SZ +
Merken

Spaß statt bissiger Satire

Die SZ sprach mit Museums-Chefin Maritta Prätzel (Foto). Im Vergleich zum Theaterstück aus dem Vorjahr erscheint die Inszenierung diesmal ziemlich brav. Wahrscheinlich haben wir die Riesaer Probleme letztes Jahr etwas zu ernst betrachtet.

Teilen
Folgen

Die SZ sprach mit Museums-Chefin Maritta Prätzel (Foto).

Im Vergleich zum Theaterstück aus dem Vorjahr erscheint die Inszenierung diesmal ziemlich brav.

Wahrscheinlich haben wir die Riesaer Probleme letztes Jahr etwas zu ernst betrachtet. Unsere Gäste wollen beim Museumsball ihren Spaß haben, und da kommt bissige Satire nicht so gut an. Deshalb wollten wir das Stück diesmal massenkompatibler in Szene setzen.

Die pikierten Reaktionen haben also Wirkung gezeigt?

Ja sicher, wir waren letzten Herbst überrascht und auch ein bisschen schockiert von der heftigen Kritik. Wir waren doch nicht auf Konfrontation aus. Unsere Theatergruppe ging mit der Überzeugung in den Auftritt, das sei das Beste, was wir je gemacht haben, und dann folgte der öffentliche Verriss. Aber man muss der Wahrheit halber hinzufügen, dass das Stück bei der zweiten Veranstaltung am Dienstag von den Gästen frenetisch gefeiert wurde.

Man hat fast den Eindruck, als ob es in Riesa so etwas wie den Tatbestand der Majestätsbeleidigung gibt.

Es ist ja nicht so, dass wir diesmal keine satirischen Spitzen in die Texte gepackt hätten. Aber unsere Alten sind eben ein bisschen senil, denen kann man die Gags nicht wirklich übel nehmen.

Manfred Müller