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Großenhain

Sportler kehren in den Fitnessclub zurück

Der Großenhainer KAB öffnet mit neuem Anbau. Das macht die Corona-Abstandsregeln deutlich einfacher.

Grün dominiert auch im neuen Anbau am Großenhainer Fitnessclub e. V. Hier trainiert Christina Richter auf dem Laufband.
Grün dominiert auch im neuen Anbau am Großenhainer Fitnessclub e. V. Hier trainiert Christina Richter auf dem Laufband. © Kristin Richter

Großenhain. Der größte Fitnessverein der Stadt - das KAB mit 1.144 Mitgliedern - hat am  Montag seinen Betrieb wieder aufgenommen. Morgens 8.30 Uhr warten schon die Ersten auf Einlass. "Nach zwei Monaten Zwangspause wegen Corona ist es toll, dass wir wieder trainieren können", sagt Jörg Donner und geht zielgerichtet zu den Hanteln. Natürlich hat sich der Großenhainer in der Zwischenzeit trotzdem sportlich bewegt, sagt er. Doch hier im KAB gibt es einfach ganz andere Möglichkeiten.

Die Abstandsregeln scheinen für den Großverein  kaum ein Problem. Denn der KAB hat noch vor der Schließung seinen neuen Anbau einweihen können. Rund 380 Quadratmeter Fläche sind dazugekommen - als hätte man die neuen Vorschriften geahnt. "Nur drei Fahrrad-Geräte mussten wir umsetzen, damit es passt", freut sich Vereins-Präsident Hubertus Marx. Jetzt ist mehr Fläche für die Ausdauergeräte, den Freihantel-Bereich und für Sprossenwände und Matten vorhanden. Und vor allem die Jugend soll sich hier tummeln. 

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Jörg Donner im neuen Crossfit-Turm des Großenhainer Fitnessclubs e. V.
Jörg Donner im neuen Crossfit-Turm des Großenhainer Fitnessclubs e. V. © Kristin Richter

Ein großer Crossfit-Turm beherrscht die Szenerie. Die Strecke sieht ein bisschen aus wie beim beliebten Fernsehwettbewerb Ninja Warrior. Man kann hangeln, mit Medizinbällen die Schulter trainieren, es gibt Boxhandschuhe oder Gewichtkugeln zum Anheben. "Bei den Crossfit-Kursen mussten wir bisher immer alle Geräte zusammenbauen", erklärt Hubertus Marx. Das fällt nun weg. Der Übungsleiter weiß, dass junge Leute verstärkt für ihr Körpergewicht trainieren, nicht nur für mehr Muckis.  Deshalb hatte sich der Verein für den Kauf des 12.000 Euro teuren Turmes entschieden.  

"Zu Hause ist man oft zu bequem"

An diesem Morgen sind es vorrangig Rentner, die den Club wieder in Besitz nehmen. Hans-Jürgen Rafelt (77) saß in der Corona-Pause auch zu Hause auf dem Hometrainer. "Aber vier Kilo hab ich trotzdem zugenommen - es wird höchste Zeit, dass ich hier wieder loslegen kann", scherzt der Großenhainer. Drei Mal die Woche arbeitet er im KAB seinen Trainingsplan ab. Die Atmosphäre im Verein gefällt ihm einfach gut.

Jürgen Anneberg (65) muss etwas für sein Kreuz tun. "Es ist schön, wieder gemeinsam zu trainieren", sagt er und setzt sich danach auf den Beinbeuger. Während der Zwangspause bewegte er sich vor allem im Garten. Jetzt sind ihm auch die beiden Bildschirme mit Programm aufgefallen, die dem Trainingssaal einen hippen Anstrich geben.

Christina Richter (24) nutzt das Laufband. Die junge Mutter hatte im Januar ihr Baby bekommen und will zu ihrer früheren Form zurück. "Zu Hause motiviert man sich doch nicht so, da hält schnell die Bequemlichkeit Einzug", sagt sie und widmet sich nun dem Rückentraining. Zwei bis drei Stunden üben - das schaffen die meisten im KAB, zu Hause jedoch nicht. Hier dürfen sie jetzt allerdings ihr privates Handtuch nicht vergessen.

Hubertus Marx am Eingangstresen, auf den eine Plexiglasscheibe montiert wurde.
Hubertus Marx am Eingangstresen, auf den eine Plexiglasscheibe montiert wurde. © Kristin Richter

Eine Plexiglasscheibe hat die Freizeitsportler nun am Empfang vom Personal getrennt. Aufkleber weisen darauf hin, was zu beachten ist. "Auch an den Kabinen hängen die Verhaltensregeln vom Landessportbund", erklärt Hubertus Marx. Es gibt Desinfektionsspender für die Hände und die Griffe an den Geräten. Auch Duschen ist möglich - aber nur mit Mindestabstand. Lediglich die Sauna bleibt noch kalt. Die Kurse, die in dieser Woche starten, werden auf 45 Minuten verkürzt. Immerhin 21 Reha-Kurse bietet der KAB laut Hubertus Marx an. 

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Ganz klar: beim Fitnessclub stehen die Zeichen wieder auf Optimismus. Nicht von ungefähr dominiert die grüne Farbe im Gebäude. "Grüne T-Shirts hatten wir ja schon, jetzt sind auch die Wände in Sachsengrün gehalten", schmunzelt der Präsident. Er hatte zwischendurch viele Anrufe und Sportler, die immer wieder an die Türe klopften und fragen. Jetzt sind zwar Körperkontakte immer noch verboten, doch Mundschutz trägt hier niemand. 

Hans-Jürgen Rafelt gehört zu den Ersten, die im wiedereröffneten KAB trainierten.
Hans-Jürgen Rafelt gehört zu den Ersten, die im wiedereröffneten KAB trainierten. © Kristin Richter

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