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Sprengung in der Saarstraße

Am Donnerstag verschwand ein alter Heizhaus-Schornstein aus dem Kamenzer Stadtbild.

© René Plaul

Von Nadine Franke

Kamenz ist ein gutes Gefechtsfeld“, sagt Sprengmeister Manfred Küchler mit einem verschmitzten Grinsen. Er hält das Signalhorn für die Sprengung hoch. Es ist 14.45 Uhr. Das Schulgelände der 2. Oberschule Kamenz ist bereits geräumt. Direkt vor den Schultüren soll ein alter Schornstein gesprengt werden. Die Sprengtechnik Pirna ist mit der Aufgabe betraut. Sprengingenieur Christoph Oswald legt die Zündleitung für die Sprengung aus. Punkt 14.50 Uhr: Jetzt sperrt die Polizei die Saarstraße. Hinter einer Absperrung sammelt sich eine Gruppe schaulustiger Schüler. Unterdessen hat auch die neugierige Presse im ersten Obergeschoss der Schule Stellung bezogen. Jeder versucht, an den Fenstern den besten Platz für ein Foto zu ergattern. Schließlich ist es 14.56 Uhr. Das erste Signal ertönt, der Sprengbereich muss geräumt werden. Vom Fenster aus bietet der gegenüberstehende Schornstein einen verlassenen Anblick, als wüsste er um sein Schicksal.

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Punkt 15 Uhr neigte sich die Esse zur Seite – beinahe wie in Zeitlupe.
Punkt 15 Uhr neigte sich die Esse zur Seite – beinahe wie in Zeitlupe. © René Plaul

15 Uhr: Pünktlich erklingt das zweite Signal, welches die unmittelbare Sprengung ankündigt. Gespannt sind alle Blicke auf den Schornstein gerichtet. Plötzlich ertönt ein lauter Knall. Der Sprengstoff ist gezündet worden und das Ende des Schornsteins gekommen. Fast in Zeitlupe neigt er sich zur Seite, bevor er schlagartig in sich zusammenfällt.

Der Rauch verzieht sich langsam und die Kinder toben mit lauten Jubelrufen, als das dritte Signal ertönt. Der Sprengvorgang ist beendet. Das Sperrgebiet wird wieder freigegeben, und aufgeregt laufen die Schüler an die Straße, um die Überbleibsel des Schornsteins zu begutachten. Keine fünf Minuten später fährt der Verkehr in gewohnter Weise, Kinder und andere Schaulustige gehen ihres Weges – und nur die Trümmer erinnern noch an den alten Schornstein und seine Sprengung ...