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SPDfordertOstrowskisRücktritt

Die populäre Stadträtin wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe und erwägt eine Kandidatur als Oberbürgermeisterin.

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Von Thilo Alexe

Die Maklertätigkeiten von Christine Ostrowski sorgen weiter für Wirbel. Nachdem bekannt wurde, dass die Stadträtin zwei Häuser aus dem Bestand der Woba-Eignerin Gagfah verkauft hat, erhebt die SPD eine Rücktrittsforderung gegen die populäre Kommunalpolitikerin. „Wenn sich bewahrheitet, dass Frau Ostrowski Provisionen von der Gagfah erhält, dann muss sie ihr Stadtratsmandat niederlegen“, betonte SPD-Chefin Sabine Friedel.

Ostrowski wies diese Forderung umgehend zurück. „Ich habe kein Geld von der Gagfah erhalten“, sagte sie. Das bestätigte auch der Mutterkonzern der 2006 privatisierten Woba. „Wenn in Dresden Makler für uns Häuser verkauft haben, wurden die Makler beim Zustandekommen des Verkaufs immer von den Käufern bezahlt“, hob Gagfah-Sprecher Torsten Tragl in einer schriftlichen Mitteilung hervor.

Ostrowski, die zum Jahresbeginn aus der Linkspartei austrat, hatte im Stadtrat für den Woba-Verkauf gekämpft. Beobachter schreiben ihr großen Einfluss beim Zustandekommen des Stadtratsbeschlusses zu. Mit Ostrowski hatten weitere acht der 17 Mitglieder der mittlerweile auseinandergebrochenen PDS-Fraktion für die Privatisierung gestimmt.

„Vor diesem Hintergrund erscheint ihre für viele überraschende Haltung zum Woba-Verkauf in einem ganz neuen Licht“, sagte Friedel. Die Linkspartei forderte die rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe. Der Dresdner SPD-Landtagsabgeordnete Karl Nolle will Ostrowski anzeigen.

Die attackierte 62-Jährige gibt sich angriffslustig. „So wie ich angegangen werde, sollte ich überlegen, als OB-Kandidatin anzutreten“, sagte sie, fügte aber hinzu, dass dieser Vorschlag mit Ironie untersetzt sei. Ganz ausschließen wolle sie eine Kandidatur aber nicht. Bei der Ratswahl 2004 erzielte die frühere Bundestagsabgeordnete die meisten Stimmen unter allen Bewerbern. Rückendeckung von der CDU hat sie zudem. „Es ist Frau Ostrowskis Sache, womit sie Geld verdient“, sagte Fraktionssprecher Helfried Reuther.