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Der Ottendorfer Gemeinderat hat sich geschlossen für den Bau der neuen Mehrzweckhalle ausgesprochen. Die CDU sieht aber noch erheblichen Redebedarf.

Von Sebastian Kositz

Am Ende war das Votum mehr als deutlich: Geschlossen, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen stellte sich der Ottendorfer Gemeinderat am Montagabend hinter den geplanten Bau der neuen Mehrzweckhalle. Die Abstimmung war mit Spannung erwartet worden, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Gemeinde mit dem klaren Bekenntnis eine mögliche Klage der Ortschaft Hermsdorf in letzter Sekunde abbügeln konnte. Die Erleichterung war nach der Abstimmung auch deutlich zu spüren, vor allem bei Bürgermeister Michael Langwald (parteilos), der mit dieser Beschlussvorlage alles auf eine Karte gesetzt hatte.

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 25. November 2020, in virtuellen Räumen statt.

In der Sache waren sich die Vertreter am Tisch schnell einig: Ottendorf-Okrilla braucht die neue Sporthalle, nicht nur für den Schulsport, sondern auch, um die Platzprobleme in den anderen Hallen zu lösen. „Die Notwendigkeit der Halle stand für uns nie infrage“, sagte CDU-Gemeinderat Mirko Thomas nach der Abstimmung. Gerade vonseiten der Hermsdorfer war den Christdemokraten immer wieder vorgeworfen worden, das Vorhaben behindern zu wollen. „Ich denke, dass wir mit unserem Abstimmungsverhalten deutlich gemacht haben, dass wir nicht gegen den Bau der Halle sind“, erklärt Mirko Thomas.

Dennoch entzündete sich im Vorfeld der Abstimmung noch einmal eine Debatte, entfacht von der CDU, die den Beschluss um einige Passagen ergänzen wollte. Denn das einfache Bekenntnis zum Bau der Halle und die Bereitstellung der damit verbundenen Kosten genügten den Christdemokraten so nicht. In einem Antrag forderte die CDU, zum Beginn des nächsten Jahres noch einmal ergebnisoffen über den genauen Standort der Halle, den tatsächlichen Bedarf und die daraus resultierende Größe diskutieren zu wollen. Ein Anliegen, das bei der Abstimmung mit Stimmengleichheit aber denkbar knapp abgeschmettert wurde. „Das ist bedauerlich, weil es aus unserer Sicht durchaus noch eine Reihe von offenen Fragen gibt, die es zu klären gilt“, so Mirko Thomas.

Zufrieden mit dem nun gefassten Grundsatzbeschluss zur Mehrzweckhalle zeigte sich gestern in einer ersten Reaktion der Hermsdorfer Ortsvorsteher Frank Holata (Die Linke). Die Hermsdorfer hatten sich Ende der 1990er-Jahre den Bau der Halle im Fusionsvertrag mit der Großgemeinde zusichern lassen. Umgesetzt wurde diese Zusage allerdings bis heute nicht. Deshalb hatte die Ortschaft nun auf das klare Bekenntnis gedrungen – und andernfalls mit Klage gedroht. „Wir nehmen den guten Willen erfreut zur Kenntnis“, sagte Frank Holata. Erst am Dienstagabend wollte der Ortschaftsrat auf einer Sondersitzung endgültig über das weitere Vorgehen abstimmen. Der den Ortschaftsräten vorgelegte Entwurf für einen Beschluss sieht nun aber vor, von einer Klage Abstand zu nehmen.

Zugleich kündigte Frank Holata aber an, dass der Ortschaftsrat nun in den nächsten Monaten der Gemeindeverwaltung „mit Argusaugen“ auf die Finger schauen möchte. „Wir erwarten, dass der Bau der Mehrzweckhalle nun auch tatsächlich finanziell in die Haushaltsplanungen eingeordnet wird“, erklärte Frank Holata.

Den Großteil der Kosten für die Halle würde ohnehin der Landkreis übernehmen. Der hatte sich bereit erklärt, neben seiner Oberschule bis 2017 eine neue Zweifeldhalle für den Schulsport zu errichten, die aber auch von den Vereinen im Ort mit genutzt werden darf. Lediglich für ihre Extrawünsche wie die knapp 200 Zuschauerplätze und die größeren Parkflächen muss die Gemeinde einen Anteil von etwa einer halben Million Euro beisteuern. Würde sich die Gemeinde nun doch noch für eine größere Variante entscheiden – wie sie die CDU zumindest gern noch einmal diskutiert hätte – würde sich der Anteil erheblich erhöhen. Langfristig könne sich das aus Sicht der CDU für die Gemeinde möglicherweise aber auch rentieren.Interview