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Neue Ideen fürs Stadion am Löbauer Berg

Kreissportbundchef Stephan Meyer stellt Strukturhilfe-Gelder in Aussicht - aber es gibt einige Hindernisse und Bedenken. 

Das Stadion am Löbauer Berg hat seine besten Tage hinter sich.
Das Stadion am Löbauer Berg hat seine besten Tage hinter sich. ©  Matthias Weber

Das Stadion am Fuße des Löbauer Berges ist nur noch ein Schatten seiner selbst. An den Mauern bröckelt's und die Tribüne ist im wesentlichen nur noch an ihrer Überdachung zu erkennen. In seinen besten Tagen jubelten hier noch über 10.000 Fans den Fußballern in Spitzen-Partien zu. "Es war mal das schönste Stadion Ostsachsens", sagt Stadtrat Ingo Seiler (Bürgerliste) und nennt die Tribüne traurig einen "überdachten Erdhaufen, einfach eine Schande".

Die Zukunft der einst so ruhmreichen und populären Sportstätte ist ungewiss. Jetzt will der CDU-Landtagsabgeordnete Stephan Meyer neuen Schwung in die Diskussion bringen - wenngleich über einen kleinen Umweg. In seiner Funktion als Präsident des Oberlausitzer Kreissportbundes (OKSB) besuchte er jüngst gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Oberlausitzer Sportclub Löbau (OSC). Dessen Leichtathleten "Die Eisernen" trainieren seit Jahr und Tag in der alten Sportanlage im ehemaligen Armeegelände. "Da herrschen Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten. Die Leichtathleten haben vernünftige Trainingsmöglichkeiten verdient", sagt Meyer. Und da nun führen zwei Wege hin. Zum einen wolle der Landkreis auf dem Areal das Schulsportgelände der Berufsschule erweitern. Aber: "Die Stadt Löbau möchte eventuell ihr Stadion entwickeln", so Meyer. Und obwohl die Leichtathleten eine Ausbau-Lösung an ihrem jetzigen Standort bevorzugen würden, hält Meyer eine künftige gemeinsame Nutzung des Stadions von OSC, Schulen und Fußballern für sinnvoller.

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"Natürlich muss man die Anlage auch auslasten können.", sagt Meyer. Noch ist er als Sportbund-Präsident gar nicht für den eigenständigen Fußballverband zuständig, aber: "Der Fußballverband wird jetzt Mitglied im OKSB", sagt er. Das würde Sportkräfte bündeln. Meyer hält es für möglich, dass für die Wiederbelebung des Stadions Mittel aus dem Braunkohle-Strukturwandel-Fonds fließen könnten und mehr noch: "Der Ministerpräsident hat gesagt, dass aus Sicht des Freistaats eine Unterstützung möglich ist."

Allerdings: Stephan Meyer hat das alles nicht zu entscheiden - das Stadion ist in Besitz der Stadt. Dort will der OKSB-Präsident jetzt für seine Idee werben. "Mein nächster Schritt ist, die Stadträte und den Oberbürgermeister zu kontaktieren. Bürgerliste-Fraktionschef Ingo Seiler hört das gerne. "Das Stadion war x-mal Thema im Stadtrat und genießt bei uns hohe Priorität", sagt er. Vor Jahren habe die Bürgerliste sogar mal eine Spendenaktion gegeben, um die Tribüne mit Sitzschalen aus dem alten Dresdner Dynamo-Stadion aufzumöbeln. Die Spendenaktion war ein Erfolg - doch die Sitze seien dann beim damaligen Fußballverein "Empor" im Lager verstaubt. Der fusionierte Sportverein SC Großschweidnitz-Löbau nutzt das Stadion überwiegend nur noch fürs Jugendtraining. Immer wieder sei auch die Rede davon gewesen, den FC Oberlausitz nach Löbau zu holen. "Das Stadion wäre die bessere Spielstätte. In Ebersbach-Neugersdorf gibt's für den FC keine Erweiterungsmöglichkeit", sagt Seiler. Oberbürgermeister Dietmar Buchholz habe auch immer wieder den ehemaligen FC-Präsidenten und Unternehmer Ernst Lieb als Investor für das Stadion ins Gespräch gebracht. Ingo Seiler hält jedenfalls nichts davon, einfach irgendwelche Fördergelder in das Stadion zu pumpen. "Wir brauchen keine Strukturmittel für ein Stadion, das keiner nutzt. Wir brauchen als Allererstes einen Nutzer", sagt Seiler. Und den sieht er weder bei den Schulen, noch bei den Leichtathleten. "Die Schulen haben alle eigene moderne Sportstätten und der OSC zeigt kein Interesse am Stadion", sagt er.

Von einer Leichtathletik-Nutzung möchte auch Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) nichts wissen. "Für uns kommt nur eine Entwicklung als Fußballstadion in Frage", sagt er auf SZ-Anfrage. Aktuelle Pläne gebe dafür nicht. In den nächsten Wochen wolle er sich aber mit einem möglichen Investor treffen. Ob es sich bei diesem Investor um den Unternehmer Ernst Lieb handelt, ließ der Oberbürgermeister offen.  

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