits des Verkehrs ungefährdet Spaß im Schnee hatten. Mit der Zeit entdeckten auch die Sportler die Bahn für sich, die Austragungsort für Kreis- und Bezirksmeisterschaften wurde. 1965 fand hier sogar die DDR-Meisterschaft im Rennrodeln statt. Dafür wurde die Strecke entsprechend umgebaut. Nach 1966 sorgten allerdings mehrere schneearme Winter dafür, dass die Naturrodelbahn in Vergessenheit geriet. Erst der Bau des Sessellifts 1992 sorgte für eine Wiederbelebung.

Spezieller Schlitten

Fünf bis zehn Minuten dauert eine Fahrt ins Tal. Herbert Wolfram empfiehlt dabei, sich am Lift einen der Rennrodelschlitten auszuleihen. Die Sportgeräte sind durch die breite Kufenform und die niedrige Bodenfreiheit speziell für die Rehefelder Bahn ausgelegt und besser lenkbar, als ein normaler Schlitten, mit dem es natürlich auch geht. Im Verleih gibt es 15 Einzel- und 15 Doppelschlitten. Der Liftwart empfiehlt dabei, dass Kinder bis sieben Jahre in Begleitung eines Erwachsenen rodeln. „Etwas anspruchsvoll ist die Strecke schon“, sagt er dazu. Jetzt in der Schulzeit läuft der Rehefelder Sessellift allerdings nur am Wochenende. Der Betrieb lohnt sich in der Woche wegen der geringen Gästezahlen nicht. Ab den Ferien ist dann täglich geöffnet. Wenn trotzdem jemand die Naturrodelbahn hinuntersausen will, ist das kein Problem. Die Strecke ist nicht abgesperrt. Allerdings muss man dann den Berg hinauf laufen.

Nach Rehefeld gelangt man entweder über Altenberg, über Schmiedeberg und Seyde oder über die Kammstraße von Hermsdorf aus. Parkplätze sind ausreichend vorhanden und bei geöffnetem Lift gibt es an der Talstation auch eine Imbissversorgung.