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Hoyerswerda

Stadt favorisiert eine Komplett-Umfahrung 

Lasuv-Zusicherung: „Die Betroffenen werden nicht vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Dieser Karten-Ausschnitt findet sich im Entwurf des Landesverkehrsplanes Sachsen 2030. Mit „Trasse-Neubau“ ist dabei die rote Linie in der Legende zur Karte benannt. Das sorgt nun aber für Verwirrung.
Dieser Karten-Ausschnitt findet sich im Entwurf des Landesverkehrsplanes Sachsen 2030. Mit „Trasse-Neubau“ ist dabei die rote Linie in der Legende zur Karte benannt. Das sorgt nun aber für Verwirrung. © Repro: Ralf Grunert

Bernsdorf/Wiednitz. Die in einem sehr frühen Planungsstadium befindliche Ortsumfahrung von Wiednitz war in der jüngsten Sitzung des Bernsdorfer Stadtrates wie schon in der Sitzung zuvor ein Thema. Die öffentliche Bekanntmachung des Entwurfs des Landesverkehrsplans (LVP) Sachsen 2030 und die damit einhergehende Möglichkeit zur Abgabe von Stellungnahmen durch die Bürgerschaft zum Neubauvorhaben „S-92-Umverlegung bei Bernsdorf“ hatte für Unruhe gesorgt.

Es wurden Flyer verteilt und es erfolgten Aushänge im Ort (TAGEBLATT berichtete). Unter anderem wurde dazu aufgerufen, im Zuge der Anhörung zum Entwurf des Landesverkehrsplans zu fordern, die im Entwurf dargestellte Trassenführung der Straße zu verwerfen und das Vorhaben aus dem Landesverkehrsplan zu streichen. Ein nun im Stadtrat vorgetragener Kritikpunkt lautete, dass die Stadt die Bürger nicht über die Möglichkeit der Beteiligung informiert hat. „Wie hat die Stadt vor, in Zukunft die Bürger zu informierten und wo wird sie informieren?“, erkundigte sich eine Wiednitzerin in der Einwohnerfragestunde.

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Bürgermeister Harry Habel (CDU) versuchte, die Wogen der Aufregung zu glätten. Er könne nicht erkennen, wo die Stadt etwas falsch gemacht haben soll, meinte er. „Alles, was wir erfahren, machen wir öffentlich.“ Und so verlas er auch ein Schreiben des zuständigen Referatsleiters des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). An diesen hatte der Bürgermeister einen Brief der Wiednitzer Bürgerin mit vielen Fragen zur Ortsumfahrung weitergeleitet. Unter anderem wurde darin klargestellt, dass noch keine Linienführung für die Ortsumfahrung festgelegt sei. „Das ist die Aufgabe späterer Planungen und Untersuchungen.“ Derzeit ist eine Voruntersuchung im Gange. Dabei werden drei Varianten betrachtet. Erst in deren Ergebnis wird es eine Vorzugsvariante geben.

Der Entwurf des Landesverkehrsplanes ist aber allemal gut, Verwirrung zu stiften. Immerhin enthält er Karten, auf denen ein einzelner Trassenverlauf zu erkennen ist. Und der führt nun mal zwischen Wiednitz und Heide hindurch in Richtung S 92.

Wie dem auch sei, im Lasuv-Schreiben wurde angekündigt, dass die Behörde das Gespräch mit den Betroffenen in der Region suchen werde. „Die Betroffenen werden nicht vor vollendete Tatsachen gestellt“, zitierte der Bürgermeister aus dem Schreiben und merkte noch an: „Die optimale Variante wäre die Umfahrung von Wiednitz und Heide.“ Das sei auch die Empfehlung der Stadt an das Lasuv, versicherte er.

Das Problem: Dieser Trassenverlauf würde über bergbaulich gesperrtes ehemaliges Kippengelände führen. Und er wäre auch nicht die erste Wahl für die Bewohner des Nachbarortes Grünewald im Brandenburgischen. Im Falle einer Fortführung der Trasse würden diese eher eine südliche Umfahrung ihres Ortes favorisieren.