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Spendenaktion für Tempotafeln

Wachauer Gemeinde- und Ortschaftsräte haben dazu aufgerufen. Jetzt ist die Summe fast zusammen.

Autofahrern, die in Seifersdorf und Feldschlößchen zu schnell sind, soll künftig die Geschwindigkeit angezeigt werden. Drei dieser Messtafeln werden an den Ortseingängen aufgestellt werden. Ob die Anlagen so wie auf dem Foto aussehen, ist noch unklar
Autofahrern, die in Seifersdorf und Feldschlößchen zu schnell sind, soll künftig die Geschwindigkeit angezeigt werden. Drei dieser Messtafeln werden an den Ortseingängen aufgestellt werden. Ob die Anlagen so wie auf dem Foto aussehen, ist noch unklar © Symbolfoto: Arvid Müller

Wachau. Durch Seifersdorf rauscht nahezu ununterbrochen der Verkehr. Die Straße wird genutzt, um von Radeberg auf die Autobahn oder nach Ottendorf zu kommen. Von den Hunderten Autos sind viele zu schnell. Besonders aus Richtung Radeberg lassen sich viele Fahrer mit hoher Geschwindigkeit in den Ort rollen – eine Gefahr für Anwohner. Eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 brachte nach Ansicht vieler Anwohner nicht den gewünschten Erfolg, da die Einhaltung kaum kontrolliert werde. Jetzt sollen an den Ortseingängen Geschwindigkeitsmesstafeln aufgestellt werden. Allen, die an der Stelle zu schnell sind, leuchtet dann ein rotes "Schlechte-Laune-Gesicht" entgegen. Für diejenigen, die sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit halten, gibt es ein grünes Smiley. Außerdem wird das jeweilige Tempo angezeigt. 

Installation im Herbst geplant

Das Problem: Die Gemeinde Wachau, zu der Seifersdorf gehört, hat kein Geld, um solche Tafeln anzuschaffen. Der Kommune sind schon vor der Corona-Pandemie Gewerbesteuern in Millionenhöhe weggebrochen. Die Ausgaben wurden auf das Nötigste beschränkt. Die Anwohner brauchen aber schnell eine Lösung, nicht erst in einigen Jahren. Das sahen auch die Gemeinde- und Ortschaftsräte so. "Wir haben deshalb zu einer Spendenaktion aufgerufen, bei der das Geld für die Messtafeln gesammelt wird", sagt die Seifersdorfer Ortsvorsteherin und Gemeinderätin Kathrin Schulze (Offene Bürgerliste/OBL). Sie und andere Lokalpolitiker der OBL gingen dabei mit gutem Beispiel voran. Sie spendeten Sitzungsgeld, das sie für ihre ehrenamtliche Arbeit bekommen. Auch Anwohner haben Geld überwiesen. Inzwischen ist eine beachtliche Summe zusammengekommen. "Wir haben 5.600 Euro gesammelt. Ganz reicht es aber noch nicht, um die geplanten drei Messtafeln anzuschaffen", sagt die Seifersdorferin. 

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2.000 Euro kostet das Stück, hinzu kommt noch der Betrag für die Installation. Es sollen feste Anlagen mit Stromanschluss, also ohne Batterie installiert werden. Eine Fachfirma muss beauftragt werden. Zwei der Tafeln werden an den Ortseingängen in Seifersdorf montiert, die dritte wird am Ortseingang von Feldschlößchen aufgestellt. "Dort ist es ähnlich wie in Seifersdorf. Autofahrer lassen sich auf der abschüssigen Straße in den Ort rollen. Sie sollen an der Stelle auf ihr Tempo hingewiesen werden." Zunächst geplante weitere Tafeln in Leppersdorf werden vorerst nicht aufgestellt. "Dort wollen wir abwarten, wie sich die Situation mit Inbetriebnahme der Umgehungsstraße entwickelt. Schön wäre es, wenn sie dann nicht mehr notwendig sind." Kathrin Schulze hofft, dass die erforderliche Summe für die drei Tafeln bis Herbst zusammengekommen ist. "Ende dieses Jahres wollen wir sie aufstellen." Dann hoffen die Anwohner, dass die Zahl der Raser in Seifersdorf abnimmt. 

Radeberg hat vier Messtafeln im Einsatz

Dass die Tafeln wirken, ist unbestritten. Messdaten ergaben, dass viele Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind, angesichts solcher Anzeigetafeln bremsen. Radeberg hat bereits mehrere angeschafft. Vier Stück werden an wechselnden Standorten im Stadtgebiet aufgehängt. So mahnten sie Autofahrer vor den Grundschulen in Großerkmannsdorf, Ullersdorf und Liegau-Augustusbad, das richtige Tempo einzuhalten. Auch vor Kindertageseinrichtungen wurden sie schon installiert. Hier wie an allen derartigen Messtafeln haben Autofahrer bei zu hohem Tempo keinerlei Strafen zu befürchten. Von ihnen werden anders als bei Blitzern keine Kennzeichen erfasst. Bei den Modellen in Radeberg ist allerdings ein Speicher eingebaut, der die Zahl der Autos mit ihren Geschwindigkeiten festhält. Die Geräte kosteten knapp 9.000 Euro. Sie wurden auf Initiative der Stadtverwaltung angeschafft und auch aus der Stadtkasse bezahlt.

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