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Sperre für Fußballplätze wird aufgehoben

Außenanlagen dürfen laut einem Beschluss der Regierung wieder genutzt werden. Manch Trainer plant schon erste Einheiten.

Schon vor Wochen einen Corona-Übungsplan erarbeitet: Wurgwitz’ Spielertrainer Kai Starke (am Ball).
Schon vor Wochen einen Corona-Übungsplan erarbeitet: Wurgwitz’ Spielertrainer Kai Starke (am Ball). © Karl-Ludwig Oberthür

Von Falk Rösler

Über Wochen herbeigesehnt ist es nun endlich so weit: Ab dem 4. Mai dürfen Außensportanlagen, also auch Fußballplätze, in Sachsen von Sportvereinen wieder genutzt werden. Julian Schiebe, Präsident des Fußball-Kreisverbandes (KVFSOE) äußerte sich auf SZ-Anfrage hocherfreut zum Beschluss der Sächsischen Staatsregierung. „Ein ganz wichtiger Schritt zur Normalität. Ich hatte schon Kontakt zu vielen Übungsleitern, die sich jetzt freuen, dass es, wenn auch unter Auflagen, wieder losgeht“, sagt Schiebe. „Wenn auch kein Spielbetrieb stattfindet, ist es für die Gemeinschaften wichtig, dass wieder Leben auf den Sportstätten einkehrt.

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Lecker in Sicht
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Im Seidnitz Center Dresden sind zum Jahresende 2021 Veränderungen geplant. Es soll ein neuer Foodcourt entstehen. Kunden dürfen noch mitbestimmen.

“Das letzte Wort zur direkten Umsetzung der am 30. April beschlossenen Regelung haben allerdings die vor Ort zuständigen Kommunen. Laut SZ-Informationen gab das Freitaler Rathaus für alle Freiluft-Anlagen der Großen Kreisstadt bereits grünes Licht. Doch wie bei jeder Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen in diesen Tagen geht damit noch lange nicht eine Rückkehr zu normalen Trainings- und Spielbetrieb einher.

Wie von den Profis schon seit einiger Zeit bei ihren Übungseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit praktiziert, müssen sich auch die Freizeitkicker bei ihrem Neustart an verbindliche Vorgaben halten. Neben den allgemein weiterhin geltenden besonderen Hygienestandards gibt es noch einige weitere Leitlinien für den Neustart des Vereinssports. Dazu zählen unter anderem das Verbot von Körperkontakt, die weiter aufrechterhaltene Schließung der Vereinsheime und Umkleidetrakte sowie die Verpflichtung zur Bildung von nur kleinen Trainingsgruppen. Die Köpfe der Vereinsverantwortlichen und Übungsleiter dürften also „rauchen“ in den nächsten Tagen, um die schnellstmögliche Wiederaufnahme des Vereinslebens für ihre Mitglieder unter Einhaltung aller Vorgaben zu ermöglichen.

Die Fußballabteilungen waren außerdem vom KVFSOE aufgefordert, bis zum 3. Mai ihre Stellungnahme einzureichen zu den Vorschlägen des Sächsischen Verbandes über den Umgang mit der offiziell nach wie vor nur unterbrochenen Saison 2019/20 sowie den Auf- und Abstiegsregelungen bei einem möglichen Abbruch. In einer nicht repräsentativen Kurzumfrage sammelte die SZ am vergangenen Wochenende erste Stimmen aus dem Kreisfußball-Umfeld zu beiden Themen.

Matthias Böhme, Nachwuchsleiter beim SV Pesterwitz, sagt zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs: „Wir diskutieren das schnellstmöglich in unserem Trainerkreis. Es gibt schon erste Ideen und Vorschläge. Ich persönlich bin trotzdem sehr skeptisch, was die Umsetzung angeht.“ Kai Starke, Spielertrainer der Wurgwitzer Kreisoberliga-Elf, ist schon einen Schritt weiter. „Ich habe schon vor vier Wochen einen ‚Corona-Trainingsplan‘ erarbeitet, der hoffentlich jetzt greift. Es wird wohl eine lange Vorbereitung auf die neue Saison“. Der endgültige Abbruch der laufenden Spielzeit ist für Starke eigentlich schon fix. „Ich hoffe auf einen regulären Beginn der neuen Saison 2020/21 im August. Auf- und Absteiger in diesem Jahr sollte es auf freiwilliger Basis geben.“

Endlich den Schritt hin zum offiziellen Schlussstrich unter den Spielbetrieb wünscht sich auch Starkes Ligakollege Ronny Schulz von der Freitaler Stahl-Reserve. „Schon rein rechnerisch sind die bisher ausgefallenen Spieltage nicht aufzuholen. In puncto Auf- und Abstieg vertrete ich dieselbe Meinung wie Kai Starke.“Für den Trainingsneustart unter besonderen Bedingungen hat er sich schon seine Gedanken gemacht. „Ein paar Übungen für die erste Einheit stehen schon auf dem Zettel“, sagt er und fügt hinzu: „Im Winter laufen wir oft wegen der Kälte mit einem Schal vor dem Mund, jetzt bringt es Schutz und ein paar zusätzliche Schweißtröpfchen.“

Beim TSV Kreischa, wo man als Halbfinalist noch auf die eventuelle Fortführung des Pokalwettbewerbs hofft, wird laut Kreisligatrainer Tony Kießling „gerade mit dem Vorstand koordiniert, wie wir den Trainingsbetrieb gestalten. Es gilt, alle Mannschaften gerecht unter einen Hut zu bekommen.“ Trotz der Chance, als aktueller Tabellenvierter noch einen der beiden Aufstiegsplätze in Richtung Kreisoberliga zu erreichen, würde Kießling bei einem Saisonabbruch fair die jetzige Rangfolge akzeptieren. „Zumindest die Rabenauer als Tabellenführer sollten verdientermaßen aufsteigen.“

Für Martin Bachmann, Mannschaftsleiter der Altenberger Kreisligisten, kommt bei Abbruch „nur eine Annullierung der Saison in Frage. Nach vierzehn absolvierten Spieltagen mithilfe irgendwelcher Koeffizienten Meister und Auf- und Absteiger zu küren wäre eine Farce.“ Die vom Sächsischen Verbands ebenfalls vorgeschlagene Aussetzung des Schiedsrichtersolls sieht er gleichsam kritisch. „Das wäre ein Schlag ins Gesicht aller Vereine, die unter großen Mühen die Vorgaben erfüllen.“

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