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„Spatzennest“-Kinder planen Nutzgarten

Henry, Luca und Sebastian haben genaue Vorstellungen, wo Beete im sind, was dort wachsen und wie das Natur- und Spielhaus aussehen soll.

© Foto: Sabine Larbig

Von Sabine Larbig

Sagar. Stolz präsentieren Sagars Hortkinder ihre gezeichneten Ideen: Henry etwa plant einen Zaun und ein Beet mit Pfefferminze. „Der Zaun ist zum Schutz und die Minze zum Trocknen für Tee“, begründet er. Luca hat beim Naturhaus an Schränke für Bücher über Natur, Gartenpflege und Pflanzen und ein Guckfenster gedacht. Sebastians Bild zeigt Wege zu den Beeten und einen Komposthaufen. „Der Haufen ist für Unkraut und Abfälle vorgesehen, und die Wege sind da, damit wir zum Gießen an die Beete kommen.“

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Vater, Mutter und Kinder
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Normalerweise hängen ihre Bilder mit denen von vielen anderen Kindern an den Wänden im Flur der Kita „Spatzennest“ in Sagar, wo auch Hortkinder betreut werden.

In der Kita neben der Grundschule soll ein Nutzgarten mit Natur- und Spielhaus entstehen. Den gibt es bisher nicht. Das vorhandene Gartenhaus ist kaputt und unbrauchbar. Doch in der Kita mit 126 Plätzen für Kinder von null bis zehn Jahren soll künftig selbst Obst und Gemüse angebaut, geerntet und verwertet werden. Natürlich mit Beteiligung der Kinder.

Noch existieren vom Projekt nur Ideen, Skizzen und ein von Eltern der Schulanfänger finanziertes Hochbeet. Doch schon Anfang August startet die Gartenplanung. Dann treffen sich Vertreter der Kita, des Fördervereins, des Trägers und regionaler Firmen zu näheren Absprachen. Ziel ist es, ab Herbst mit Aufbau und Anlage des Gartens zu beginnen, um 2020 erstmals etwas ernten zu können.

Für ihr Vorhaben erhielt die Kita „Spatzennest“ in Sagar 2 000 Euro Startkapital aus dem Sächsischen Mitmachfonds. „Wir haben vom Fonds in der Tagespresse gelesen und gesagt: Da machen wir mit! Mit unserem Projekt «Gesunde Ernährung kommt nicht aus der Plastetüte – ab jetzt bauen wir Gemüse und Obst selbst an!» unter den Gewinnern zu sein, freut uns sehr“, erzählt Christina Klingner, stellvertretende Kita-Leiterin. Investiert wird das Geld vorrangig in das Natur- und Spielhaus. In dem soll Spielen, beispielsweise in der Matschküche, möglich sein. „Aber hier soll auch Platz für das Umtopfen von Pflanzen, für Gartenzubehör, zum Überwintern von Pflanzen sein“, so Klingner. Vor allem wünschen sich Kinder, Eltern und Erzieher aber ein etwas ausgefallenes Holzhaus, weshalb sie bereits Kontakt zu Firmen in Einsiedel und Weißkeißel aufgenommen haben.

„Weil das Geld dafür natürlich nicht reicht, haben wir bereits einen Aufruf an die Eltern gestartet, uns mit Eigenleistungen zu unterstützen. Auch der Förderverein engagiert sich für das Projekt, und wir hoffen auf tatkräftige Unterstützung durch Großeltern oder Firmen, die uns von Abriss des alten Gartenhauses über Bodenvorbereitung bis Gartenanlage, Anschaffung von Pflanzen und Gerätschaften oder auch Geldspenden unterstützen.“

Allen Beteiligten ist klar, dass der Nutzgarten nur schrittweise entstehen kann. Aber das Projekt soll ja langlebig und nachhaltig sein. Eine schrittweise Entwicklung ist daher gewollt und nicht hinderlich.

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