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Meißen

Sprudelndes Ungemach

Der neue Brunnen auf dem Theaterplatz sorgte für Unmut. Doch es wird nicht nur dieses Wasserspiel kritisiert.

Mehrmals musste nachgebessert werden, nun sprudelt der Brunnen auf dem Theaterplatz in Meißen.
Mehrmals musste nachgebessert werden, nun sprudelt der Brunnen auf dem Theaterplatz in Meißen. © Maximilian Helm

Von Maximilian Helm

Meißen. Eine Viehtränke auf den Theaterplatz zu stellen, ist zunächst einmal wenig charmant. Doch der Brunnen in der Meißner Innenstadt erinnert absichtlich an solch einen Trog – schließlich soll wenige Meter entfernt auf dem Baderberg tatsächlich einst eine Viehtränke gestanden haben. 

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Und außerdem könnte die Form genausogut an ein Taufbecken oder ein Weinfass angelehnt sein. Drum herum stehen gemütliche Bänke und schattenspendende Bäume. Ein erholsames Kleinod, mitten in der Meißner Altstadt.

Doch Spritzwasser störte die Idylle. Durch ein schmales Rohr platschte das Wasser nach der Eröffnung aus rund einem Meter Höhe auf die Pflastersteine darunter und floss dann überall hin, außer in den eigens dafür vorgesehenen Abfluss. 

Viele Meißner empörten sich, allen voran CDU-Stadtrat Jörg Schlechte: „Wenn jemand so etwas auf mein Privatgrundstück bauen würde, würde ich mein gezahltes Geld zurückverlangen“, sagt er.

Doch die Stadtverwaltung reagierte und installierte dort, wo das Wasser vorher auf den Boden floss, zwei weitere Becken. An dieser neuen, treppenartigen Lösung ist vor allem ein Detail besonders interessant: Das unterste Becken ist auf idealer Höhe für durstige Vierbeiner. Sie sorgt also dafür, dass der Brunnen seiner ursprünglichen Anlehnung als Viehtränke ein großes Stück nähergekommen ist.

Leider hatte auch diese Lösung einen kleinen Makel: Das Wasser aus dem höchsten Becken lief direkt auf den Rand des mittleren und floss wieder an der Seite hinunter auf das Pflaster.

 Diesmal kam mit weniger Feingefühl der Winkelschleifer zum Einsatz und fräste am 25. April die Lösung der Spritzwasseraffäre direkt in den Rand des Beckens. Nun ist der Brunnen perfekt, vorausgesetzt man sieht über das kleine Detail hinweg, dass das Wasser am Fuß des kleinsten Beckens immer noch nicht genau den Abfluss trifft. 

Stadtrat Jörg Schlechte nahm es ganz genau und trat in einem Facebook-Video mittels Zollstock den Beweis an, dass die gefräste Einkerbung nicht ganz symmetrisch ist. „So was ist einfach Pfusch“, sagt er.

Diese Details wurden noch nicht an die Stadtverwaltung herangetragen, heißt es aus der Pressestelle der Stadt Meißen. In der nächsten Zeit, sollen im Rahmen eines noch stattfindenden Wettbewerbs einige ergänzende, künstlerische Elemente zum Brunnen hinzugefügt werden. Erst dann sei die Gestaltung des Wasserspiels als vollständig abgeschlossen anzusehen.

Doch nicht nur der Brunnen auf dem Theaterplatz ist CDU-Mann Schlechte ein Dorn im Auge. Auch mit den neuen Fontänen vor der Sparkasse auf der Neugasse ist er unzufrieden. 

Wieder spielt Spritzwasser eine Rolle: Bei starkem Wind werden die Wassertropfen über den halben Platz getrieben. Ein Problem ist zudem, dass der Brunnen ebenerdig ist und das Wasser so nicht in den Abfluss fließt, sondern sich auf dem Platz verteilt.

„Wenn unterirdisch Rohre und Kabel perfekt verlegt werden, fällt das niemandem auf“, sagt Schlechte, „aber immer wenn wir versuchen, die Stadt für die Bürger ein bisschen schöner zu machen, machen wir es verkehrt.“