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Spezielle Rollstühle entstehen in Königswartha

Königswartha. Die Firma Metek besteht jetztseit fast 15 Jahren. IhrFachgebiet sind Sonder-Anfertigungen.

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Von Kerstin Fiedler

Wer den Eingang zur Firma Metek, Medizin- und Edelstahltechnik, in Königswartha sucht, hat derzeit noch etwas Mühe. Nur ein Pfeil mit dem Hinweis „Klingel“ weist den Weg. Doch das wird sich bald ändern. Die Geschäftsführer, Reinhard Köber und Rudolf Michalski, investieren gerade in neue Räume und Hallen. Wenn die Heizung angeschlossen und die Büros eingeräumt sind, gibt es dann auch einen ansprechenden Eingang über den Hof.

Die Firma Metek entstand, „als niemand mehr Munition aus Königswartha haben wollte“, so Köber. Auf dem Gelände der ehemaligen Mechanischen Werkstätten wurde nach der Wende mit der Produktion von Rollstühlen begonnen.

Firmengründung 1993

Dort arbeitete Rudolf Michalski als Produktionsleiter, Reinhard Köber leitete den Vertrieb. Als der damalige Besitzer des Betriebes diesen schließen wollte, bot er den beiden an, sich selbstständig zu machen. Zunächst verkauften sie 1993 noch die bereits fertigen Produkte, doch am 1.Dezember 1993 gründeten sie ihre Firma. Bereits im Februar stellten die beiden die erste Kollegin ein, die auch heute noch hier arbeitet. „Ihre Erfahrungen möchten wir nicht missen“, loben sie.

„Da der Name Metek bei den Kunden ein Begriff war, war es zwar am Anfang nicht leicht, aber doch besser, als wenn wir bei 0 angefangen hätten“, sagt Reinhard Köber. Mittlerweile arbeiten bei Metek zwölf Mitarbeiter. Zudem werden junge Leute zu Konstruktionsmechanikern ausgebildet.

Die Mitarbeiter stellen aber schon lange nicht mehr nur Rollstühle her. „Hier fertigen wir nur noch Maßanfertigungen“, sagt Rudolf Michalski. Das ist ein großer Vorteil für die Kunden zwischen nördlich von Berlin und Thüringen. Zweimal im Jahr macht sich Reinhard Köber auf, um den persönlichen Kontakt zu haben. Eine gute Zusammenarbeit gibt es zum Beispiel mit den Krankenhäusern in Bautzen und Hoyerswerda.

Doch die Rollstühle sind längst nicht mehr alles, was in Königswartha hergestellt wird. „Als Ausrüster von Kliniken und Pflegeheimen fertigen wir Edelstahlmöbel und andere Einbauten für OP-Säle, Nassbereiche, Stationen oder Labors“, sagt Reinhard Köber. Auch hier der Vorteil: Maßanfertigung. „Manche Einrichtung kommt mit Standardmaßen eben nicht aus, also passen wir alles an“, erklärt Rudolf Michalski. 15 bis 20 Einzelaufträge sind ständig in Arbeit, manche Dinge laufen auch mal parallel.

Um flexibel und variabel zu bleiben, wurden im Laufe der Jahre neue Maschinen angeschafft. Rund 50000Euro pro Jahr investierten die Geschäftsführer. „Es muss ja alles erst erwirtschaftet werden, was wir wieder einsetzen können“, sagt Rudolf Michalski. Der Umsatz beträgt jährlich rund 600000Euro.

200 Zulieferer für Kleinteile

Während viele Dinge in den eigenen Räumen des Unternehmens entstehen – so gibt es zum Beispiel eine extra Polsterei – sind es über 200Zulieferer, die Zubehör anliefern. Außerdem gibt es auch Zusammenarbeit mit anderen Betrieben. Zum Beispiel seit Ende der 90er Jahre in Würzburg mit der Firma Artosy. Diese liefert die Teile, die Rollstühle werden in Königswartha zusammengebaut.