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Spitzenlabor testet Krebs-Medikamente

Eine Radeberger Firma hat sich auf Mittel für schwere Krankheiten spezialisiert. Mit ihrer Arbeit ist sie weltweit Vorreiter.

Die Mitarbeiter der Firma CUP Laboratorien Dr. Freitag in Radeberg prüfen unter anderem Medikamente vieler großer Pharma-Unternehmen. Derzeit wird ein neues Labor für Radiopharmaka errichtet.
Die Mitarbeiter der Firma CUP Laboratorien Dr. Freitag in Radeberg prüfen unter anderem Medikamente vieler großer Pharma-Unternehmen. Derzeit wird ein neues Labor für Radiopharmaka errichtet. © CUP Laboratorien

Radeberg. Radeberg ist offenbar ein guter Ort für Champions. Hier produziert einer der weltweit führenden Dialysespezialisten, Heinrichsthaler liefert bis nach Australien und das Pilsner von hier schmeckt auch weltweit. Einmalig ist auch, was derzeit hinter einem unscheinbaren Flachbau im Radeberger Gewerbegebiet Pillnitzer Straße entsteht.

Dort errichten Bauleute neue Räume für die Firma CUP Laboratorien Dr. Freitag. „Hier werden künftig Radiopharmaka geprüft. Sie werden vor allem in der Krebsbehandlung eingesetzt. Das ist das erste Labor dieser Art weltweit“, sagt Dr. Dirk Freitag-Stechl, Inhaber des Unternehmens.

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Kunden in aller Welt

Die Mitarbeiter untersuchen beispielsweise, ob in den Medikamenten auch wirklich drin ist, was von den Herstellern angegeben ist und ob die Produkte die notwendige Qualität haben. 1,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen. Es entstehen besondere Reinräume. Der größte Anteil fließt jedoch in die Analysetechnik. Ende dieses Jahres soll die Abnahme des neuen Labors erfolgen, im März 2020 wird der Betrieb aufgenommen. Etwa einhundert Proben werden dann hier pro Tag getestet.

Begonnen hat alles 1991. „Meine Mutter arbeitete während der DDR als Laborleiterin bei Robotron. 1991 hat sie sich mit einem Analyselabor in Ullersdorf selbstständig gemacht.“ Er selber dachte zunächst nicht daran, hier anzufangen. Nach Studium und Promotion an der TU Dresden ging er zum Chemieriesen Henkel nach Düsseldorf. „Dann kam die Anfrage meiner Eltern, ob ich nicht doch das Labor, das sich inzwischen in Bischofswerda befand, übernehmen will“, erinnert sich Dirk Freitag-Stechl. Er sagte zu, gab seine Laborleiterstelle bei Henkel auf und übernahm 2008 das kleine Labor, in dem damals acht Mitarbeiter beschäftigt waren.

In den folgenden Jahren ging es Schlag auf Schlag. Ein neues Labor- und Verwaltungsgebäude wurde in Radeberg gebaut. „Wir haben uns bewusst für diesen Standort entschieden. Uns war die Nähe zum Helmholtz-Zentrum in Rossendorf und zur TU Dresden wichtig.“

„Wir brauchen mehr Zuzug von ausländischen Forschern“, sagte Dr. Dirk Freitag-Stechl (r.), Chef der Firma CUP Laboratorien Dr. Freitag. Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Brangs (SPD) besuchte das Unternehmen in Radeberg. 
„Wir brauchen mehr Zuzug von ausländischen Forschern“, sagte Dr. Dirk Freitag-Stechl (r.), Chef der Firma CUP Laboratorien Dr. Freitag. Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Brangs (SPD) besuchte das Unternehmen in Radeberg.  © René Plaul

Die Firma übernahm zunehmend internationale Kunden. 2015 erfolgte eine Inspektion der F.D.A., der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten. Damit war es uns einfacher möglich, auch für US-amerikanische Firmen zu arbeiten.“ Vor zwei Jahren eröffnete das Radeberger Labor eine Außenstelle im Pharmapark Dresden in Radebeul. „Die Untersuchung von Medikamenten ist einer der wichtigsten Arbeitsbereiche von uns geworden.“ Inzwischen gehören fast alle großen Anbieter von Medikamenten zu den Kunden von Dr. Freitag. Namen will er nicht nennen, das sei so vereinbart. Außerdem sind die Radeberger Wächter über die Trinkwasserqualität in der Region. „Wir überprüfen Proben aus mehreren umliegenden Landkreisen.“

Inzwischen hat das Labor 47 Mitarbeiter, der Umsatz kletterte stetig. 2008 waren es 600 000 Euro. In diesem Jahr erwartet der Firmenchef vier Millionen Euro. „Zehn Prozent des Umsatzes investieren wir jedes Jahr in neue Technik. 2019 sind es wegen der neuen Laborräume sogar etwas mehr.“ Die CUP Laboratorien haben den Anspruch, nicht das größte Labor, dafür aber das Beste zu werden. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der 44-Jährige.

Fachkräfte gesucht

Sorge bereitet ihm der Fachkräftemangel. Die Politik müsse mehr tun, um den Zuzug ausländischer Forscher zu erleichtern, sagte er bei einem Besuch von Stefan Brangs (SPD), Staatssekretär im Sächsischen Wirtschaftsministerium. „Wir brauchen hoch qualifizierte Mitarbeiter, so könnten wir noch stärker wachsen.“ Die Förderprogramme der EU und des Freistaates lobt Dirk Freitag-Stechl ausdrücklich. „Dadurch konnten wir beispielsweise vier hoch qualifizierte Mitarbeiter einstellen, die wir uns sonst nicht hätten leisten können. Auch das neue Labor wäre ohne Unterstützung nicht möglich gewesen.“

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