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Sportler trotzen der Juni-Kälte

Schloss-Triathlon. Viele Zuschauer kamen nach Moritzburg und feuertendie Athleten kräftig an.

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Von Jürgen Birkhahn

Während die Sportler lachend ins Wasser steigen, beginnen die Zuschauer zu zittern. Nicht vor Angst. Nein vor Kälte, vor allem bei der Vorstellung, sie wären selbst im Wasser. „So verrückt kann doch gar keiner sein“, hörte man immer wieder von den Gästen beim vierten Moritzburger Schloss-Triathlon. Doch damit sollten sie nicht Recht haben. Ein bisschen verrückt muss man schon sein. Schließlich haben sich die Sportlerinnen und Sportler den Triathlon nicht umsonst als ihre Sportart gewählt. „Mit 18 Grad ist der Moritzburger Schlossteich ja so kalt auch nicht“, rufen ein paar Athleten den Zuschauern zu. Außerdem schützen die Neoprenanzüge vor der Kälte.

Beifall für Schwimmer

„Alle Achtung vor der Leistung“, heißt es bei Familie Werner. Sie hat in Moritzburg ein Gartengrundstück und wollte sich das Geschehen einmal aus der Nähe ansehen. Damit ihnen nichts entgeht, haben sich die Werners ein Fernglas mitgebracht. Doch zunächst gibt es erst einmal bei der Ankunft der Schwimmer viel Beifall. Anderthalb Kilometer haben sie am Sonnabendnachmittag für die olympische Distanz bewältigt. Dann ging es schnell aufs Rad und somit aus dem Blickfeld. Für die Zuschauer und Aktiven der anderen Wettbewerbe somit Zeit, sich an den Ständen im Schlosspark umzusehen. Sportbekleidung, Bücher und Landkarten waren unter anderem zu haben. Wer von den Aktiven wollte, der konnte auch gleich von sich ein aktuelles Foto vom Lauf bekommen.

Fantastische Stimmung

Im großen Zelt gab es nicht nur Gelegenheit, sich zu stärken, hier konnten die Sportler vor allem ins Gespräch kommen, alte Bekannte wieder treffen, und Neulinge hatten die Möglichkeit, erste Kontakte mit anderen Triathleten zu knüpfen. Wie Günter Trux aus Erlau. Er begleitete seinen Nachbarn Andreas Knipping, der auf die olympische Distanz gegangen ist. Beide waren zum ersten Mal in Moritzburg, fanden hier die Stimmung fantastisch und lobten zudem die tolle Organisation. Ein Kompliment, welches auch am Sonntag beim Start der Profis immer wieder zu hören war. Hier standen nur die wahren Fans an der Strecke, fiel der Startschuss zum Langtriathlon doch schon um sieben Uhr.

Viele Gäste betrachteten das Sportereignis als willkommene Zugabe zu ihrem Moritzburg-Besuch. „Es ist bewundernswert, was die Leute hier machen“, sagte Elfriede Lange, die mit einer Reisegruppe aus dem Rheinland das Schloss besuchte. Andererseits profitierte auch das Schloss von den vielen Sportlern, haben doch einige die Chance für einen Blick in die Ausstellungen genutzt. „Vor allem das Porzellan hat uns sehr gut gefallen“, sagte eine Gruppe aus Frankfurt, die gern länger in Moritzburg geblieben wäre. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr, wenn zum fünften Schloss-Triathlon eingeladen wird.