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Görlitz

DJs legen in Görlitz auf

Die Corona-Krise trifft auch die Kunst- und Kulturszene sehr hart. Mehrere Institutionen wollen helfen - mit einer aus Berlin importierten Idee.

Die Rabryka wird zum Funkhaus: Am Sonnabend soll von hier ein Solidaritäts-Livestream für Görlitzer Künstler gesendet werden.
Die Rabryka wird zum Funkhaus: Am Sonnabend soll von hier ein Solidaritäts-Livestream für Görlitzer Künstler gesendet werden. © Wolfgang Wittchen

Keine Konzerte, kein Theater, keine Ausstellungen - viele Künstler stehen dieser Tage vor dem Nichts. Ein finanzielles Polster haben die wenigsten, Kunst ist in den seltensten Fällen ein lukratives Geschäft. Eine Kooperation aus dem Jugendkulturzentrum Basta!, dem Ton.Labor e. V., dem Nostromo Görlitz und der Rabryka will nun helfen. 

Am Sonnabendabend,  ab 19 Uhr,  wollen sie mehrere DJ's auflegen lassen und das Konzert ins Netz streamen. Dabei soll Geld für notleidende Kunst- und Kulturschaffende gesammelt werden.

Wer den Pfennig nicht ehrt
Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

"Die Idee stammt eigentlich aus Berlin", sagt Dar Ronge, der die Idee nun in Görlitz umsetzen will. In der Hauptstadt hat sich die Clubszene zum Streamen zusammengeschlossen, um durch Spenden die einzelnen Läden durch die Krise zu bringen. "So viele Clubs haben wir in Görlitz nicht", sagt Ronge,  "dafür aber genügend Künstler, die unsere Hilfe brauchen."

Die meisten DJ's am Sonnabend werden aus Görlitz kommen.
Die meisten DJ's am Sonnabend werden aus Görlitz kommen. © Second Attempt e.V.

Der 19-jährige, gebürtige Dresdner ist seit 2013 beim Second Attempt e. V. engagiert. Auch bei den Fridays for Future ist er ein bekanntes Gesicht. Am liebsten würde er nach Berlin ziehen, um dort zu studieren. Die Pläne liegen erstmal auf Eis - wegen der Pandemie.

Stattfinden soll der Spenden-Stream auf dem Gelände der Rabryka auf der Bautzener Straße. "Der Raum ist groß genug, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann", betont Ronge. Neben den Künstlern seien zwei Techniker dabei, die den Stream betreuen. Ein weiterer Vorteil der Lokalität: "Hier gibt es ziemlich gutes Internet."

Dar Ronge bei einer Fridays For Future Demonstration im Frühjahr 2019.
Dar Ronge bei einer Fridays For Future Demonstration im Frühjahr 2019. ©  Archiv/Nikolai Schmidt

Um 19 Uhr soll es losgehen, angepeilt ist eine Ende gegen 24 Uhr. Jeder DJ hat eine Stunde Zeit, um sein Können zu zeigen. Die Bandbreite ist groß: Es gibt Hip-Hop, Dubstep, Drum & Bass, Techno und Goa - "die Genres, die in Görlitz am besten gehen", fasst Ronge zusammen. 

Die meisten DJ's werden aus Görlitz kommen, meist die Stammkünstler aus den beteiligten Institutionen. Doch auch ein DJ-Kollektiv aus Bautzen und Dresden wird dabei sein, weil sie die Idee mögen und ihren Teil beitragen wollen - natürlich ohne Gage an diesem Abend.

Über 100 Zuschauer erwartet

Unter dem Stream wird es einen Spendenbutton geben. Das Geld fließt auf das Vereinskonto des Second Attempt e. V. Die Initiatoren hoffen, damit eine Art Rettungsschirm für Künstler in prekären Situationen aufspannen zu können. Zum Teil für die mitwirkenden Institutionen, zum Teil aber auch für freischaffende Görlitzer.

© Second Attempt e.V.

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Am Ende soll der Stream auch ein Zeichen der Solidarität für die Görlitzer Kunstszene sein. Gesendet werden soll über die Videoplattform Youtube. "Wir hoffen, dass so viele Leute sich den Stream anschauen, wie auch auf unsere Partys kommen", sagt  Ronge. Er rechne mit einer "dreistelligen Zahl" an Zuschauern.  


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