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Spielzeug im Wandel

Dicht an dicht drängeln sich Puppen im Strickkleid, Holzautosund Bauklötze im Dorfgemeinschaftshaus.

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Von Dagmar Doms-Berger

Die neue Ausstellung der Heimatfreunde weckt durchaus Spielfreude bei der heutigen Erwachsenengeneration. „Schauen Sie, ist das nicht eine wunderschöne Puppe“, sagt Ursula Grünert und weist auf das zarte Porzellangesicht des Exemplars und die weißen Kleider aus Batist. „Sie trägt noch die Originalkleider.“ Passend zur Adventszeit haben die Niederstriegiser Heimatfreunde eine Ausstellung zum Thema „Spielzeug im Wandel der Zeiten“ im Dorfgemeinschaftshaus vorbereitet.

Im Fundus gekramt

In Nachbarschaft der Puppe stehen Puppenmöbel aus dem Jahre 1925. Klaus Grünert, Chef der Niederstriegiser Heimatfreunde, hat sie liebevoll restauriert, ein Stuhlbein neu gebaut, wo eines fehlte. Ein neuer Farbanstrich im alten grau-blauen Farbton hat die Erneuerung vervollständigt. Ein paar Meter weiter steht ein Kegelspiel aus Holz aus dem Jahre 1910. Beim Anblick des Tischspiels gerät Klaus Grünert ins Schwärmen. „Hiermit haben sicherlich nicht nur die Kinder gespielt“, vermutet er. „Mit diesem Spiel hat sich vermutlich die gesamte Familie die Zeit vertrieben.“ Auf einem anderen Tisch stapeln sich die Spiele der jüngeren Vergangenheit: Plastikbausteine und farbenfrohe Teddys.

Zahlreiche Ausstellungsstücke haben die Heimatfreunde zusammengetragen. Für die Ausstellung habe jedes Mitglied der Interessengemeinschaft im eigenen Fundus gekramt und etwas beigesteuert. Ein Aufruf im Amtsblatt der Gemeinde weckte auch Interesse bei anderen Einwohnern. „Wir hatten noch Spielzeug von unseren Kindern“, sagt Ursula Grünert. Sogar die Enkel hätten versprochen, ein paar Spielgeräte der Neuzeit, zum Beispiel einen Gameboy oder einen Tamagotchi, beizusteuern – natürlich nur für den Zeitraum der Ausstellung“, sagt Grünert.

Offiziell wird die Spielzeugausstellung am Sonnabend, 16. Dezember, von 13 bis 17 Uhr, ihre Pforten öffnen. An diesem Tag veranstaltet die Kirchgemeinde auf dem Pfarrhof in der Nachbarschaft einen kleinen Weihnachtsmarkt. „Wir hoffen, dass einige Besucher des Weihnachtsmarktes auch zu uns kommen“, sagt Klaus Grünert. Ein kleiner Seniorenkreis darf bereits am 30. November gleich nach der Rentnerweihnachtsfeier in der Ausstellung vorbeischauen.

Exposition als Nebeneffekt

Die Spielzeugausstellung ist bereits die zweite Ausstellung der Niederstriegiser Heimatfreunde in diesem Jahr. Zuvor hatten sie „40 Jahre DDR“ thematisiert und damit das Interesse der Leute getroffen. Über 500 Besucher sahen sich die Ausstellung an.

Die Expositionen seien jedoch nur ein Nebeneffekt der eigentlichen Arbeit der Interessengemeinschaft, sagt Ursula Grünert. Als nächstes steht eine Datenerfassung zum Handel und Gewerbe in Niederstriegis und seinen Ortsteilen an. Eine Abhandlung über die Schulgeschichte der umliegenden Dörfer liege vor, so Grünert.

„Spielzeug im Wandel der Zeiten“ am Sonnabend, 16. Dezember, 13 bis 17 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Niederstriegis.