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Sportstättenchef entlastet

Das Verfahren gegen Sven Mania wegen des Untreueverdachts wurde eingestellt. Die Stadt prüft andere Vorwürfe weiter.

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Der Verdacht der Untreue gegen Sportstättenchef Sven Mania hat sich nicht bestätigt. Laut Jan Hille, Sprecher der Staatsanwaltschaft, wurde das Verfahren jetzt eingestellt, weil es keinen Straftatbestand gibt. Der Dresdner Anwalt Michael Sturm hatte Mania am 24. Mai angezeigt. Auslöser dafür war, dass Mania einer privaten Sportgruppe, die überwiegend aus Rathausmitarbeitern bestand, vergünstigt Sporthallen vermietet hatte. Die Sportgruppe hatte dadurch innerhalb eines Jahres rund 2 000 Euro an Gebühren gespart.

Laut Staatsanwaltschaft sei dieses Vorgehen jedoch erlaubt: „Die Sportstätten- und Bädergebührensatzung räumt ihm ein, im eigenen Ermessen verminderte Benutzungsgebühren zu erheben“, sagt Jan Hille. Mania habe fehlerfrei von seinem Ermessen Gebrauch gemacht. Das sieht Anwalt Michael Sturm anders. Seiner Meinung nach ist die Gebührenordnung derart verfasst, dass es keinen Ermessensspielraum für den Sportstättenchef gibt. Sturm hat gestern angekündigt, umgehend Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft einzureichen. Davon erhofft er sich, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden.

Das ebenfalls seit Monaten laufende Disziplinarverfahren der Stadtverwaltung wird indes fortgesetzt. Dabei untersucht das Rathaus auch Vorwürfe gegen Mania, bei denen von Einschüchterungsversuchen und Belästigungen die Rede ist. Rathaussprecher Kai Schulz möchte zum Stand der Ermittlungen keine Auskunft geben und äußert sich auch nicht dazu, wie lange das Verfahren noch andauern wird.

Unabhängig von der Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft bleibe es aber dabei, dass Mania bis Ende Oktober nicht im Sportstättenbetrieb arbeitet. Im Rahmen seines Studiums macht er derzeit ein Praktikum im städtischen Eigenbetrieb IT, das zwischenzeitlich verlängert worden war. (SZ/jr)