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Spekulationen um Diska-Markt

Weil einige Orte keine Werbezettel mehr erhalten, gibt es Schließungsgerüchte. Doch die Firma dementiert.

© Steffen Unger

Von Katja Schäfer

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Göda. Ärger und Aufregung gibt es derzeit in einigen Orten rund um Göda. Grund dafür ist, dass etliche Einwohner seit Längerem die wöchentlichen Werbezettel des Gödaer Diska-Marktes nicht mehr erhalten. Während das einigen Leuten gar nicht auffällt oder sie froh sind, weniger Papier entsorgen zu müssen, vermissen andere die Prospekte sehr. Zum Beispiel Manfred Gelfert aus Döbschke, der gern bei Diska einkauft und vorher wissen möchte, was gerade in der Werbung ist. Weil er trotz mehrerer Versuche vom Handelsunternehmen Edeka, zu dem Diska gehört, keine befriedigende Antwort bekommen hatte, wandte er sich schließlich an die Sächsische Zeitung. Auf deren Nachfrage hin, erklärte Tanja Freitag von der Abteilung Unternehmensentwicklung/Marketing/Werbung, dass einige Orte aufgrund von „demografischen Faktoren aus der Verteilung entnommen“ wurden. Betroffenen Kunden empfahl sie als Alternative die Werbezettel, die im Markt ausliegen, sowie die Internetseite von Diska. Das empört Marcel Onischke aus Oberförstchen: „Nicht jeder ältere Mensch fährt erst zum Markt und holt sich da ein Werbeblatt oder ist online so unterwegs, dass er das per Mausklick erledigen kann.“ Das Ausbleiben der Angebotsprospekte beschäftigt ihn sehr. „Es gibt in den Dörfern viele Einwohner, die ihren Einkauf mit diesem Werbeblatt planen. Ältere Bürger, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, müssen das sogar tun, da es einige Angebote nicht die ganze Woche über gibt, sondern zum Beispiel erst ab Donnerstag oder nur am Sonnabend“, berichtet er. Wenn jemand die Prospekte von Diska nicht bekomme, liege es nahe, dass er seinen Einkauf in einem anderen Markt erledige, dessen Werbung er erhalten habe, sagt der Mann aus Oberförstchen. „Ist es gar der Plan von Edeka, auf diese Art Kunden zu verlieren?“, fragt er sich. Schließlich sei die Rechnung simpel. Wenn weniger Kunden kommen, sinke der Umsatz und das Geschäft werde letztendlich geschlossen. „Ich denke, hier soll ein Markt, der sowieso nicht der rentabelste im Unternehmen ist, leise eingestampft werden“, befürchtet Marcel Onischke. Käme es so, würde die Lebensqualität sinken, betont er. Schließlich ist die Diska-Filiale der einzige Lebensmittelmarkt in der Gemeinde und „sehr wichtig für die ganze Gegend“, wie Bürgermeister Gerald Meyer (parteilos) sagt.

Meike Marschall, Vorstandssekretärin der von Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen, weist die Schlussfolgerungen von Marcel Onischke zurück. „Eine Schließung der Filiale ist nicht geplant“, betont sie. Angesichts seiner Vermutungen zur Rentabilität der Gödaer Filiale verweist sie darauf, dass „zu betriebswirtschaftlichen Kennzahlen generell keine Auskünfte“ gegeben werden. Stattdessen hat sie eine gute Nachricht: Ab kommender Woche wird das Gebiet, in dem Einwohner die Diska-Handzettel bekommen, wieder erweitert. Unter anderem um Birkau, Oberförstchen und Kleinförstchen. Es umfasst dann reichlich 80 Orte von A wie Arnsdorf bis Z wie Zockau. Reichlich 7 500 Prospekte werden insgesamt verteilt. Die Menge reicht dabei von vier Werbeblättern in Kleinbrösern bis hin zu reichlich 2 700 Stück in der Stadt Wilthen samt ihren Ortsteilen. Auch Döbschke, wo Manfred Gelfert die Prospekte vermisst hat, gehört dann wieder dazu.