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Stadt gegen Gestaltungswettbewerb für Postplatz

Ein Gestaltungswettbewerb wäre laut Baubürgermeister Marx wenig zielführend. Dafür gebe es zu wenige Freiheiten.

Von Linda Barthel

Aus der Steinwüste mit Mastenwald soll eine Sitzinsel mit großkronigen Bäumen werden. Die Grünen haben für den Postplatz große Pläne. In einem Antrag fordern sie, dass das Areal im Zentrum der Stadt neu gestaltet und belebt wird. Dafür soll es einen Gestaltungswettbewerb geben, in dem Ideen und Konzepte zusammengetragen werden. Die Stadt steht dem Plan jedoch skeptisch gegenüber.

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Ein solcher Wettbewerb benötige einen hohen Grad an Freiheit, sagt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). „Diese bestehen am Postplatz vor dem Hintergrund gesetzter Parameter nicht“, sagt er. Damit meint er unter anderem die Beleuchtung, die Straßenbahntrasse und die Technik. „Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, einen Gestaltungswettbewerb für den Postplatz zu veranlassen, ist wenig zielführend“, so der Bürgermeister.

Denn erst vor wenigen Monaten wurde der Workshop „Postplatz weiter denken – von der Idee zur Identität“ durchgeführt, bei dem Anlieger, Mitglieder der Stadtverwaltung und politische Vertreter ihre Wünsche und Ziele für den Postplatz formulierten. „So zeitnah nach Abschluss des Runden Tisches ist mit keinen neuen Ergebnissen zu rechnen“, erklärt Marx. Innerhalb des Workshops entstand ein Katalog aus kurz-, mittel- und langfristigen Möglichkeiten, wie das Areal unweit der Altmarkt-Galerie künftig attraktiver gestaltet werden könnte. Diesen widme sich die Stadtverwaltung bereits. Es geht dabei unter anderem darum, den Platz zu begrünen und künstlerisch zu inszenieren. „Ein Schritt zur weiteren Ausgestaltung wird die Anlage des Promenadenrings einschließlich seiner Fortführung über den zentralen Platzbereich in Richtung der Zwingeranlagen sein“, sagt Marx. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, wie sich die Bauvorhaben entlang der westlichen und südlichen Platzgrenzen entwickeln.

Einen anderen Punkt, den die Grünen ebenfalls in ihrem Antrag thematisieren, wiegelt der Baubürgermeister dagegen ab. Der Bau eines öffentlichen WCs auf dem Postplatz ist nicht geplant. „Das Gebiet besitzt bereits eine Toilette im Bereich des Boulevards der Wallstraße“, sagt Marx. Damit nimmt er auch die Hoffnung, dass die WCs unter der Käseglocke irgendwann wieder in Betrieb genommen werden.