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„Spuk-Rumpi“ war ein Görlitzer

Der Schauspieler Siegfried Seibt spielte in Görlitz für Theater und Film. Jetzt wäre er 100 Jahre alt.

100 Jahre alt wäre Siegfried Seibt wäre am 19. August 2020 geworden.
100 Jahre alt wäre Siegfried Seibt wäre am 19. August 2020 geworden. © SZ

Er hat in über hundert Filmen, Fernsehstücken und Hörspielen mitgewirkt. Meist in Nebenrollen, und doch kennt ihn jeder, der in der DDR gelebt hat. Als „Rumpi“ ist er Legende, so wie die komplette Serie „Spuk unterm Riesenrad“ eine wurde. Hier zeigte er herausragende schauspielerische Leistungen – Siegfried Seibt.

Jetzt wäre er 100. Am 19. August 1920 kam er in Görlitz auf die Welt. Er besuchte die Schauspielschule in Breslau (Wroclaw), arbeitete als Bühnenbildner in Bautzen und Reichenberg (Liberec). Nach 1945 engagierte ihn das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel. 1956 folgte er dem Ruf der Heimat und wurde Mitglied im Schauspielensemble des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz. Als 1957 in Görlitz der Defa-Film „Gejagt bis zum Morgen“ gedreht wurde, war er dabei.

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Aus diesen neuen Beziehungen folgte 1959 der Wechsel an das Hans-Otto-Theater Potsdam und 1961 an die Volksbühne Berlin, von wo aus Film und Fernsehen sich den markanten Charakterdarsteller meist für „skurrile Nebenfächer“ immer wieder holten. 1969 wurde er freiberuflich tätig, übernahm nun auch zahlreiche Synchronarbeiten. Zum Beispiel lieh er stets Charles Hawtrey seine Stimme. 1974 wurde Seibt als Gastdozent an die Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ berufen. Größere Rollenangebote kamen meist von Kinderfilm-Produzenten, beginnend mit der Hauptrolle für Siegfried Seibt im Defa-Märchen „Das Zaubermännchen“.

Rolle in Silvester-Serie wurde nicht fortgeschrieben

Der „Spuk unterm Riesenrad“ war da nur folgerichtig. Ein sich anbahnendes neues Fach erfüllte sich leider nicht. Die Schreiber von den in der DDR beliebten TV-Schwänken hatten das komödiantische Talent Seibts erkannt und in der neuen Silvester-Serie „Maxe Baumann“ für ihn die Rolle eines schrulligen Gartennachbarn erfunden. Vermutlich um Publikumslieblinge wie Ingeborg Krabbe, Rolf Herricht und Herbert Köfer besser besetzen zu können, wurde diese Rolle allerdings nicht mehr fortgeschrieben.

Der Görlitzer Siegfried Seibt war verheiratet und hatte zwei Töchter. Seine Enkelin Johanna Falckner wurde Schauspielerin. Siegfried Seibt starb am 6. Januar des Jahres 1982 nach einem Krebsleiden.

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