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Motorradrennen vor leeren Rängen

Der MC Meißen veranstaltet am 6. Juni einen Geisterpokal. Das Feedback von Fahrern und Medien ist riesengroß.

Über leere Ränge auf der Speedwaybahn in Meißen freut sich auch die Schatzmeisterin des MC Meißen, Anke Geyer, nicht. Und doch hat sich der Verein entschieden, am 6. Juni ein Geisterrennen in Zaschendorf durchzuführen.
Über leere Ränge auf der Speedwaybahn in Meißen freut sich auch die Schatzmeisterin des MC Meißen, Anke Geyer, nicht. Und doch hat sich der Verein entschieden, am 6. Juni ein Geisterrennen in Zaschendorf durchzuführen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Es wird laut am 6. Juni auf der Speedwaybahn in Meißens Stadtteil Zaschendorf. Ein illustres Fahrerfeld hat zugesagt – vom Kinder- bis zum Erwachsenenbereich. Beim Veranstalter, dem AC Meißen, hat man keine Mühe gescheut, alles für ein großartiges und vor allem außergewöhnliches Event vorzubereiten. Eine Anreise ohne gültige Eintrittskarte ist zwecklos.

Doch das liegt nicht daran, dass die Veranstaltung ausverkauft ist. Vielmehr findet am 6. Juni das erste Speedwayrennen in Deutschland in diesem Jahr als Geisterrennen statt. Ohne Zuschauer. Natürlich ist Corona schuld.

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"Wir wurden mit Anfragen überhäuft"

Der Wettbewerb, bei dem es treffenderweise um den „Speedway-Geisterrennen-Pokal“ geht, ist vor allem dem Nachwuchs gewidmet. Insgesamt wird in fünf Klassen auf dem Meißener Oval gefahren. Neben den Juniorkategorien A, B & C werden zwei 500er-Klassen dabei sein. „Das Interesse war von Anfang an riesengroß“, sagt Lokalmatador Ronny Weis vom MC Meißen. Binnen kürzester Zeit waren die wenigen zur Verfügung stehenden Startplätze vergeben. „Wir wurden mit Anfragen überhäuft“, so Ronny Weis. Stück für Stück wurde das Event erweitert - jetzt kommt es sogar zu einer Art Auto-Cup-Ersatz. Der Wettbewerb wird eigentlich immer im Mai durchgeführt, musste diesmal ausfallen. „Doch die Autohäuser haben zur Stange gehalten, das rechne ich ihnen hoch an“, so Ronny Weis.

Die Durchführung des Rennens stellt den Club natürlich vor einige gewaltige Herausforderungen. So musste zum Beispiel das Fahrerlager vergrößert werden, um den Fahrern den erforderlichen Mindestabstand gewährleisten zu können. In Abständen müssen Desinfektionsmittelständer angebracht sein; und um ein übermäßig direktes Aufeinandertreffen von Fahrern und Mechanikern zu unterbinden, muss auch die Maschinenabnahme neu organisiert werden. Die Fahrer oder Mechaniker werden ihre Motorräder nicht wie in Deutschland üblich beim technischen Kommissar vorstellen, sondern der wird zu den Fahrern kommen, um die Motorräder vor dem Rennen abzunehmen. Die Zufahrt zum Gelände wird für Fahrer und Funktionäre zeitlich gestaffelt erfolgen, auch die Dokumentenabnahme wird nach einem strengen Zeitplan abgewickelt.

Medienanfragen wie bei einer WM

Sämtliche Vereinsmitglieder und viele Helfer sind seit Tagen dabei, die entsprechenden Bedingungen zu schaffen - sogar mit dem Zollstock sind sie durch die einzelnen Zonen „gekrochen“. „Wir machen das vor allem für die Kinder“, sagt Ronny Weis. Denn die hoffnungsvollen Nachwuchs-Fahrer hätten sich beim Training „den ganzen Winter gequält“ und auf die Saison gefreut. Zum Teil wurden neue Motorräder gekauft, die Technik vorbereitet. „Das wird nun nicht belohnt“, sagt Ronny Weis. „Die Kinder stehen vor dem Nichts.“ So gut wie alle Wettkämpfe für den Nachwuchs seien für das gesamte Jahr bereits abgesagt. „Und da kam uns die Idee mit dem Geisterrennen“, so Weis.

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Auf Fotos und Videos der Veranstaltung müssen die Speedway-Enthusiasten nicht verzichten, auch wenn sie nicht ins Stadion dürfen. Nachdem der Termin bekannt war, gab es einen riesigen Anfragen-Boom von Medienvertretern aus dem In- und Ausland. „Als wenn wir eine Weltmeisterschaft fahren würden“, sagt Ronny Weis. Ob es in Meißen in diesem Jahr weitere Rennen und dann vielleicht auch wieder mit Zuschauern geben wird, steht in den Sternen. Den „Silbernen Stahlschuh“ Anfang Oktober „haben wir noch nicht abgeschrieben“, sagt Ronny Weis. Und vielleicht kann ja vorher auch ein Lauf der Tschechischen Liga, in der die Meißner Top-Athleten antreten wollen, noch stattfinden.

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