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Sebnitz

Spatenstich bei Rewe in Neustadt

Nach einer langen Vorbereitungszeit startet das Großprojekt. Widerstände gab es von den verschiedensten Seiten, doch jetzt beginnt der Bau. Und wann ist Eröffnung?

Spatenstich für das neue Rewe-Einkaufscenter in Neustadt: Rene Gollasch von Hoch-und Tiefbau Luckau, Bürgermeister Peter Mühle, Torsten Lanz, Projektleiter von Saller (v.l.n.r.)
Spatenstich für das neue Rewe-Einkaufscenter in Neustadt: Rene Gollasch von Hoch-und Tiefbau Luckau, Bürgermeister Peter Mühle, Torsten Lanz, Projektleiter von Saller (v.l.n.r.) © Steffen Unger

Mit dem neuen Rewe-Einkaufszentrum zwischen Dresdner Straße und Wilhelm-Kaulisch-Straße schreibt Neustadt ein Stück Baugeschichte mit. Denn dem Spatenstich am Montag gingen sage und schreibe acht Jahre Planungszeit voraus. Das ist selbst für einen erfahrenen Projektentwickler wie Andreas Barth von der Atlas Bau GmbH Weimar, welche zur Saller Group gehört und den Markt baut, außergewöhnlich. 

 "Ich habe bis vor einem halben Jahr nicht geglaubt, dass es diesen Tag einmal geben wird. Das man heute acht Jahre für den Bau eines Einkaufszentrums braucht, ist ein Unding", sagt er. Aber es entspreche durchaus dem Trend in Deutschland, dass Planungsprozesse immer schwieriger und komplizierter werden. Über 50 Mal war er deshalb in der ganzen Zeit in Neustadt, um die Pläne nach Anforderungen von Landratsamt und Landesdirektion weiter zu überarbeiten. Im vergangenen Jahr musste der Plan ein viertes Mal angepasst werden. So etwas hätte er in seinen 27 Jahren als Projektentwickler noch nie erlebt. Um so freudiger war für ihn der Montag, als er mit allen Beteiligten auf ein gutes Gelingen des Bauwerkes anstoßen konnte.

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Zu große Konkurrenz

Das Projekt selbst war in Neustadt und Umgebung sowie Behörden nicht unumstritten. Mit ursprünglich 3.500 Quadratmetern geplanter Verkaufsfläche überschreite es den Charakter als sogenannter Nahversorger, hieß es unter anderem in einer Stellungnahme der Landesdirektion. Die Industrie- und Handelskammer Dresden störte sich ebenfalls an der Größe. Sie hatte um eine deutliche Verkleinerung der Verkaufsfläche für den geplanten Lebensmittelmarkt gebeten. Die IHK befürchtete, dass umliegende Geschäfte durch den neuen Einkaufsmarkt Einbußen erleiden.

 Auch die Stadt Sebnitz sah den geplanten Einzelhandelsstandort in Neustadt äußerst kritisch. In Sebnitz befürchtete man negative Auswirkungen auf die eigene Einzelhandelsstruktur in Sebnitz. Die Stadt Stolpen hatte ebenfalls Einwände zum Bebauungsplan erhoben, da es nach Meinung der Kommune bereits genügend Einzelhandelsstandorte im Stadtgebiet von Neustadt, Hohnstein und Stolpen gibt. Ein weiterer wäre nicht von Nöten, heißt es in der Begründung. Gegenwind gab es auch von den Supermarktkonzernen Kaufland und Lidl, die in Neustadt mit Filialen vertreten sind. Beide Unternehmen hatten bezüglich der Konkurrenz zu ihren eigenen Geschäften Bedenken geäußert. Und nicht zuletzt befürchteten vor allem auch einige Neustädter, dass die Struktur in der Innenstadt weiter ausgedünnt und der Verkehr an dem Standort zunehmen wird. Dazu kommen die Befürchtungen im Wohngebiet Gorki-, Heine-, Engels-Straße über den Niedergang des gesellschaftlichen Lebens. Immerhin ist ein Einkaufsmarkt auch ein Ort für soziale Kontakte. Von Anfang an stand aber fest, baut Rewe neu, wird der alte Standort aufgegeben.

Doch nun wurde mit einem Glas Sekt und dem traditionellen Spatenstich der Baustart gefeiert. Der neue Markt wird eine Nutzfläche von 2.360 Quadratmetern haben. Neben dem Lebensmittelmarkt wird auch der Textil-Markt Kik mit einer Gesamtnutzfläche von 515 Quadratmetern vom jetzigen Standort mit umziehen. Zudem wird eine Nutzungseinheit mit einer Fläche von 370 Quadratmetern errichtet. Die wird allerdings in nächster Zeit noch leer stehen.

Die Saller Unternehmensgruppe investiert in das Neustädter Projekt etwa 5,5 Millionen Euro. Hinzu kommt der Um- und Rückbau des jetzigen Nahversorgungsstandortes an der Maxim-Gorki-Straße. Dieser wurde einst vom gleichen Unternehmen errichtet und war einer der ersten dieser Art. Der Plan ist, dort einiges umzubauen und auch abzureißen. Erst ab 2021 könne man weitere Angaben über die künftige Nutzung geben, sagt Andreas Barth. Bürgermeister Peter Mühle (NfN)  versicherte, das Stadt und Unternehmen sich dafür einsetzen, dass  am alten Standort weiter Nahversorgung stattfindet. Es gebe einige Optionen über die erst jetzt noch nicht sprechen wolle.

Bevor man von den Hochbauten einiges sehen wird, vergehen noch einige Monate. Das liegt unter anderem am instabilen Baugrund. Einst befand sich hier das Klärwerk der Stadt Neustadt. Der Baugrund muss nun in den nächsten Monaten verbessert werden. Ab Mitte des Jahres 2020 soll dann der Hochbau starten. Geht alles gut, rechnet Andreas Barth mit einer Eröffnung des Marktes in etwa einem Jahr.

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