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SPD: kein Sachsen-Bonus für Ahrens

Bautzens Oberbürgermeister erntet bisher weder Beifall noch Ablehnung. Im Erzgebirge geriet eine Sozialdemokratin jetzt in Verwechslungsgefahr.

Bautzens OB Alexander Ahrens will gemeinsam mit Simone Lange, der Flensburger Oberbürgermeisterin, die SPD auf Bundesebene führen.
Bautzens OB Alexander Ahrens will gemeinsam mit Simone Lange, der Flensburger Oberbürgermeisterin, die SPD auf Bundesebene führen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. „Wer soll’s werden?“, fragt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands auf ihrer Internetseite. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte sucht die SPD eine Doppelspitze aus Frau und Mann. Bisher haben drei Duos öffentlich erklärt, Deutschlands älteste Partei führen zu wollen – darunter seit vergangenem Freitag die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens.

Vom Bautzener SPD-Kreisvorstand bekam die gemeinsame Kandidatur der beiden Stadtoberhäupter sofort Zustimmung. Doch jenseits der Kreisgrenze fällt das Echo sehr verhalten aus. Die Devise in den sächsischen SPD-Kreisverbänden und Unterbezirken lautet eher: Abwarten, wer sich sonst noch so bewirbt. Einen Sachsen-Bonus bekommt der in Westberlin geborene Ahrens jedenfalls nicht.

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So bezeichnet der Dresdener SPD-Stadtvorsitzende Richard Kaniewski den Bautzener Rathauschef zwar als „engagierten Sozialdemokraten“. Aber ein klares Bekenntnis zur Doppelspitze Lange/Ahrens vermeidet er. Stattdessen nennt er es „eine gute und wichtige Entscheidung, dass diesmal alle Mitglieder über die Besetzung der Parteispitze abstimmen dürfen. Auch das offene Bewerbungsverfahren begrüßen wir sehr. Am Ende entscheiden unsere Mitglieder für sich selbst, wen sie für die richtige Wahl halten.“ Die SPD Dresden werde nach dem Ende der Bewerbungsfrist beraten, wie sie die inhaltlichen und strategischen Vorstellungen der Kandidaten sieht. „Aus unserer Sicht sind dabei inhaltliche Positionen, politische und regionale Verortung sowie die Vorstellungen für die künftige Neuaufstellung der SPD ausschlaggebend.“

Bewerberfrist endet am 1. September

Einige Kreisverbände und Unterbezirke wollten sich am Montag überhaupt noch nicht zur Kandidatur von Simone Lange und Alexander Ahrens äußern. Die fünf westsächsischen SPD-Unterbezirke Chemnitz, Erzgebirge, Mittelsachsen, Vogtland und Zwickau möchten sich noch nicht festlegen, ob sie das Duo Lange/Ahrens oder andere Kandidaten unterstützen. Laut Regionalgeschäftsführerin Sabine Sieble verfolgt die SPD-Basis zunächst den „Ideenwettbewerb unterschiedlicher Kandidatinnen und Kandidaten um die Zukunft der Sozialdemokratie“. 

Die SPD Sachsen werde in einer Landesvorstandssitzung bis Anfang September entscheiden, wen sie mit einer Nominierung unterstützt. Am 1. September endet die Bewerberfrist. „Wir begrüßen es besonders, wenn sich erfahrene und erfolgreiche Oberbürgermeister in die Bundespolitik einbringen, denn sie sind besonders nah an den Problemen der Menschen“, erklärt Sabine Sieble. Das lässt sich auch als Aufforderung an weitere Rathauschefs mit SPD-Buch verstehen, ebenfalls ihren Hut in den Ring zu werfen.

Bekannt sind außer der Bewerbung von Lange/Ahrens auch die Kandidaturen von Europa-Staatsminister Michael Roth und der ehemaligen nordrhein-westfälischen Familienministerin Christina Kampmann sowie der Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer. Der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, kündigte seine Kandidatur in der „Welt“ an. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil lässt seine Entscheidung noch offen.

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Unterdessen sorgt ein Buchstabe für Verwechslungsgefahr im Erzgebirge. Der dortige Unterbezirk legt Wert auf die Feststellung, dass sich Landtagskandidatin Simone Lang nicht für den SPD-Vorsitz bewirbt – im Gegensatz zu ihrer Fast-Namensvetterin aus Flensburg mit e am Ende.

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