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Meißen

"SPD hat nichts gekapert"

Der Meißner SPD-Landtagsabgeordnete Frank Richter äußert sich zur Kritik am Literaturfest Online und verteidigt die Idee. Sie sei auch Werbung für Meißen.

Berichtet von ganz unterschiedlicher Resonanz auf das Literaturfest Online, bei dem bekannte Autoren im Internet lesen.
Berichtet von ganz unterschiedlicher Resonanz auf das Literaturfest Online, bei dem bekannte Autoren im Internet lesen. © Ronald Bonß (Archiv)

Herr Richter, welche Resonanz haben Sie auf Ihr Angebot im Internet erhalten?

Die Resonanz reicht von einem einfachen „Danke“ über spontane Bereit-schaftserklärungen, im Rahmen des Formates selber vorzulesen bis hin zu heftiger Kritik. In den schriftlichen Rückmeldungen, die mich erreicht haben, werden speziell die Auswahl der Autoren und Qualität der Performance hervorgehoben.

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Wie nehmen die Lesenden selbst diese Herausforderung an, quasi ins Leere zu lesen?

Wie man aus der Liste der Lesenden entnehmen kann, handelt es sich um Personen des öffentlichen Lebens, für die die Arbeit mit der Kamera nicht ungewöhnlich ist. Manchem merkt man aber auch ein wenig die Traurigkeit an, nicht auf einer richtigen Bühne vor live anwesenden Menschen auftreten zu können. Alle, die angesprochen wurden, haben umgehend zugesagt. Und: alle kannten das Literaturfest Meißen.

Haben sich bereits neue Programmpunkte ergeben?

Es können weitere Videos produziert werden, wenn weitere Spenden eingehen. Diese dienen ausschließlich der Finanzierung der Produktion, die ja in einer guten Qualität erfolgen muss. Schließlich geht es auch um Werbung für Meißen. Die Vorlesenden bekommen kein Honorar und haben auch keines verlangt.

Kommen Spenden an?

Ja. Auch dazu kann man nur Danke sagen.

Warum läuft der Kanal nicht über die offizielle Präsenz des Literaturfestes?

Für eine vergleichbare Produktion für die online-Präsenz des Veranstalters fehlten, so teilte mir Daniel Bahrmann vom Kulturverein mit, aktuell die technischen und personellen Kapazitäten. Er fand das Projekt gut und hat es willkommen geheißen. Er verstand es nicht als Konkurrenz, sondern als Unterstützung. Und genau als solche ist es gedacht. Wenn das Literaturfest endlich wieder offline stattfinden kann, werden die SPD und auch ich es wieder – wenn gewünscht – wie in den vergangenen Jahren unterstützen.

Was antworten Sie auf den Vorwurf von FDP-Stadtrat Martin Bahrmann, die SPD habe das Literaturfest „gekapert“?

Die SPD hat meine Idee aufgegriffen und sich zu eigen gemacht. Sie hat nichts gekapert, sondern einen Beitrag dazu geleistet, dass Meißen auch in Corona-Zeiten auf vorgelesene Literatur nicht verzichten muss. Das machen andere Institutionen auch, warum nicht auch die SPD? Und weil man Videos dank des Internets weltweit anschauen kann, ist es auch noch Werbung für unsere Stadt.

Die Fragen stellte Peter Anderson.

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