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Spende fürs Schlossherren-Schlafzimmer

Die Sparkassenstiftung stellt in Schönfeld 10.000 Euro für einen Ausstellungsraum mit historischem Ambiente zur Verfügung.

Am Freitag fand die Scheckübergabe für das herrschaftliche Schlafzimmer auf Schloss Schönfeld statt.
Am Freitag fand die Scheckübergabe für das herrschaftliche Schlafzimmer auf Schloss Schönfeld statt. © Anne Hübschmann

Schönfeld. Gebaut wird am Schönfelder Schloss eigentlich immer. Der Förderverein will nicht nur die historische Substanz erhalten, sondern öffentliche Interessen, kulturelles Erbe und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinen. Dazu soll auch das neue Projekt im Obergeschoss des "Dicken Turms" beitragen. Hier wird das ehemalige Schlafzimmer des Schlossherren zu einem Ausstellungsraum umgebaut. Dazu werden auch Teile der historischen Ausstattung wieder in den Raum eingebunden. Das Herrichten kostet rund 18.000 Euro, die im Wesentlichen aus Spendenmitteln kommen sollen. Mehr als die Hälfte davon stellt die Sparkassenstiftung zur Verfügung. Rainer Schikatzki, der Vorstands-Chef der Sparkasse Meißen, übergab am Freitagvormittag einen Scheck über 10.000 Euro.

Schlafzimmer stand Jahrzehnte leer

Genutzt werden soll das herrschaftliche Schlafzimmer nicht nur vom Schloss-Förderverein, sondern auch von der Schönfelder Oberschule. "Die Schule hat Platzprobleme", erklärt Vereins-Chef Hans-Jürgen Gläser. "Sie suchte nach einem Raum, wo die Schüler Ausstellungen machen können, und die waren begeistert vom Schlossherren-Schlafzimmer." Ganz fremd ist dem historischen Gemäuer eine solche Nutzung nicht. Fand doch hier zwischen 1956 und 1979 regulärer Schulbetrieb statt.

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Das Schlafzimmer selbst stand seit Jahrzehnten leer. Anfang der 1990er Jahre musste der Raum wie andere Teile des maroden Schlossgebäudes zunächst stabilisiert und gesichert werden. Dazu gehörten der Ausbau und die Erneuerung beschädigter Balken und die Verstärkung der Konstruktion mit Eisenträgern. 1994 erfolgte der Ausbau der Wandverkleidungen und die Mauerschwamm-Bekämpfung. Etwas später bekam der Raum eine neue Holzdielung und wurde für die Elektroinstallation vorbereitet. Danach verschob sich der Sanierungsschwerpunkt auf andere Räumlichkeiten – im Vordergrund stand die Nutzbarkeit für Veranstaltungen.

Leuchter aus Dresden

Die nun wieder in den Fokus gerückte Instandsetzung des Raumes erstreckt sich über drei Bauabschnitte. Zunächst soll die Elektroinstallation fertiggestellt werden. Die Planungen sehen vor, dass entsprechend der Raumsituation dreiarmige Leuchter angebracht werden. Sie stammen aus einem Altbestand der Dresdner Dreikönigskirche und entsprechen den bereits im Schloss vorhandenen modernen flämischen Kronen. Im Zuge von Tischlerarbeiten sollen die historischen Türen restauriert und wieder eingebaut werden. Auch Teile der historischen Raumausstattung kommen wieder an ihren angestammten Platz. Einfache provisorische Fensterbretter sollen einen kompletten Raumeindruck erzeugen und als Ausstellungsfläche für kleinere Gegenstände dienen. Als dritte Baumaßnahme sind verschiedene Maurerarbeiten geplant.

Die ursprüngliche Ausstattung des Schlossherren-Schlafzimmers stammt aus der Bauphase zwischen 1882 und 1884 und wurde im Stil der Neorenaissance von der Leipziger Kunsttischlerei Behr angefertigt. Wie im Großteil des Schlosses bekamen Wände, Fenstereinfassungen und Decke hölzerne Täfelungen, deren Hauptgestaltungsmerkmal Kassettenfelder mit Diamantierungen waren. 

Bisher 80.000 Euro von der Sparkasse

Auftraggeber war Schlossherr Max von Burgk, der Spross eines sächsischen "Kohlebarons". Er kam 1882 nach einer militärisch und diplomatisch geprägten Laufbahn in seine Heimat zurück, um in Schönfeld ein Gestüt zu gründen. Der damals sehr bekannte Architekt Ludwig Gotthilf Möckel schuf aus den veralteten Renaissancegebäuden ein abwechslungsreiches Gesamtkunstwerk. 

Der Schloss-Förderverein will so viel wie möglich davon erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen, Die nötigen finanziellen Mittel werden zu einem großen Teil über Spenden eingeworben. Die Sparkasse Meißen und die Sparkassenstiftung haben bisher mit rund 80.000 Euro zur Sanierung des Schönfelder Traumschlosses beigetragen.

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