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Splitternackt im Drogenrausch

Wegen seiner Drogen- und Spielsucht wird ein Döbelner immer wieder straffällig. Nun steckt das Gericht ihn für über drei Jahre in Haft.

Von Maria Fricke
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Die Sucht nach Glücksspielen und Drogen hatte einen Döbelner im Griff.
Die Sucht nach Glücksspielen und Drogen hatte einen Döbelner im Griff. ©  dpa

Döbeln. Kaum wieder in Freiheit, geriet ein 35-Jähriger aus Döbeln 2018 erneut auf die schiefe Bahn. Dabei sah damals alles so gut aus.

„Ich kam siegessicher nach Hause. Da sagte mir meine Freundin, dass sie etwas mit meinem Kumpel gehabt hat“, schildert der Döbelner. Er haute ab, trennte sich von der Freundin, kam zeitweise in Frankenberg unter und rutschte wieder in alte Laster ab. Die Sucht nach Drogen und Glücksspielen hatte ihn wieder im Griff. 

Sie führte von August bis November 2018 zu einer Reihe von Straftaten. Für einen Teil dieser Taten musste sich der Angeklagte, der bereits in der JVA Zeithain in Haft ist, am Donnerstag vor dem Döbelner Amtsgericht verantworten. Einige waren bereits im vergangenen Jahr verhandelt worden.

Um einen Wohnungseinbruchsdiebstahl, Diebstahl sowie gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung ging es bei der jüngsten Verhandlung. Vorgeworfen wurde dem Döbelner, im September 2018 in die Wohnung eines Kumpels eingebrochen zu sein und dort einen Laptop, einen Fernseher, eine X-Box und eine Musikanlage geklaut zu haben.

 Nur wenige Tage danach soll er eine heute 43-Jährige mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen haben. Das Opfer beklagte danach lockere und abgebrochene Zähne. Als die Frau mit dem Handy Hilfe rufen wollte, habe er das zerstört. Anfang November wurde er zudem beim Klauen von E-Zigaretten, Schnaps und E-Zigaretten-Startersets in der Shell-Tankstelle in Döbeln erwischt.

Die Taten gestand der Angeklagte. Grund für den Wohnungseinbruch sei ein Zwist unter den Kumpels gewesen. Zur Körperverletzung sei es gekommen, weil seine Bekannte ihn provoziert habe. Womit, das wusste der Angeklagte jedoch nicht mehr. Er sei damals angetrunken gewesen. Das bestätigte auch die Frau, die als Zeugin aussagte. Aber auch ihr fiel der Grund für den Ausraster nicht mehr ein.

 Zum Diebstahl in der Tankstelle sei es gekommen, weil er Geld für seine Drogen- und Spielsucht benötigt habe. Er habe das Diebesgut schnellstmöglich gegen Bargeld und Drogen eintauschen wollen, so der Angeklagte. An den Abend selbst konnte er sich kaum noch erinnern. 

An diesem hatte es auch eine Auseinandersetzung mit einem Ausländer gegeben. Bei dieser habe sich der Angeklagte nackt ausgezogen. Für Verteidiger Thomas Fischer aus Döbeln ein deutliches Zeichen dafür, dass „berauschende Mittel wesentlich zu der Tat beigetragen haben. Er hat nicht mehr zu 100 Prozent gewusst, was er gemacht hat“.

Für den Angeklagten sprach in dem Prozess, dass er ein Geständnis abgelegt hatte, gegen ihn unter anderem die Vorstrafen. Im Bundeszentralregister sind 17 Eintragungen enthalten. Das erste Mal auffällig wurde der Angeklagte demnach 1999 mit Diebstahl. Es folgten weitere Verurteilungen nach Diebstählen, Sachbeschädigung sowie Körperverletzung.

Staatsanwalt Thomas Zarm plädierte, unter Einbeziehung von vorhergehenden Urteilen, auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten, Verteidiger Thomas Fischer auf zwei Jahre und neun Monate. 

Hinzu kam ein Wertersatz in Höhe von 550,88 Euro. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu drei Jahren und zwei Monaten sowie der Zahlung des Wertersatzes. „Mit Mitte 30 sollte es langsam mal Klick machen“, sagte die Vorsitzende Richterin Karin Fahlberg. Sie empfahl dem Angeklagten nach seiner Haftstrafe einen Umzug, um einen Neuanfang zu wagen.

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