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Stabwechsel und Hoffnung auf Dauer

Alexander Schulze wurde offiziell in sein Amt als Vorsteher des Finanzamtes Hoyerswerda eingeführt.

Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (links) schenkt Alexander Schule einen Krabat-Raben.
Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (links) schenkt Alexander Schule einen Krabat-Raben. © Foto: Gernot Menzel

Von Uwe Jordan

Es geschieht nicht all zu oft, dass der Vertreter einer Finanz-, zumal Steuerbehörde für eine Mitteilung geradezu überschwänglichen Beifall erntet. Genau den aber konnte am Mittwoch Karl Köll, Präsident des Sächsischen Landesamtes für Steuern und Finanzen, für sich verbuchen. Am Rande der Amtseinführung des neuen Vorstehers im Finanzamt Hoyerswerda, Alexander Schulze, verkündete er, dass der Finanzamtsstandort Hoyerswerda zumindest für die nächsten fünf Jahre sicher sei (Seite 1). Das überraschte selbst Oberbürgermeister Stefan Skora ein wenig, der nun sein vorbereitetes Grußwort spontan ändern musste (und es sehr geschickt tat). Ursprünglich hatte er auf Presseberichte zur Amtseinführung von Schulzes Vorgängerin Katja Schimke am 4. März 2015 am selben Ort verweisen wollen. Da wurde vorhergesagt, dass spätestens 2018 die Finanzämter Bautzen und Hoyerswerda fusionieren; sprich; der Standort Hoyerswerda aufgegeben wird. Skora hatte erst wünschen wollen, dass mit Schulzes Berufung Hoyerswerdas Zukunft weiter positiv offen sei. Nun, angesichts der neuen Situation, konnte er die etwa 100 zur Amtseinführung im Großen Saal des Schlosses Versammelten als „Festgemeinde“ begrüßen und die Hoffnung äußern, dass Hoyerswerda als Finanzamtsstandort dauerhaft Bestand habe.

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Das schönste Amt überhaupt

Schulze sah’s ähnlich. Zumal Hoyerswerda gut funktioniere. Katja Schimke war (Vorgriff auf „Plan 2018“?) im Oktober 2017 ans Finanzministerium abgeordnet worden; seit März 2018 hatten der Bautzener Thomas Jahn im Nebenamt und Stellvertreterin Isabell Richter das Amt kommissarisch geführt und im Dezember 2018 in tadellosem Zustand an Schulze übergeben.

Sven Keitsch, Vorsitzender des örtlichen Personalrates, hatte Schulze begrüßt als Chef „eines der schönsten und besten Finanzämter Sachsens“. Schulze erwiderte, er freue sich, das Amt, „eines der schönsten, das die Steuerbehörde, wenn nicht die Verwaltung überhaupt zu vergeben hat“, jetzt offiziell ausüben zu dürfen. Er wolle Service und Bürgernähe vertiefen; das Bibel-Wort „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ modifiziert befolgen: „Das wollen wir. Nicht weniger, aber auch nicht mehr“. Eine Vereinfachung des Steuerrechts hingegen, so wünschenwert sie sein möge, sei jedoch fern; es gehe ja stets um Einzelfallgerechtigkeit. „Keiner will pauschal, also womöglich ungerecht behandelt werden.“ Letzteres schmälere die Akzeptanz, „aber die brauchen wir, denn ohne Steuern hätte die Politik keinen Handlungsspielraum; Steuern sind Schulen, Straßen, Kultur“ – kurz, das gesellschaftliche Leben hängt davon ab.

Finanzamt Hoyerswerda: 131 Mitarbeiter; 436 Mio. Euro Steueraufkommen jährlich; 37 400 Arbeitnehmer-, 19 000 Einkommens- und 1 800 Körperschafts-Steuerfälle

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