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Spaßgolf zwischen Erntemaschinen

Der Wildtierpark in Thräna hat eine neue Art des Golfens im Angebot. Das ist so spaßig, dass die Anlage Kandidatin für den Innovationspreis des Kreises ist.

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Von Bernhard Donke

Leicht liegt der Schläger in der Hand. Jeder Muskel im Körper wird angespannt. Der Blick ruht auf einem grünen Ball. Hinten ist ein Loch in einer lichtblauen Schüssel hinter der historisch aber aufwendig aufgearbeiteten Kartoffelschleuder zu sehen. Da muss er also rein, der etwas große Golfball mit dem etwas groß geratenen Schläger.

Das ist Gaudi-Golf. Und die Idee im Thränaer Wildtiergehege und Freizeitcamp von Joachim und Marlies Mitschke ist so gut, dass sie Kandidatin für den Innovationspreis ist. Was daran fasziniert, ist die Leichtigkeit. Es ist entspannend und auch leicht zu spielen – das hat auch der SZ-Test ergeben. Noch schöner wird es, wenn der Rasen grün ist und die Sonne wärmer vom Himmel scheint. Das wird mit der Saisoneröffnung am 30. März der Fall sein.

Die Anlage ist 2013 aufgebaut worden, um Stammgästen und Touristen ein neues Freizeitangebot zu bieten. Deshalb hat schon mancher Gast hier den Schläger geschwungen und den Ball eingelocht. Gaudi-Golf ist eine Kombination aus Golf und Minigolf, wird auf Rasen gespielt, kennt aber keine vorgegebenen Bahnen wie beim Minigolf. Die Hindernisse bestehen aus ausgedienten landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten. Hinweistafeln geben Auskunft darüber, wofür das Gerät einst in der Landwirtschaft genutzt wurde. Damit sind Sport und Wissensvermittlung wunderbar kombiniert. Schläger gibt es verschiedene – fast wie beim echten Golfsport. Beim Ball bleibt es aber immer bei 18 Zentimetern Durchmesser. Zurzeit hat die Anlage 14 Löcher. Sie soll aber bis zum Saisonbeginn auf 18 Löcher erweitert werden.

Rund um den Platz tut sich noch mehr. So ist eine Sitz- und Grillmöglichkeit mit Pavillon für 40 Personen in Arbeit. Diese können Schulklassen im Projektunterricht oder eine Seniorengruppe beim Kaffeeausflug nutzen. Künftig soll das Spiel Bestandteil von Pauschalangeboten für die Freizeitanlage werden. „Wir wollen damit alle Altersgruppen ansprechen, Spaß zu haben“, sagt Joachim Mitschke. Joachim und Marlies Mitschke haben mit dieser Idee durchaus Chancen auf den „Innovationspreis Tourismus 2014“ – aber die Entscheidung der Juroren steht natürlich noch aus.

Der Innovationspreis wird durch die Touristische Gebietsgemeinschaft Naturpark Zittauer Gebirge und die Europastadt Görlitz/Zgorzelec vergeben. Verliehen wird der Preis am 26. März in Löbau.