SZ +
Merken

Spielende und singende „Senfkörner“

Esther fühlt sich wohl inmitten der großen und kleinen Trommeln und verschiedenen Becken. Die Dreizehnjährige ist der Drummer der Kinderband „Die Senfkörner“ der Evangelischen Kirchgemeinde See. Das Spielen hat sie sich selbst beigebracht, erzählt sie.

Teilen
Folgen

Von Annett Preuß

Esther fühlt sich wohl inmitten der großen und kleinen Trommeln und verschiedenen Becken. Die Dreizehnjährige ist der Drummer der Kinderband „Die Senfkörner“ der Evangelischen Kirchgemeinde See. Das Spielen hat sie sich selbst beigebracht, erzählt sie. „Ein Onkel von mir ist bei den Nieskyer Heidespatzen und hat mich manchmal zu Proben mitgenommen. Dort habe ich gefragt, ob ich mal probieren darf.“ Esther durfte und blieb dem Schlagzeug treu. Intensiv probt sie mit den anderen Mädchen und Jungen für ihren großen Auftritt in der nächsten Woche.

„Es ist das erste Mal, dass wir unter dem Namen ,Senfkörner’ auftreten“, sagt Andrea Barthel, die die Gruppe seit einem knappen Jahr leitet. Die Initiative, eine Band zu gründen, ging von den Kindern selbst aus, erzählt die Seerin, die sich über die musikbegeisterte Schar freut, zu der auch ihre beiden Söhne gehören.

Kleinere Auftritte hatte die Band schon, sang und spielte beispielsweise im Gottesdienst. Dieses Mal wagen sich die zehn Mädchen und Jungen zwischen sieben und 15 Jahren an ein großes Stück, das auch zeitlich anspruchsvoll ist und für das sie sich eine volle Kirche wünschen: Mit einem Mix aus Liedern und Spielen reisen die jungen Musiker durch das Alte und Neue Testament. „Wir wollen mit unserer ,Bibel-Entdeckertour’ zum Suchen und Finden anregen. Ich denke, das bietet sich im Jahr der Bibel an“, sagt Andrea Barthel, die selbst mitsingt und die Truppe auch mit der Gitarre stärkt.

Die Idee für die musikalische Geschichte kam der Seerin bei einer Familienfeier. „Da fiel mir ein kleines Liederbuch in die Hände.“ Andrea Barthel griff auf Titel aus „Meine Lieder, deine Lieder“ zurück, stellte sie zu einer Geschichte zusammen, sorgte für das passende Drumherum.

Gut eine Stunde dauert die musikalische Reise, für die sich die „Senfkörner“ auch kostümieren. „Aber nur ganz bescheiden“, sagt Andrea Barthel „Die Hauptbotschaft liegt in den Liedern.“ Begleitet wird der Gesang auf verschiedenen Instrumenten, neben dem Schlagzeug u.a. auf Keyboard, Flöte und einer zweiten Gitarre. Die gehört Elisa. „Unsere ganze Familie ist musikalisch“, sagt die Zwölfjährige, die seit etwa einem halben Jahr der Band angehört und außerdem im Schulensemble der Mittelschule See musiziert.

Trafen sich die „Senfkörner“ sonst 14-tägig, üben die Mädchen und Jungen nun zweimal wöchentlich für den Auftritt. Gebettelt werden müssen sie nicht. Pünktlich trudeln die Kinder auch am vergangenen Freitagnachmittag ein, die meisten warm eingemummelt, denn in der Kirche ist es kalt. Das scheint niemand zu stören, so munter ist die Truppe drauf.

Warum sie sich „Senfkörner“ nennen? Andrea Barthel versucht es mit einem Bild: „Das Senfkorn ist ein sehr kleines Samenkorn, aus dem bei guter Pflege auch eine gut tragende Pflanze hervorgeht.“ Dass die intensive Arbeit der vergangenen Wochen Früchte trägt, wünscht sie sich auch für die Band. Spaß haben die Kinder jedenfalls.