merken
PLUS Meißen

Erinnerung an KZ-Opfer

In dem Nossener Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg sind 87 Gefangene gestorben. Die Gedenkstätte wird nun gepflegt.

Die Grab- und Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Nossen-Zellwald auf dem Nossener Friedhof ist wieder gepflegt.
Die Grab- und Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Nossen-Zellwald auf dem Nossener Friedhof ist wieder gepflegt. © Christian Bartusch

Nossen. Mehrfach haben Bürger in der Stadtratssitzung in Nossen das trostlose Bild der Grab- und Gedenkstätte für die Opfer des Konzentrationslagers Nossen-Zellwald auf dem Nossener Friedhof beklagt. Nun hat der SPD-Ortsverein in seinem diesjährigen Arbeitseinsatz die Pflege der Anlage übernommen. „Zwei Dürresommer hatten der Bepflanzung teilweise stark zugesetzt“, beschrieb der Nossener SPD-Stadtrat Christian Bartusch den Zustand der Gedenkstätte. Abgestorbene Koniferen wurden durch Rosen ersetzt, Sträucher verschnitten und Pelargonien in der Mitte der Anlage gepflanzt. Zudem schmückt eine kleine Pflanzschale den Stein für die 87 Opfer.

Ende Oktober 1944 wurde in der ehemaligen Klostermühle ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg eingerichtet. Die Häftlinge lebten die ersten Monate unter menschenunwürdigen Bedingungen im Keller des alten Gebäudes, in dem kurz zuvor die Rüstungsfabrik des Luftwaffentestpiloten Erich Warsitz eingerichtet wurde. Sie wurden zur Munitionshülsenfertigung eingesetzt, mussten in Roßwein Flugzeug- und V-Waffenteile für die Luftwaffe herstellen und außerhalb der Stadt am Talbad ein Barackenlager aufbauen.

Elbgalerie Riesa
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie
Gesicherte Nahversorgung in der Elbgalerie

Die Apotheke, Drogerie und der Lebensmittelhandel haben in der Elbgalerie weiterhin für Sie geöffnet und freuen sich auf Ihren Besuch.

Die Mehrheit der KZ-Häftlinge in Nossen waren sowjetische und polnische Kriegsgefangene. Etwa 100 jüdische Ungarn waren interniert. Rund jeder sechste Gefangene kam ums Leben. „Es ist beklemmend, dass in so kurzer Zeit rund 100 Menschen zu Tode gequält wurden. Diese Geschichte hält uns die Folgen vor Augen, die sich auf kurz oder lang aus der Missachtung der Menschenrechte ergeben”, bemerkte die SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich aus dem Klipphausener Ortsteil Gauernitz. Die SPD wird nun dauerhaft die Pflege der Anlage übernehmen, teilte Bartusch mit. (ub)

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Meißen