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Wirtschaft

Corona-Krise: Spezielle Mitarbeiter-App hilft

Das sächsische Startup Staffbase hat eine schnelle Lösung für die Kommunikation in Unternehmen entwickelt, die speziell in Krisensituationen punktet.

Staffbase-Mitgründer Frank Wolf mit Mitarbeiterinnen.
Staffbase-Mitgründer Frank Wolf mit Mitarbeiterinnen. © Thomas Kretschel

In der Corona-Krise haben viele Unternehmen große Probleme, ihre Mitarbeiter zu erreichen. Diese arbeiten im Homeoffice oder sind freigestellt. Sie warten auf Echtzeitinformationen von ihren Arbeitgebern, weil sie es aus den Massenmedien so gewohnt sind. Und den Unternehmen ist es fast unmöglich, auf Fake-News zu reagieren, die sich in Facebook-Gruppen oder per SMS und WhatsApp verbreiten, wenn sie noch keinen zentralen digitalen Kommunikationskanal für die interne Kommunikation in der Krise besitzen.

Die Firma Staffbase mit Sitz in Chemnitz, Marktführer bei der mobilen Mitarbeiterkommunikation, bekommt in diesen Tagen deutlich mehr Anfragen nach ihrer App. „Insbesondere von Unternehmen, die Mitarbeiter ins Homeoffice oder in Kurzarbeit schicken mussten, aber auch von Krankenhäusern und Energieversorgern, die kritische Infrastruktur am Laufen halten“, sagt Frank Wolf, einer der Firmengründer. Er leitet den Dresdner Standort von Staffbase. Denn Firmen, die bisher mit Aushängen am schwarzen Brett oder Mitarbeiterzeitungen arbeiteten, kommen damit aktuell an ihre Grenzen.

Schritt für Schritt

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In der Regel dauert es einige Wochen, bis Unternehmen mit der Staffbase-Software ihre eigene App aufgesetzt haben. Um ihnen aus ihrem Kommunikationsdilemma heraus zu helfen, hat das sächsische Startup eine schnellere Lösung entwickelt. Sie heißt Staffbase Now. Unternehmen können ihre eigene App extrem schnell erwerben, designen und innerhalb von drei Tagen einsetzen. Die neue Lösung wurde für die Krisenkommunikation entwickelt. Je nachdem für wen eine Nachricht relevant ist, wird sie entweder an alle Mitarbeiter oder gezielt an die Belegschaft an bestimmten Standorten ausgespielt. Durch automatische Übersetzungen lassen sich wichtige Inhalte schnell global verteilen. Eine unternehmenseigene App biete zudem die Möglichkeit, Fragen aus der Mitarbeiterschaft an einem leicht auffindbaren Ort zu sammeln und umgehend zu beantworten. So wird kein Mitarbeiter mehr im Ungewissen gelassen.

Erst vergangene Woche gelauncht, gebe es jetzt schon viele konkrete Interessenten, betont Wolf. Die Gebühr für die Einrichtung der App erlässt Staffbase Unternehmen bis Ende Juni 2020. Der Preis für den zwölf Monate laufenden Vertrag ergibt sich aus der Anzahl der Mitarbeiter, die die App nutzen wollen. Zu den Bestandskunden in Sachsen gehören Volkswagen Sachsen, T-Systems Multimedia Solutions, die Volksbank Chemnitz und die Stadt Chemnitz. Aber auch in Dresden wird die App aktuell intensiv genutzt, zum Beispiel vom Gymnasium Bürgerwiese. Der Direktor macht damit einen täglichen "Corona Newsletter" für seine Schüler.

Wie für alle Unternehmen ist diese Situation auch für Staffbase eine Herausforderung. „Unsere Mitarbeiter sind fast komplett im Homeoffice, aber diese Möglichkeit bieten wir tageweise schon seit Jahren, insofern sind wir alle darauf gut eingestellt“, sagt Wolf. Er freut sich vor allem über die positive Rückmeldung vieler Kunden „wie wertvoll unsere Plattform gerade in der aktuellen Situation ist. Das macht alle sehr stolz“, sagt der Staffbase-Geschäftsführer.